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AvD-Oldtimer-Grand-Prix

"Hallo Nürburgring!"

AvD-Oldtimer-Grand-Prix, Impression, Nürburgring, Renntag Foto: Arturo Rivas 34 Bilder

11 unterschiedliche Rennklassen allein auf dem Grand-Prix-Kurs mit Autos aus 6 Jahrzehnten: eine Riesenaufgabe für den Streckensprecher beim Oldtimer-Grand-Prix. Redakteur Dirk Johae war diesmal am Mikrofon.

22.02.2015 Dirk Johae Powered by

Ich hatte mich sehr gut auf meine Aufgabe vorbereitet. Zu allen Rennen des 42. AvD-Oldtimer-Grand-Prix, die ich an der Seite der Stammsprecher Johannes Hübner und Andreas Hoffmann- Sinnhuber kommentieren darf, habe ich einen Kommentarleitfaden ausgearbeitet. Alle Autos, fast alle Geschichten zu den einzelnen Chassisnummern habe ich dabei. Und dann das: Ich stehe in einem Raum voller großer Bildschirme und mit zwei Sprechplätzen samt zweimal zwei Mikrofonen sowie einer Vielzahl von Tasten. Auweia!

27 Monoposti beim Formel 3-Lauf

Aber schon sind die ersten Autos auf der Strecke zu sehen: Die historische Formel 3 feiert mit 27 Einsitzern Oldtimer-GP-Premiere. Die ehemaligen Monoposti für den Rennfahrernachwuchs von Argo bis Tecno aus der Zeit von 1964 bis 1984 sind erstmals bei einem der wichtigsten Oldtimer-Rennwochenenden weltweit zu sehen. Ich erkenne den weiß-roten G. R . D. des jungen Deutschen Falk Künster. Es ist das ehemalige Auto des Dänen Jac Nellemann. Künster, er ist erst 24 Jahre alt, war beim Grand Prix de Monaco Historique mit diesem Auto bester Deutscher und belegte den zehnten Platz im Gesamtklassement.

Das bordeauxrote Auto mit der Startnummer zehn wird von Roland Fischer gefahren. Der Kölner ist schon lange in dem historischen Formel-3-Auto unterwegs. Fischer fährt einen Tecno – wie auch Hermann Unold: Der Badener war schon 1970 mit seinem Auto in der Formel 3 aktiv. So geht es munter weiter – vom Tecno dann zum Osella von Stefano Rosina und zum 1,6-Liter-Formel-3 von Peter Prause, einem Ensign aus der kleinen Rennwagenmanufaktur von Mo Nunn, bis zum Ralt RT1 von Peter Hug.

Blick auf den Zeitenmonitor

Nur aus dem Augenwinkel sehe ich gerade noch, wie ein Mitglied der Rennleitung die schwarz-weiß karierte Flagge schwenkt: Das Training ist zu Ende. Wie von einem Magneten geführt, wenden sich meine Augen nach links zu den beiden großen Zeitmonitoren, wo ich die Rangfolge ablesen kann: "Falk Künster vor Stefan Scho im schwarz-goldenen Ralt RT3 und Stefano Rosina im Osella", kommt mir ganz automatisch über die Lippen. Ich lese die nächstplatzierten sieben Fahrer vor, dazu den jeweils besten Fahrer der 1,6- und 1-Liter-Klasse. Dann drücke ich die interne Sprechtaste zum Tonstudio: "Ein bisschen Musik bitte!"

Der Mund ist trocken, und ich brauche etwas zu trinken. "Du musst Pausen machen", sagt mir Sprecherprofi Andreas Hoffmann- Sinnhuber mit verständnisvollem Blick und schickt gleich hinterher: "Es ist ja schön, dass du so begeistert bist. Aber du musst den Leuten auf den Tribünen auch Zeit lassen, das alles zu verarbeiten."

Auch um selbst etwas Luft zu holen, erledige ich zunächst die andere Seite der Wochenendarbeit eines Streckensprechers: die Recherche im Fahrerlager. Vom Trainingsschnellsten Falk Künster erfahre ich, dass er für die Abstimmung seines G. R. D.-Formel-3 den ehemaligen Fahrer Rudolf Dötsch zurate zieht. Dötsch war 1977 Deutscher F3-Vizemeister und startete in den 70er-Jahren auch ein paar Mal mit einem G. R. D. im Team von Jörg Obermoser. Ich schreibe alles eifrig in meinen Notizblock. Aber oben am Sprechermikrofon werde ich höchstens zehn Prozent von alldem erzählen können. "Mach Pausen", kommt es mir immer wieder in den Sinn.

