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Audi R10 TDI

Moment-Aufnahme

Foto: Seufert 18 Bilder

Mit einem Drehmoment von knapp 1.200 Newtonmeter ist der Audi R10 TDI der Kraftmeier unter den Le Mans-Siegern. Bernd Ostmann fuhr den Prototypen, der nach dem Le Mans-Erfolg 2006 auch die Zwölf-Stunden von Sebring gewann.

19.03.2007

Wenige Tage vor dem Test hatte ich mir beim Kartfahren eine Rippe angeknackst. "Nicht schlimm“, hatte mein Arzt befunden. "Dauert etwa acht Wochen und tut heftig weh.“ Kein Wunder, dass mein Einfädeln ins enge Cockpit dann etwas weniger elegant wirkte.

Ich blickte auf Lenkrad und Display. Null Sicht nach vorn. Der Sitz ist eigentlich für Frank Biela angepasst. "Er wird immer für den größten Fahrer ausgelegt“, verrät ein Mechaniker. Alle anderen leben dann mit Kompromissen aus Schaumstoff-Polstern.

Anschließend geht’s im Klimmzug wieder raus aus dem Cockpit - die Rippe jubiliert. Der italienische Koch hat Spaghetti fertig, und ohne Spaghetti kommt keiner ins Cockpit. Zu den Nudeln serviert der Koch Crashvideos der übelsten Sorte. Besonders gelungene Überschläge werden von den Kennern mit einem anerkennenden "Hoppala“ begleitet.

Wahnsinn: 1.200 Newtonmeter

Nach der Mittagspause wird es ernst. Mittlerweile ist auch Sportchef Wolfgang Ullrich eingetroffen. "Beim Runterschalten weg vom Gas, beim Hochschalten mindestens Halbgas“, so lautet sein Marschbefehl, getragen von der Sorge um das Getriebe.

Nicht ganz unberechtigt, schließlich entwickelt der Zwölfzylinder-Diesel rund 650 PS. Der eigentliche Wahnsinn sind aber die knapp 1.200 Newtonmeter, die das Dieselaggregat schon bei relativ niedrigen Touren auf die Getrieberäder und Antriebswellenwuchtet. 1.200 Newtonmeter, und dies praktisch aus dem Stand.

Der Zwölfzylinder-Diesel tönt laut, aber ohne jede Aggressivität. Vielleicht liegt es an den Turbos und den Partikelfiltern, die auch den Sound wegfiltern. Vielleicht liegt es einfach an den niedrigen Drehzahlen, in denen derV12 operiert. Bei 5.200 Touren ist Schluss.

Leise und kultiviert

Der Diesel mit dem großen Punch ist nicht nur ein Leisetreter, er benimmt sich auch sehr kultiviert. Angefahren wird ganz normal mit der Kupplung und allenfalls leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl. Bis zur Wiedereinfahrt in die Box wird die Kupplung danach komplett vernachlässigt.

Schnell wird klar: Die Sitzposition ist optimal, aber die Sicht ist bescheiden. Beim Einlenken stören die wuchtigen Radverkleidungen in Kombination mit den verchromten Spiegeln dramatisch - vor allem in engen Linkskurven ist das Treffen der Idealline mehr oder weniger dem Zufall überlassen.

Erstaunliche Verzögerung

Die 1.200 Newtonmeter sind dank durchaus fahrbar. Beeindruckend ist dieArt, wie der V12 mit den doch recht stattlichen 925 Kilogramm Gewicht umgeht, wie er die Distanz zwischen den Kurven förmlich wegschnupft. Überraschend ist auch die Performance auf der Bremse. Die innenbelüfteten Karbonscheiben ermöglichen erstaunliche Verzögerungen.

Schlimm sind für den Novizen auf der Strecke und im Auto die schnellen Barcelona-Rechtskurven. Sie sind zum Teil nicht einzusehen, es geht über blinde Kuppen. Hier bleibt die Zeit liegen, hier drückt die Rippe aber auch am heftigsten.

40 Liter auf 100 Kilometer

In Le Mans konsumierte das 5,5-Liter-Triebwerk 40,34 Liter auf 100 Kilometer. Eine Menge. Aber der Vorgänger R8 mit 3,6-Liter-Benzinmotor brauchte acht Liter mehr. In Runden ausgedrückt: Der R10 schaffte maximal 16 Runden am Stück, der R8 war schon zwei Runden früher zum Tanken an der Box. 2007 wurden die Rahmenbedingungen verschärft. Beim Zwölf-Stundenrennen in Sebring war nur noch ein Tankvolumen von 81 Litern erlaubt. Gewonnen hat der Audi trotzdem.

Als wir die Fahreindrücke mit Sportchef Wolfgang Ullrich Revue passieren ließen, hatte der italienische Chefkoch das Programm gewechselt: Statt Horror-Crashs spielte er Anmutiges aus der Kunstturn-Szene vor - seine Hommage an meine Rippe.

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