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Rallye Mexiko

Colin McRae: Erinnerungen an eine Rallye-Legende

Colin McRae. Bei diesem Namen läuft es Motorsportfans eiskalt den Rücken herunter. Im September 2007 kam der Schotte an Bord eines von ihm gesteuerten Helikopters ums Leben. Wir blicken zurück auf seine Rallye-Erfolge.

Die Rallye-Weltmeisterschaft 2009 geht an diesem Wochenende (24./25.10.) in den Wäldern von Wales zu Ende. Hier wird sich entscheiden, wer sich mit dem Titel des Rallye-Weltmeisters 2009 schmücken darf: Sébastien Loeb oder Mikko Hirvonen? Doch ganz gleich, welcher der beiden Lenkrad-Artisten am Ende siegt - ein ehemaliger Rallye-Weltmeister bleibt wohl für immer unvergessen.

Colin McRae - Eine Ikone des Rallyesports

Colin McRae. Er war eine der schillerndsten, faszinierendsten Persönlichkeiten des Rallye-Sports. Der Sohn des fünffachen englischen Rallyemeisters Jimmy McRae wurde am 5. August 1968 geboren. Schnell entdeckte der kleine Colin seine Liebe für alles, was Räder hat und sich möglichst schnell möglichst quer um die Ecken treiben ließ. Schon mit 13 Jahren heimste er seinen ersten Titel ein und sicherte sich den schottischen Motocross-Meistertitel für Schüler.

In den achtziger Jahren startete McRae dann seine beispiellose Rallyekarriere an Bord eines Talbot Sunbeam. Sein Talent blieb nicht unentdeckt: Nur ein Jahr nach seinem Debüt wurde er ins Britische Rallye Junior Team berufen. Dies verhalf ihm 1987 zu seinem ersten Start auf der großen WM-Bühne. Sein Fahrzeug, ein Vauxhall Nova, platzierte der gerade 19-jährige Colin Steele McRae am Ende auf Gesamtrang 36.

Ein Jahr darauf sicherte sich der schnelle Schotte mit dem markanten Gebiss alsdann den Titel des schottischen Rallyemeisters. Es sollte nicht sein letzter gewesen sein. 1991 berief ihn David Richards in das Subaru-Team, mit dem er die britische Rallyemeisterschaft bestritt und es seinem Vater gleichtat. Auf Anhieb krönte sich Colin McRae zum britischen Rallyemeister.

Auch im folgenden Jahr war gegen den Schotten, der keine Angst zu kennen schien, kein Kraut gewachsen. Er wiederholte seinen Erfolg und wurde erneut zum besten Rallyefahrer der Insel gekrönt. Bereits 1992 durfte McRae sein Talent bei sporadischen Einsätzen in der Rallye-WM beweisen. 1993 dann der bis dato größte Erfolg: McRae war bei der Rallye Neuseeland auf einer über 46 Kilometer langen Wertungsprüfung schneller als die versammelte Weltelite. Der Name Colin McRae war fortan weit über die Grenzen von Großbritannien bekannt. Schnell fand der Schotte weltweit seine Fans. Und dies verdankte er nicht nur seinen Erfolgen, sondern vor allem seinem unglaublich spektakulären Fahrstil.

"Quer geht mehr" - dieses Motto lebte keiner so wie Colin McRae. Dass er sich und sein Material dabei immer und immer wieder bis ans Limit und oft auch weit darüber hinaus pushte, brachte ihm alsbald den Spitznamen Colin McCrash ein. Dass Rallyefahrer ohnehin weitaus schmerzfreier agieren als es sich der "Normalmensch" je vorstellen kann, war auch damals schon bekannt. Aber McRae toppte alles.

Wo seine Konkurrenten vom Schlage eines Carlos Sainz, Tommi Mäkkinen oder Richard Burns vor einer Kuppe das Gaspedal lupften, hielt McRae den Fuß am Bodenblech. Frei nach dem Motto: "Wollen doch mal sehen, ob das voll geht!". Zwischenzeitlich war McRae mit seinem ebenso furchtlosen Beifahrer Derek Ringer zu einer Einheit im Cockpit verschmolzen. Und Ringer musste viele teils horrormäßige Abflüge erdulden.

Rallye-Weltmeister 1995: Colin McRae

Doch der Einsatz der beiden furchtlosen Kämpfer wurde belohnt. 1995 gewann das Duo McRae/ Ringer den Weltmeistertitel auf einem Subaru Impreza. McRae war mit gerade einmal 27 Jahren auf dem Olymp angekommen. Er wurde zum bis dato jüngsten Rallye-Weltmeister aller Zeiten  - und erlangte Heldenstatus.

Colin McRae fuhr sich in die Herzen der Fans

Nach fast einem Jahrzehnt im Subaru-Lager wechselte McRae Ende der 90er Jahre schließlich zu Ford, wo er auf Carlos Sainz als Teamkollegen traf. Fortan saß ein neuer Copilot an seiner Seite. Der Waliser Nicky Grist gab nun die Richtung im Rallyeauto vor. Das heute legendäre Duo Colin McRae/ Nicky Grist reihte sich in den folgenden Jahren noch häufig in die Siegerlisten ein. Zu einem weiteren WM-Titel für McRae sollte es jedoch nicht mehr reichen. Es folgten Einsätze für Skoda und Citroen, bei denen der Schotte immer wieder seinen Speed und seine Furchtlosigkeit unter Beweis stellte.

Sein Fahrstil und seine waghalsigen Manöver bleiben wohl für immer unvergessen. Wie beispielsweise bei der Rallye Wales im Jahr 2001. Das entsprechende Onboard-Video sorgt schon beim Betrachten für Schweißperlen auf der Stirn. Fünfte-Gang-Passagen nimmt McRae gepflegt in der sechsten Welle, bleibt auch dann auf dem Gas, als sein Ford Focus WRC die Bodenhaftung verliert und mit geschätzten 190 km/h auf eine Ansammlung von riesigen Baumstämmen am Straßenrand zufliegt. Der Schotte behält die volle Kontrolle über sein Spielgerät. Und sichert sich am Ende wie selbstverständlich die Bestzeit auf dieser Wertungspsprüfung. Nur eines von vielen Beispielen, mit denen sich Colin McRae auf ewig in die Köpfe der Rallyefans eingebrannt hat.

Ein Helikopter-Absturz beendet das Leben des Colin McRae

Im Rallyefahrzeug ging Colin McRae häufig über das Limit und verlor nicht selten die Kontrolle, was in spektakulären Abflügen aber immer ohne schwerere Verletzungen endete. Im September 2007 verlor Colin dann die Kontrolle einmal zu viel. Nicht über einen Rallyeboliden, sondern über seinen eigenen Hubschrauber. Mit an Bord waren McRaes Sohn Johnny, sein Freund Graem Duncan und ein weiteres Kind. Keiner der Insassen überlebte den Absturz, dessen genaue Umstände bis heute ungeklärt sind. In seiner Karriere brachte es der Schotte auf insgesamt 25 Siege. 2008 wollte er bei der Rallye Dakar für das deutsche X-Raid-Team an den Start gehen. McRae hinterließ seine Frau Alison und seine damals neunjährige Tochter Hollie.

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Manuel Dohr

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