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Dakar 2014 Blog (6)

Stress am Paso de Sico

Rallye Dakar 2014 Foto: Claus Mühlberger 16 Bilder

auto motor und sport-Reporter Claus Mühlberger berichtet von der Dakar 2014. Teil 6: Wer eine Reise tut, kann etwas erleben. Wer eine Dakar mitfährt, kann ziemlich viel erleben. Die fast 500 Schotter-Kilometer über den 4.600 Meter hohen Paso de Sico sah die auto motor und sport-Crew grandiose Landschaften, hatte aber auch eine Menge Stress mit den Reifen des Countryman Cooper S.

14.01.2014 Claus Mühlberger

Der Höhepunkt der Dakar-Rallye ist stets die Überquerung der Anden. Erstens in Bezug auf die schiere Höhe: Die drei Pässe liegen zwischen 4.600 und 4.900 Metern hoch. Atemberaubend ist aber vor allem die Szenerie mit den Beinahe-Siebentausendern. Anden-Panorama in Cinemascope. Ganz großes Kino, mit Salzseen, kargen Hochebenen, staubigen Straßen und bizarren Gesteinsformationen. 

Sensationelles Anden-Panorama

Egal ob der Pasa de San Francisco ansteht oder der Pasa de Jama oder, so wie dieses Jahr der Paso de Sico: Selbst Fahrer, die schon mehr als 20 Jahre bei der Rallye Dakar herumkurven und die tollsten Gegenden Afrikas wie die Ténéré-Wüste bestens kennen, geraten in den Anden ins Schwärmen. "Magnifique - großartig", sagt zum Beispiel Stéphane Peterhansel.

In der oberen Etage der Anden haben die Fahrer genug Zeit sich umzuschauen. Schließlich wird hier wegen der enormen Höhe nicht auf Bestzeit gefahren.
Frohgemut machte sich auch die auto motor und sport-Crew mit dem treuen Countryman Cooper S um 4.30 Uhr auf die Socken. Schließlich standen auf der Etappe von Salta in Argentinien zur chilensichen Tagebergbau-Metropole Calama mehr als 600 Kilometer an – auf der zum größten Teil auf ungeteerten Ruta 51. 

Nach fast zwei Stunden in der Dunkelheit taucht pünktlich zum Tagesanbruch der Ort San Antonio de los Cobres auf, bekannt geworden durch "Tren a los nubes", den Zug zu den Wolken. Die Siedlung wirkt so trist wie das Wetter. Wolken, 4 Grad auf 3.700 Meter. Die ersten Rennautos tauchen im Spiegel auf. Al-Attiyah, Sainz, Roma, Peterhansel, Terranova und so weiter. Nach und nach ziehen alle am ams-Countryman vorbei.

Wir im Mini lassen uns Zeit, halten an, fotografieren und trinken fleißig Wasser, wie es Matthias Trost, der Teamarzt von X-Raid empfohlen hat. Forciertes Tempo auf der Ruta 51 ist mit dem Mini eh nicht möglich. Die Runflat-Bereifung von Goodyear fiel nämlich schon vor drei Tagen unangenehm auf. Kurz vor Salta hatten wir auf einer prima ausgebauten Autobahn aus unerfindlichen Gründen einen Platten. Immerhin kann man mit den Runflats laut Hersteller noch 80 Kilometer weiterfahren, mit maximal 80 km/h. Wir haben es nicht ausprobiert sondern sofort gewechselt.

Runflat-Reifen sind nicht schottertauglich

Für die Anden-Etappe schnallten wir zwei Ersatzreifen auf die Rückbank des Mini. Um es kurz zu machen: Wenn man drei Platten hat, geht diese Rechnung nicht auf.. Auf der Abfahrt vom Paso de Sico war auf einer Höhe von 4.000 Metern Schluss. Der dritte Plattfuß des Tages bestätigte die nach dem zweiten Platten gewonnene Erkenntnis: Auf Schotter halten die Runflats selbst bei Schleichfahrt mit maximal 40 km/h nicht mehr als 30 Kilometer lang durch.

Doch dann zeigte sich, dass es den viel beschworenen "Geist der Dakar" doch noch gibt. Kaum war der Mini am Straßenrand geparkt, stoppte ein mächtiger Dodge SUV mit chilenischem Kennzeichen. Für Antonio, einen Architekten aus Santiago, der zum Spaß beim Foton-Prototyp des Vater-Sohn-Team Alvaro Chicharro sr. und jr. mithilft, war es keine Frage, die Havaristen mitzunehmen, 150 Kilometer weit, nach San Pedro de Atacama.

Von dort ging es 100 Kilometer weiter um flink gemieteten, mindestens 15 Jahre alten, jedoch prachtvoll laufenden Isuzu-Pickup in das an eine Sandkuhle erinnernde Biwak nach Calama. Intensives Suchen in den 20 Service-Trucks des Mini-Teams förderte vier erstklassige Reifen zu Tage.

Die Dakar-Karawane zieht weiter, das auto motor und sport-Team fährt erst mal in die andere Richtung. Zurück in Richtung Paso de Sico. Den Countryman Cooper S bergen.

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