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Sieger Dakar 2016

Peterhansel triumphiert für Peugeot

Rallye Dakar 2016 - Impressionen Foto: Red Bull 27 Bilder

Stéphane Peterhansel hat für Peugeot den ersten Dakar-Sieg seit 26 Jahren geholt. Der Erfolg des französischen Nationalteams hing aber am seidenen Faden. Die 2008 DKR waren zwar extrem schnell, mit der Standfestigkeit haperte es aber noch ein bisschen. Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah wurde mit seinem Mini Zweiter. Das Podium wurde komplettiert durch Giniel de Villiers und seinen deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz im Toyota Hilux.

18.01.2016 Claus Mühlberger

Die zweite Hälfte der Rallye Dakar wurde für das Peugeot-Team eine ziemlich nervenaufreibende Angelegenheit. Die Dreifach-Führung vom Ruhetag schmolz rapide dahin. Zuerst kugelte sich Sébastien Loeb mit seinem DKR 2008 und verlor mehr als eine Stunde. Der neunfache Rallye-Weltmeister konnte aber immerhin weiterfahren und seinen 3 Tagessiegen aus der ersten Woche noch einen vierten hinzufügen.

Peterhansel profitiert von Ausfällen

Weitaus grausamer spang das Schicksal mit Carlos Sainz um. Der Spanier, der den 2008 DKR als Testfahrer maßgeblich entwickelt hatte, musste auf der Etappe nach La Rioja mit einem Loch im Getriebegehäuse aufgeben. Möglicherweise wurde Sainz die Leichtbauweise des heckgetriebenen Wüsten-Buggy zum Verhängnis: Beim 2008 DKR sind die Querlenker der Hinterradaufhängung direkt am Getriebegehäuse angeschraubt, genauso wie bei einem Formel-Rennauto. Bei Dakar-Autos wählen die Konstrukteure normalerweise eine stabilere Lösung, einen Hilfsrahmen aus Stahl.

Nach beiden Ausfällen blieb nur noch Stéphane Peterhansel als Peugeot-Siegkandidat übrig. Der 50-Jährige ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und er tat, was er in 26 Jahren Dakar schon 11 Mal zuvor getan hatte: Peterhansel fuhr nervenstark und fehlerfrei zum Sieg - seinem zwölften bei der Dakar. "Vielleicht ist es mein letzter", sinnierte er im Ziel. "Wer weiß, vielleicht gehe ich künftig als Amateur an den Start." Dann lachte der Franzose aber über seien bescheidene Karriere-Prognose.

Minis mit Speed-Nachteil

Obwohl die zuletzt 4 Mal siegreichen Mini vom Speed her keine Chance hatten gegen die neu entwickelten 2008 DKR, hatte Nasser Al-Attiyah am Ende sogar eine Siegchance. Der Katarer wurde am drittletzten Tag durch einen Überschlag gebremst. Al-Attiyah nahm es mit Gleichmut: "Kann passieren. Das ist die Dakar." Er verlor einen Stunde auf Peterhansel bei dieser Eskapade. Im Ziel betrug sein Rückstand nur etwas mehr als die Hälfte davon.

Mini-Teambesitzer Sven Quandt wird sich für die Zukunft dennoch etwas einfallen lassen müssen. Denn mit fast zwei Tonnen Mindestgewicht und einer auf 25 Zentimeter limitierten Federung ist der Mini reglementbedingt gegen die Buggy aus Frankreich klar im Nachteil: Man schätzt die 2008 DKR auf 1.600 Kilo, der Federweg beträgt 46 Zentimeter.

Quandt setzt auf die Hilfe der FIA. Er hofft auf Regeländerungen zu Gunsten der Allradler. Dies käme auch Toyota zupass. Die semioffiziellen Hilux aus Südafrika waren deutlich verbessert worden. Ihre Benziner-V8-Saugmotoren litten in den vielen Tagen, in denen in extremen Höhenlagen von bis 4.500 Metern gefahren wurde, unter krassem Leistungsabfall. Die Dreiliter-Diesel von Mini und Peugeot sind davon wegen ihrer doppelten Turboaufladung weitaus weniger betroffen. Die Aufladung von Ottomotoren wird durch die Statuten untersagt.

Immerhin holten Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz Platz 3 - vor dem Ex-Rallye-WM-Star Mikko Hirvonen im Mini. Der vierfache Vizeweltmeister aus Finnland war somit bester Rookie und er landete als Vierter am Ende 5 Plätze vor seinem früheren Dauer-Rivalen Loeb. Ein Prestigeerfolg für den ewigen Zweiten aus der WRC.

Die beiden deutschen Auto-Teams, die beide mit Top 20-Ambitionen gestartet waren, fielen durch Unfälle aus. Stephan Schott und Holm Schmidt mussten nach dem zweiten Tag mit ihrem Mini einpacken. Für Jürgen und Daniel Schröder im Nissan Navara-Prototyp mit Fünfliter-V8 war am vorletzten Tag Sense. Die Besatzungen blieben allesamt unverletzt.

Die deutschen Profibeifahrer hatten unterschiedliche Erfolgserlebnisse. Von Zitzewitz (Dritter im Toyota) ärgerte sich ebenso über die mangelnde Performance des Hilux wie sein Teamgefährte Timo Gottschalk (Elfter mit Yazeed Al Rajhi). Zufrieden hingegen war Andreas Schulz. Der dreifache Dakar-Sieger, inzwischen 60 Jahre alt, führte den britischen Dakar-Neuling Harry Hunt im Mini auf den sehr guten zehnten Platz.

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