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Dakar 2014 Blog (9)

Vorentscheidung durch Stallregie bei Mini?

Rallye Dakar 2014 - Mini Foto: X-Raid 17 Bilder

auto motor und sport-Reporter Claus Mühlberger berichtet von der Dakar 2014. Teil 9: Auf ihrer Jagd auf Spitzenreiter Nani Roma schlugen Stéphane Peterhansel und Nasser Al-Attiyah so lange ein unerhört flottes Tempo an, bis es dem Besitzer des Mini-Teams zu bunt wurde.

17.01.2014 Claus Mühlberger

"Jetzt wird vernünftig gefahren", verlangte Sven Quandt. Vor den beiden letzten Etappen hat der Spanier Nani Roma mehr als fünf Minuten Vorsprung auf Peterhansel, der nicht mehr angreifen darf.

Zwei Tage zuvor, im Biwak von Antofagasta, war Stéphane Peterhansel noch allerbester Laune. Mit leuchtenden Augen erzählte er, wie er sich in den letzten drei Tagen  an Spitzenreiter Nani Roma herangepirscht hatte. "In Salta lag ich noch mehr als eine halbe Stunde zurück, und jetzt sind es nur noch zwei Minuten. Das ist so gut wie nichts. Nani ist in einer psychologisch interessanten Situation. Er ist der Gejagte und ich bin der Jäger. Das ist mir viel lieber als vorne zu liegen und sich verteidigen zu müssen. Da schläft man schlecht."

Peterhansel muss bremsen

Zu diesem Zeitpunkt wusste der elfmalige Dakar-Sieger noch nicht, dass Teambesitzer Sven Quandt seine drei Spitzenfahrer wenig später ins Wohnmobil bitten würde. Einziger Tagesordnungspunkt: Die korrekte Fahrweise für die letzten drei Tage. "Das Tempo, das ihr vorgelegt habt, war echt grenzwertig", führte der 58-Jährige aus. "Das hat man auch an euren Autos gesehen. Ich bin überrascht, dass die Autos das aushalten."

Das böse Wort "Stallregie" wollte Quandt nicht in den Mund nehmen. "Ich habe Stéphane und Nasser klar gesagt, das Nanis Tempo das richtige ist", rechtfertigte er sich. Zähneknirschend fügte sich Peterhansel: "Er will halt drei Mini auf dem Podium haben", murmelte der Franzose. Seine Miene sprach aber Bände. Enttäuscht? Peterhansel behielt die Contenance: "Ich bin professioneller Rennfahrer." Kein weiterer Kommentar.

Andrea Mayer, Peterhansels langjährige Lebensgefährtin und früher selbst erfolgreiche Rallyefahrerin, drückte ihr Missfallen per Posting in Facebook aus: Die Allgäuerin zitierte die französische Sportzeitung  L’Equipe. "Dakar-Direktor Etienne Lavigne ist enttäuscht von der Entscheidung der Mini-Teamleitung." Weitere Kommentare verkniff sich Mayer.

Sven Quandt rechtfertigte seine bei den Betroffenen naturgemäß unpopuläre Entscheidung indem er auf das letzte Jahr verwies: "Damals hat Nani Stéphane geholfen und so auf einen sicheren dritten Platz verzichtet." Roma ist dies noch bestens in Erinnerung: Da habe ich zwölf Minuten auf Stéphane gewartet und durfte dann Schutzengel spielen."

Roma hat noch nicht gewonnen

Siegessicher ist Roma noch längst nicht. Zum einen, "weil ist dieser Kerl, der elfmal die Dakar gewonnen hat, ein echter Killer ist." Zum anderen, weil er sich noch gut an das Jahr 2000 erinnert. "Damals war ich noch mit dem Motorrad unterwegs. Ich lag mit 20 Minuten Vorsprung auf Platz eins, als der Motor kaputt ging."

Stallregie bei der Dakar-Rallye ist übrigens nichts Neues: 1987 gab es den berühmten Münzwurf von Gao des damaligen Peugeot-Rennleiters Jean Todt. Nach zwei Überschlägen von Ari Vatanen, den ersten davon schon beim Prolog in Frankreich, wollte Todt auf Nummer sicher gehen. Er bestellte den Finnen und seinen teaminternen Gegner, den Belgier Jacky Ickx, ein. Das Zehn-Francs-Stück brachte die Entscheidung, zugunsten von Vatanen.

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