OGP-Highlight FIA Masters Historic Formula One Championship

Das Wochenende rast an mir vorbei. Vor Kurzem hatte ich zwei Stunden Pause, jetzt habe ich schon wieder den Kopfhörer auf und das Mikrofon vor dem Mund. Das Renngeschehen hat mich voll in seinen Bann gezogen: Ich sehe nur noch Zeitenlisten, die vor allem in den Trainingsläufen ständig durcheinanderwirbeln. Für den Blick auf meinen Kommentarleitfaden bleibt gar keine Zeit. Zwischen dem Zeitenmonitor links, den Bildern von den Streckenkameras formatfüllend vor mir, die aber erst bei den Rennen so richtig wichtig werden, und der Streckenübersicht pendelt mein Blick ständig hin und her.

Mein Wochenende am Mikrofon gipfelt im zweiten Lauf der FIA Masters Historic Formula One Championship, so nennt sich die offizielle Meisterschaft des Weltmotorsportverbands für Formel-1-Autos von 1966 bis 1985 mit Saugmotoren. In diesem Rennen habe ich gleich zwei Heroes: den erst 23 Jahre jungen Engländer Michael Lyons im Hesketh 308E-Ford von 1977, der zweimal in Folge in diesem Auto den Grand Prix de Monaco Historique gewonnen hat, und den ehemaligen Koordinator des SuperSports Cups, Silvio Kalb, der einen Arrows A4-Ford von 1982 steuert.

"Silvio Kalb führt!", rufe ich laut ins Mikro. Kollege Andreas Hoffmann-Sinnhuber gibt auf und verlässt den Sprecherplatz neben mir. Noch dazu fliegt aus dem hinteren Feld Michael Lyons im Hesketh mit einer Bestzeit nach der anderen auf der feucht-rutschigen GP-Strecke Platz um Platz nach vorne. Ich schaue auf den großen Monitor links von mir, auf dem die mit Startnummern versehenen Punkte über die stilisierte GP-Strecke eilen. Plötzlich verharrt der Punkt mit der Startnummer 96 vor der NGK-Schikane: Kalb hat sich gedreht und muss Michael Lyons passieren lassen. Der junge Engländer gewinnt das Rennen, Kalb wird noch Zweiter.

"Mach Pausen"

Kaum hat das Wochenende als Streckensprecher angefangen, ist es auch schon zu Ende. Ein wenig frustrierend ist, wie wenig man von dem Wissen aus Vorbereitung und "Radio Fahrerlager" über das Mikrofon weitergeben kann. "Mach Pausen" ist so schwer zu beherzigen. Wenn man nicht selbst im Rennauto sitzt, ist die Sprecherkabine für mich der schönste Platz an einem Rennwochenende. Auch wenn es schwerfällt, Pausen zu machen: Es war hoffentlich nicht das letzte Mal.

Leserlauf und Jubiläums-Ausstellung

Zum runden Geburtstag von Motor Klassik war der Leserlauf beim OGP besonders schnell ausgebucht: In wenigen Tagen waren alle 150 Startplätze vergeben. Mit der historischen Rennveranstaltung pflegt Motor Klassik eine ganz besondere Verbindung, weil das erste Heft bei der Veranstaltung im August 1984 vorgestellt wurde. Zum Jubiläum gab es eine Sonderausstellung rund um das Jahr 1984. Dazu zählten auch die drei Autos, die das Cover der Erstausgabe schmückten: Mercedes-Benz 300 SL, Porsche 356 und BMW 507. Das Zelt im Fahrerlager war immer gut besucht.

