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Dakar 2015 Sieger Nasser Al-Attiyah

Das sportliche Multitalent

Al-Attiyah - Dakar 2015 Foto: Red Bull 11 Bilder

Nasser Al-Attiyah hat die Rallye Dakar 2015 gewonnen - schon zum zweiten Mal nach 2011. Wir stellen Ihnen den umtriebigen Rennfahrer aus Katar genauer vor und erklären sein Erfolgsgeheimnis.

19.01.2015 Claus Mühlberger

Nasser Al-Attiyah ist auf dem Gipfel seiner Sportler-Karriere - mit bereits 44 Jahren, und zwar in drei unterschiedlichen Sportarten. Innerhalb von wenigen Wochen stellte er mit einem Ford Fiesta die Titel in der WRC 2 und in der Middle East Rallyemeisterschaft sicher. Jetzt holte er im Mini seinen zweiten Sieg bei der Rallye-Dakar. Und auch als Schütze ist Al-Attiyah Weltspitze. 2012 gewann er bei den Olympischen Spielen in London die Bronzemedaille.

Sein Markenzeichen ist das entwaffnende Lächeln. Und seine Höflichkeit. Nasser Al-Attiyah schickt keinen Fan fort, der ein Selfie oder ein Autogramm will. Er erfüllt alle derartigen Wünsche mit einer wahren Eselsgeduld.

Zweiter Dakar-Sieg mit neuem Co-Pilot

Im Rennauto hingegen galt Al-Attiyah anfangs als wilder Bursche, der seine Emotionen und seinen Vorwärtsdrang nicht immer voll im Griff hatte. Dies bekam seinen Autos nicht immer. Als er 2011 in seinem zweiten Jahr im VW-Werksteam zum ersten Mal bei der Dakar siegte - mit dem Deutschen Timo Gottschalk auf dem Beifahrersitz - machte das Schlagwort "Yalla, yalla!" die Runde. Schnell, schnell. Doch das funktioniert nicht immer.

Im letzten Jahr vergeigte er seine Siegchance, weil er nicht ausdauernd genug nach einem der obligatorischen Waypoints suchte. Entgegen dem dringenden Rat seines Navigators Lucas Cruz brauste Al-Attiyah einfach weiter, statt fünf Minuten zu suchen. Er bekam eine Stunde Strafzeit aufgebrummt. Das war das Ende der Sieghoffnungen.

Immerhin holte er 2014 noch Platz drei im Mini. Jetzt kreuzte Al-Attiyah wieder mit einem neuen Co auf, dem Franzosen Matthieu Baumel. Das Zusammenspiel der Beiden funktioniert prima. Von Streit, Zwist und Hader im Cockpit war nichts zu hören. Und ausgerechnet an Baumels 39. Geburtstag liefen die Beiden mit ihrem Mini als Sieger in Buenos Aires ein.

Al-Attiyah mit Problemen in der Höhe

Der Mini war wie gewohnt ein treuer Gefährte. "Zweimal hatten wir einen Platten, und in Bolivien haben wir ein Vorderrad verloren, weil sich die Radschrauben gelockert haben", resümiert er. "Zum Glück waren wir sehr langsam, als es abfiel. So ist nicht viel passiert.

Al-Attiyahs einziges großes Problem bei der Dakar 2015 war die Höhenluft in Bolivien. Hier kämpfte er mit Übelkeit. Für wochenlanges Höhentraining, wie es viele andere Fahrer machten, fehlte Al-Attiyah die Zeit. In den letzten Monaten betritt er noch allerlei andere Rallyes: Er machte mit einem Ford Fiesta den Titelgewinn in der WRC 2-Serie perfekt und er triumphierte in der Middle East-Meisterschaft.

2014 trat Al-Attiyah bei 25 Rallye- und Crosscountry-Veranstaltungen an. Ein aufreibendes Mammut-Programm. In den nächsten Monaten will er im Rallyeauto kürzer treten. Doch im regionalen Porsche-Carrera-Cup will der 44-Jährige auf jeden Fall starten. Er fährt im Team des Österreichers Walter Lechner. Der deutsche Rennfahrer Michael Ammermüller ist Al-Attiyahs Coach. "Ein Supertyp", sagt der Katarer.

"Von Michael kann ich viel lernen fürs Fahren auf der Rundstrecke." In diesem Jahr steht zudem die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 an. Dort will er Gold im Tontauben-Schießen holen. "Ich werde in der nächsten Zeit erst mal das Schießtraining forcieren", sagt er. "Als Rennfahrer profitiert man ungemein von Schießen, wo es in erster Linie um Konzentration geht. Wenn Du vorne sein willst, musst du 200 von 200 Tontauben runterholen." Es ist gut möglich, dass diese Regel auch anders herum funktioniert.

Sollte dies zutreffen, ist Al-Attiyah die Goldmedaille so gut wie sicher. Denn bei der Dakar-Rallye 2015 war Al-Attiyah die fleischgewordene Konzentration. Mini-Teambesitzer Sven Quandt: "Mich hat es wirklich sehr beeindruckt, dass Nasser in diesem Jahr in der Lage war, das Tempo zu kontrollieren und im Zweifelsfall auch mal ein bisschen langsamer zu machen. Dies zeigt: Nasser ist der Beste."

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