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BMW Motorsport-Pläne

Kehrt BMW 2017 zurück nach Le Mans?

BMW V12 LMR - LeMans-Sieger 1999 Foto: xpb 23 Bilder

Kehrt BMW 2017 mit einem LMP1-Prototypen zum 24h-Rennen von Le Mans zurück? Die Gerüchte über ein Comeback in die Sportwagen-Königsklasse verdichteten sich zuletzt. Wir analysieren, was für und was gegen das WEC-Engagement spricht.

15.05.2015 Marcus Schurig Powered by

Was läuft da mit BMW und Le Mans? Die Gerüchte lodern schon seit einiger Zeit im Sportwagen-Fahrerlager. Offizielle Statements zu dem Thema gibt es aber nicht. Die Indizien sind allerdings nicht zu übersehen. Schon 2013 und 2014 wurden BMW-Ingenieure in Le Mans gesichtet, natürlich in Räuberzivil. Ging es nur um den GT-Sport? Oder doch um etwas Größeres?

Theoretisch würde das aktuelle LMP1-Reglement perfekt zu BMW passen: Erstens haben die Bayern kein globales Motorsportprogramm. Man fährt DTM, während die dortigen Gegner zusätzlich weltweit relevante, imageträchtige Projekte (Mercedes mit F1, Audi mit LMP1) durchziehen.

Zweitens hat BMW im Bereich Elektromobilität einen Vorsprung auf Mercedes und Audi, denn nur BMW hat eine eigene Untermarke für Elektro- und Zukunftsmobilität gegründet - nämlich die "i"-Brand. Unter diesem Aspekt wäre der Gang nach Le Mans sinnvoll. BMW gilt als Technologietreiber - und das aktuelle Le-Mans-Reglement fördert genau das: neue Technologien, die mittelfristig in Straßenfahrzeugen zum Einsatz kommen sollen.

BMW-Rückkehr nach Le Mans nicht vor 2017

Es gibt aber auch Fakten, die gegen den Einstieg sprechen: Erstens wird in Le Mans nicht rein elektrisch sondern mit Hybrid-Rennwagen gefahren. Exotische Konzepte wie Fünftaktmotoren oder Brennstoffzellen sind (noch) nicht vorgesehen. Außerdem besitzt BMW momentan nicht die internen Ressourcen, um ein LMP1-Auto zu entwickeln. Das Thema Kosten ist bei dreistelligen Millionen-Budgets auch nicht zu ignorieren.

Dazu gilt es, BMW-interne Faktoren zu berücksichtigen: BMW hat das DTM-Engagement vor wenigen Monaten um 3 Jahre verlängert. Daran sind interne Budgetplanungen geknüpft. Das Aufsetzen eines LMP1-Programms erfordert einen erheblichen zeitlichen Vorlauf - und auch ein signifikantes Investment, um die Infrastruktur aufzusetzen. Außerdem entwickelt BMW gerade den Vierzylinder-Turbomotor, wie er in der DTM ab 2017 zum Einsatz kommen soll.

BMW wird also sicher nicht vor 2017 in irgendeiner Form in Richtung Le Mans aktiv werden. Dazu passt, dass aus Kreisen des Veranstalters ACO zu hören ist, dass zwei Hersteller im März 2015 das Gespräch gesucht haben. Es soll dabei auch ausgelotet worden sein, wie sich das LMP1-Reglement für 2017 weiterentwickeln wird. Einer der Hersteller soll aus Deutschland kommen. Dabei wurde angeblich auch diskutiert, wie man den Einstieg am geschicktesten bewerkstelligen könnte.

Garage 56-Startplatz von LMP1-Einstieg?

An dieser Stelle verweist der ACO für gewöhnlich gerne auf die sogenannte Garage 56, einen zusätzlichen Startplatz für das 24h-Rennen in Le Mans, reserviert für Fahrzeuge mit besonders innovativer Technologie. Der Vorteil: Man ist an kein konkretes technisches Reglement gebunden, kann also ein wenig "herumspielen" - so wie Nissan mit dem ZEOD-Deltawing im Jahr 2014. So etwas wird aber in der Regel nur bei einer konkreten Zusage für einen LMP1-Einstieg zugelassen.

Dieser Lösungsansatz könnte BMW die Tür für den Einsatz von Technologien öffnen, die im aktuellen LMP1-Reglement noch gar nicht dargestellt sind. Dazu passen weitere Gerüchte: Angeblich zieht BMW technisches Personal aus der DTM ab - für ein Spezialprojekt vielleicht?

Für ein solches Projekt bräuchte BMW starke externe technische Partner. Eine Kooperation mit dem F1-Rennstall Williams - wie beim Le-Mans-Sieg 1999 - scheidet aus, denn Williams arbeitet für Porsche. Audi kooperiert mit Sauber. Gerüchte sagen, McLaren könnte ein passender Partner für BMW sein. Eine Partnerschaft wäre plausibel, ist aber momentan reine Spekulation.

Für die Sportwagen-Szene und das 24h-Rennen von Le Mans wäre ein Comeback von BMW sicher eine große Bereicherung. Viele Fans der bayerischen Marke sehnen sich nach einer Rückkehr auf die große Motorsport-Bühne. Bis es soweit ist, müssen aber wohl noch einige Dinge zusammenkommen. Um die Wartezeit zu überbrücken, erinnern wir in unserer Galerie noch einmal an das letzte Le Mans-Siegerauto aus München, den legendären BMW V12 LMR.

Mehr zum möglichen Le Mans-Einstieg von BMW lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von sport auto (Heft 6/2015), das seit Freitag, den 15. Mai, im Handel erhältlich ist.

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