Dakar 2009: Guerrero außer Lebensgefahr

Überschattet wurde die zehnte Etappe durch einen schweren Sturz des Motorradfahrers Cristobal Guerrero. Der Spanier ist am Dienstag (13.1.) nach einem Sturz bei der Fahrt durch die chilenische Atacama-Wüste ins Koma gefallen und wurde im Hubschrauber in ein Krankenhaus in Copiapo gebracht.

Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass Cristóbal Guerrero aus Spanien außer Lebensgefahr ist. "Guerrero liegt weiter im Koma, schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr", teilten die behandelnden Ärzte einer Klinik im chilenischen Copiapó am Mittwoch (14.1.) mit.

Guerrero sei "beim Sturz voll auf dem Kopf gelandet", erklärte am Mittwoch im chilenischen Radio die Leiterin der Gesundheitsbehörde der Region Atacama, Ana Quiroga.

Vor Beginn der Rallye, die erstmals in Südamerika ausgetragen wird, hatte Guerrero laut der argentinischen Zeitung "La Nacion" gesagt: "Ich will das Rennen einfach nur beenden. So Gott will, wird diese Rallye gut zu Ende gehen."

Carlos Sainz weiter in Führung

Der Spanier Carlos Sainz und Volkswagen geben bei der erste Dakar in Südamerika weiter den Ton an. Mit seinem sechsten Tages-Sieg und dem vierten in Folge auf der 466 Kilometer langen Prüfung in der Atacama-Wüste baute der 46-jährige Madrilene seine Führung zu einem Vorsprung von 24:54 Minuten auf seinen amerikanischen Markenkollegen Mark Miller aus. Der Deutsche Dirk von Zitzewitz und sein südafrikanischer Fahrer Giniel de Villiers im dritten VW sind mit einem Rückstand von 41:13 Minuten Dritte.

Bei der diesjährigen 30. Auflage der Rallye Dakar waren zuvor Motorradfahrer Pascal Terry aus Frankreich sowie zwei Fahrer eines Transportfahrzeuges tödlich verunglückt. Insgesamt hat die Rallye Dakar bisher 58 Menschen das Leben gekostet. "Sie ist die härteste Dakar aller Zeiten", sagte Volkswagen-Motorsport-Direktor Kris Nissen.

Sainz: Der Tod fährt mit

Der führende Spanier Carlos Sainz warnte vor der Atacama-Wüste. Der zweifache Rallye-Weltmeister wähnt sich und seine Kollegen sogar in Lebensgefahr. "Der Mensch hat in der Wüste eigentlich nicht viel zu suchen. Ganz egal, ob man zu Fuß, auf einem Motorrad oder in einem Auto unterwegs ist", hatte der spanische Volkswagen-Pilot der Tageszeitung "Die Welt" gesagt. "Wer schlecht vorbereitet ist, kann in der Wüste schnell den Tod finden", warnte der 46-Jährige.

Sein südafrikanischer Teampartner Giniel de Villiers ergänzte: "Die Hitze ist größer als in Afrika." Dichter Nebel verzögerte den Start zur 10. Etappe der Rallye Dakar um zwei Stunden; die Prüfung wurde zudem um 200 auf 466 Kilometer verkürzt - trotzdem dominieren die Volkswagen-Teams. Der Rückstand des Spaniers Juan Nani Roma, in der zweiten Woche nach dem Ausfall seiner drei Teampartner nur noch Einzelkämpfer beim zwölffachen Seriensieger Mitsubishi, wuchs inzwischen auf 1:13:13 Stunden auf Sainz.

Auf dem Weg zu seinem zweiten Triumph nach 2006 in der Motorrad-Wertung baute der spanische KTM-Pilot Marc Coma seine vom Start weg übernommene Führung zu einem Vorsprung von 1:24:50 Stunden auf den französischen Yamaha-Fahrer David Fretigne aus. Mit einem Rückstand von 1:31:11 Stunden blieb Comas französischer KTM-Teampartner Cyril Despres, Gewinner 2007 und 2005, auf Rang drei. 

11. Etappe abgesagt

Die für Mittwoch angesetzte 11. Etappe der Rallye, die nach Copiapó über die Anden zurück nach Argentinien führen sollte, wurde unterdessen wegen des dichten Nebels abgesagt. Die Teilnehmer sollen "im für den Straßenverkehr normalen Tempo" nach Argentinien fahren, hieß es unter Berufung auf die Organisatoren. Die insgesamt 680 Kilometer lange Strecke, die mit 4.700 Höhenmetern über den höchsten jemals im Motorsport angesteuerten Punkt führen sollte, werde nun ohne Wertung gefahren, hieß es.

Stand nach der 10. Etappe

1. Carlos Sainz/Michel Perin (Spanien/Frankreich) - VW Touareg  38:59:02 Std.;
2. Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) - VW  Touareg + 27:31 Min.;
3. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz  (Südafrika/Karlshof) - VW Touareg + 41:13;
4. Joan Nani Roma/Lucas Cruz Senra (Spanien) - Mitsubishi Lancer + 1:13:13 Std.;
5. Robby Gordon/Andy Grider (USA) - Hummer + 1:34:38;
6. Ivar Erik  Tollefsen/Quin Evans (Norwegen/Großbritannien) - Nissan Navara +  5:14:18;
7. Krzysztof Holowczyc/Jean-Marc Fortin (Polen/Belgien) -  Nissan Navara + 5:51:56;
8. René Kuipers/Filipe Plameiro  (Niederlande/Portugal) - BMW X3 + 8:01:51; 9. Dieter Depping/Timo Gottschalk (Wedemark/Berlin) - VW Touareg + 8:32:34;
10. Laszlo Palik/Gabor Darazsi (Ungarn) - Nissan Navara + 9:50:29  

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dpa

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