42. AvD-Oldtimer-Grand-Prix, 08.–10. August 2014, Nürburgring, GP-Kurs

FIA Masters F1 (1966–85), Lauf 1

1. Steve Hartley (GB) Arrows A4-Ford (1982)

2. Simon Fish (GB) Ensign N180-Ford (1980)

3. Silvio Kalb (D) Arrows A4-Ford (1982)

FIA Masters F1 (1966–85), Lauf 2

1. Michael Lyons (GB) Hesketh 308E-Ford (1977)

2. Silvio Kalb (D) Arrows A4-Ford (1982)

3. Steve Hartley (GB) Arrows A4-Ford (1982)

FIA Formel Junior, Lauf 1

1. Jonathan Hughes (F) Brabham BT6-Ford (1963)

2. Philipp Buhofer (CH) Lola Mk5A-Ford (1963)

3. Christian Traber (CH) Lotus 22-Ford (1962)

FIA Formel Junior, Lauf 2

1. Stuart Roach (GB) Alexis Mk4-Ford (1962)

2. Piero Enrico Tonetti (I) Brabham BT6-Ford (1963)

3. Jonathan Hughes (F) Brabham BT6-Ford (1963)

FIA Masters Sports Cars, Lauf 1

1. Martin O’Connell (GB) Chevron B19-Ford (1971)

2. Jason Wright (I) Lola T70 Mk3B-Chevy (1969)

3. Tim Cousins (GB) Chevron B23-Ford (1972)

FIA Masters Sports Cars, Lauf 2

1. Martin O’Connell (GB) Chevron B19-Ford (1971)

2. Jason Wright (I) Lola T70 Mk3B-Chevy (1969)

3. Tim Cousins (GB) Chevron B23-Ford (1972)

Revival DRM (1972–81), Lauf 1

1. J. Hübner/W. Kaufmann (D/D) Porsche 934/5 (1976)

2. Peter Mücke (D) Ford Capri Zakspeed (1981)

3. Achim Heinrich (D) BMW M1 (1980)

Revival DRM (1972–81), Lauf 2

1. J. Hübner/W. Kaufmann (D/D) Porsche 934/5 (1976)

2. Peter Mücke (D) Ford Capri Zakspeed (1981)

3. Michael Kammermann (CH) BMW M1 (1979)

RS-Wagen/GT bis 1961, Nachtrennen

1. Mark Lewis (GB) Lister Knobbly-Chevrolet (1959)

2. Julian Majzub (GB) Sadler Mk3-Chevrolet (1958)

3. Sam McLeod (GB)

Lotus Eleven-Climax (1956)

RS-Wagen/GT bis 1961, Sprint

1. Julian Majzub (GB) Sadler Mk3-Chevrolet (1958)

2. Philip Walker (GB) Lotus 15-Climax (1958)

3. Tony Wood (GB) Lister Knobbly-Jaguar (1959)

42. AvD-Oldtimer-Grand-Prix, 08.–10. August 2014, Nürburgring, GP-Kurs

GP/F1-Wagen bis 1960, Lauf 1

1. Philip Walker (GB) Lotus 16-Climax (1959)

2. Julian Bronson (GB) Scarab Offenhauser (1960)

3. Tony Wood (GB) TecMec-Maserati (1958)

GP/F1-Wagen bis 1960; Lauf 2

1. Philip Walker (GB) Lotus 16-Climax (1959)

2. Julian Bronson (GB) Scarab Offenhauser (1960)

3. Tony Wood (GB) TecMec-Maserati (1958)

GP/F1-Wagen bis 1965, Lauf 1

1. Miles Griffith (GB) Cooper T51-Climax (1959)

2. William Nuthall (GB) Cooper T53-Climax (1960)

3. Peter Horsman (GB) Lotus 18/21-Climax (1961)

GP/F1-Wagen bis 1965, Lauf 2

1. Miles Griffith (GB) Cooper T51-Climax (1959)

2. Peter Horsman (GB) Lotus 18/21-Climax (1961)

3. William Nuthall (GB) Cooper T53-Climax (1960)

Gentleman Drivers GT bis 1965

1. Martin O’Connell (GB) Jaguar E-Type (1961)

2. Sean McInerney (GB) TVR Griffith (1964)

3. Andrew Haddon (GB) AC Cobra 289 (1964)

Formel 3 1964 bis 1984, Lauf 1

1. Falk Künster (D) G. R. D. 374-Toyota (1974)

2. Stefano Rosina (GB) Osella PA3-Toyota (1976)

3. Palle Ringström (DK) March 753-Toyota (1975)

Formel 3 1964 bis 1984, Lauf 2

1. Falk Künster (D) G. R. D. 374-Toyota (1974)

2. Palle Ringström (DK) March 753-Toyota (1975)

3. Stefano Rosina (GB) Osella PA3-Toyota (1976)

24. Historic-Marathon Nordschleife

1. Oeynhausen/Stippler (D/D) Jaguar E-Type (1962)

2. Wright/Gans (I/LUX) Ford GT40 (1965)

3. Röhrl/Zumtobel (D/A) Porsche 911 (1965)

Alle Ergebnisse unter www.ogpracing.de

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