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Dakar 2015 Blog 3

Kunde Al-Attiyah ist König bei Mini

Rallye Dakar 2015 Foto: Red Bull 14 Bilder

auto motor und sport berichtet live von der Dakar-Rallye: Diesmal stellen wir Nasser Al-Attiyah vor. Der Katari gewann drei der ersten vier Etappen und führt mit seinem Mini Countryman das Feld an.

08.01.2015 Claus Mühlberger

Nasser Al-Attiyah kam in diesem Jahr spät zum Mini-Team. Erst im Herbst unterschrieb der Dakar-Sieger von 2011, damals in Diensten von VW, seinen Vertrag bei X-Raid. Besser gesagt: Er kaufte sich mit Geldern seines langjährigen und treuen Sponsors Red Bull und der Regierung seiner Heimat Katar im erfolgreichsten Offroad-Rennteam der letzten Jahre ein.

Für das Team sind solche Last-Minute-Deals ein Alptraum: Denn ein zusätzliches Auto einzusetzen, das bedeutet natürlich auch Plus an Mechanikern, Reifen und Ersatzteilen. Kein Kinderspiel bei einem Event das 12.000 Kilometer von Europa entfernt stattfindet.

Al-Attiyah führt souverän

Pikant ist auch, dass das Mini-Dakar-Team fast durchgehend mit "Monster“ gebrandet ist. Den Konkurrenten Red Bull hat der US-Energiedrink-Hersteller so gern wie Kopfweh. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. "Nasser ist Kunde bei uns“, stellt Teambesitzer Sven Quandt trocken fest. "Zahlender Kunde.“

Doch jetzt, nach einem Drittel der Rallye, ist der Kunde König. Al-Attiyah führt die Rallye an, gejagt von der Toyota Hilux-Armada. Auch deswegen, weil die Fahrer der drei Monster-Mini Pech hatten. Vorjahressieger Nani Roma verlor am ersten Tag wegen einer schadhaften Ölpumpe fast zwei Stunden, bei Orlando Terranova wechselte sich Tagesbestzeiten und Unfälle im Tages-Rhythmus ab. Am Tag 2 überschlug sich der Argentinier, am vierten Tag lieferte er nach allzu hartem Kontakt mit einem Felsen die Radaufhängung: Zeitverlust von mehreren Stunden. Der Dritte im Monster-Bunde, der Pole Krysztof Holowczyk, hatte in den Dünen von Copiapó seine Probleme.

Nasser Al-Attiyah spulte indes sein Programm perfekt ab, obwohl er mit Matthieu Baumel einen neuen Beifahrer hat. Nervenstark und zuverlässig setzte er sich an der Spitze des Gesamtklassements fest. Sein Mini läuft bisher tadellos.

Dakar gewinnen, dann bei Olympia siegen

"Ja, ja, ich bin Kunde bei X-Raid“, sagt Al-Attiyah. "Aber ich werde Sven Quandt keinesfalls bitten, den anderen Mini-Fahrern zu sagen, dass sie mir helfen sollen, falls ich Probleme bekommen sollte.“ Dann zeigt der Dakar-Sieger von 2011 jenes schlitzohrige Lächeln, für das er in der Szene berühmt ist: "Hey, es ist doch ganz einfach: Ich bin vorne, und hinter mir liegen drei Toyota. Da bleibt dem Team doch eigentlich gar nichts anderes übrig als mich zu unterstützen, oder."

Al-Attiyah war im letzten Jahr wohl der meistbeschäftigste Fahrer im Rallyesport: "2014 fuhr ich mit einem Ford Fiesta je sieben Rallye zur WRC 2 und zur Middle East-Meisterschaft. Dort habe ich jeweils die Titel gewonnen. Dazu kamen je sechs Läufe zum asiatischen GT-Cup und zur Cross Country-WM." Viel Freizeit bleibt dem Katari da nicht. "2013 habe ich insgesamt fünf Tage Urlaub gemacht. Ich bin nach Mendoza in Argentinien zum Jagen geflogen."

Das Schießen ist neben dem Motorsport die zweite ganz große Leidenschaft von Al-Attiyah. "2012 habe ich in London bei den Olympischen Spielen die Bronze-Medaille im Tontaubenschießen gewonnen“, sagt er. "2016 will ich Gold.“ Doch bevor er wieder ins Profi-Training der Schützen einsteigt - Jahrespensum rund 55.000 bis 60.000 Schuss im Training - hat er erst mal den Sieg bei der Dakar-Rallye ins Visier genommen - als Kunde im Mini-Team.

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