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Dakar-Absage

Geteilte Reaktionen

Foto: Volkswagen 177 Bilder

Die Absage der Dakar sorgt für heftige Reaktionen bei den Beteiligten. Die Aussagen reichen von Respekt und Verständnis bis hin zu Kritik und der Forderung nach Schadensersatz.

04.01.2008

Der Wolfsburger Autobauer VW äußerte in einer ersten Stellungnahme Respekt vor der Entscheidung, bedauerte aber gleichzeitig die Absage: "Natürlich sind wir sehr unglücklich, denn wir haben uns ein Jahr auf diese Rallye vorbereitet und waren bestens für diese sportliche Herausforderung gerüstet", sagte Markenvorstand Ulrich Hackenberg. Auch Motorsportchef Kris Nissen sprach von "einer großen Enttäuschung", die Sicherheit habe aber in jedem Fall Vorrang.

VW kündigte an, nun direkt die Sachen zu packen und die Rückreise anzutreten: "Unser Ziel heißt nun nicht mehr Dakar, sondern Heimat", gab Pressesprecher Uwe Baldes bekannt. Zu den Auswirkungen auf das künftige VW-Engagement beim Wüstenklassiker wollten sich die Wolfsburger noch nicht äußern.

Kritik und Unverständnis

Bedauern äußerte auch der mehrmalige deutsche Rallyemeister Matthias Kahle: "Es ist schlimm, dass Terroristen alles so beeinflussen, dass die freie Welt eben doch nicht so frei ist", sagte der Kölner, der 2006 bei der Dakar-Premiere von VW dabei war.

Scharfe Kritik an der Absage übte die ehemalige DTM-Siegerin Ellen Lohr, die in diesem Jahr zum vierten Mal an der Wüsten-Rallye teilnehmen wollte: "Es war eine Fehlentscheidung der Organisation, sich der Regierung zu beugen. Wir hätten starten und wenigstens durch Marokko fahren sollen."

Keine Rückkehr nach Afrika?

Der 14-malige Dakar Teilnehmer Bruno Saby sieht bereits das Ende der Wüsten-Rallyes auf dem schwarzen Kontinent: "Ich kann mir heute nicht vorstellen, dass die Organisatoren noch einmal das Risiko eingehen werden, nach Afrika zurückzukehren, um dort einen Wettkampf zu veranstalten", sagte der Pilot des X-Raid Teams gegenüber der französischen Zeitung L’Equipe.

Die Kritik des dreifachen Gesamtsiegers Hubert Auriol richtete sich vor allem gegen die Organisatoren: "Ich bin überrascht, dass es keinen Plan B mit einer Ausweichroute gibt." Im Gegensatz zu seinem Landsmann Saby malt Auriol die Lage in Afrika jedoch nicht ganz so schwarz: "Man sollte jetzt nicht voreilig sagen, dass Mauretanien ein Land sei, in das man gar mehr nicht gehen kann. Das wäre übertrieben."

Ersatz für Einnahmeausfälle


Andere wiederum sehen vor allem die wirtschaftlichen Folgen der Absage und fordern Schadenssersatz: Die Stadt Portimão in Südportugal, durch die der Klassiker führen sollte, verlangte von den Veranstaltern am Freitag 1,5 Millionen Euro für die entstandenen Kosten zurück. "Unsere Juristen prüfen bereits die Verträge, um eine Erstattung dieser Investitionen zu erreichen", sagte Bürgermeister Manuel da Luz in der Stadt an der Algarve-Küste.

Zudem äußerte er sein "Befremden" über die Absage. "Ich hoffe, der Hintergrund ist nicht eine politische Angelegenheit zwischen den Regierungen Frankreichs und Mauretaniens", sagte er.

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