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Dakar Blog: Tag 13

Deutsche Beifahrer - Aus Erfahrung gut

Timo Gottschalk - Dakar 2011 Foto: VW 119 Bilder

Auch auto motor und sport ist bei der Rallye Dakar 2011 live dabei. Reporter Claus Mühlberger versorgt Sie in seinem Blog täglich mit den heißesten Geschichten aus dem Biwak. Tag 13: Die Dakar-Erfolgsgeschichte der deutschen Piloten und Co-Piloten.

16.01.2011 Claus Mühlberger

Aus deutscher Sicht gibt es in diesen Tagen ein kleines Jubiläum zu feiern. 2001 holte Jutta Kleinschmidt den ersten und bislang auch einzigen Sieg für einen deutschen Fahrer, respektive eine Fahrerin. Die studierte Ingenieurin gewann zusammen mit Andreas Schulz mit einem Mitsubishi Pajero. Deutscher Sieg bei der Dakar! Noch dazu durch eine Frau! Das war damals eine Medien-Sensation allererster Güte. In jenem Frühjahr war Kleinschmidt in Deutschland ein fester Begriff im Motorsport. Selbst Omas in der hinterletzten Provinz kannten ihren Namen.

Seitdem herrscht bedauerlicherweise Funkstille in Bezug auf Spitzenplatzierungen deutscher Fahrer. Da legen die Beifahrer für das Volk der Dichter und Lenker schon mehr Ehre ein. Fünf Mal standen deutsche Copiloten bei der Siegerehrung ganz oben: Den Anfang machte Gerd Löffelmann im Jahr 1980 im VW Iltis. Der Audi-Ingenieur wies dem kürzlich verstorbenen Freddy Kottulinsky den besten Weg von Paris nach Dakar. Der gemütliche Bayer Andreas Schulz triumphierte in den Jahren 2001 (mit Kleinschmidt) und 2003, als er für den Japaner Japaner Hiroshi Masuoka navigierte. 2009 war es vor allem die Navigationskunst von Dirk von Zitzewitz aus Karlshof in Schleswig-Holstein, die dem Südafrikaner Giniel de Villiers den Weg zum Erfolg ebnete.

Dakar 2011: Deutscher Triumph vom Beifahrersitz

In diesem Jahr triumphierte erneut ein deutscher Beifahrer. Timo Gottschalk sitzt seit zwei Jahren neben Nasser Al-Attiyah im VW Race-Touareg. Zuvor arbeitete er mit Dieter Depping zusammen. Fester Blick, fester Händedruck und eine flinke Zunge - das könnte den 36-jährigen Ingenieur aus Rheinsberg in Brandenburg charakterisieren. Mit dem temperamentvollen Katari Al-Attiyah hat Gottschalk ein schnörkelloses Verhältnis: "Man schlägt sich und man verträgt sich", sagt Gottschalk. "Wir sind wie ein altes Ehepaar."

"Nasser kann manchmal sehr aufbrausend sein", verrät Gottschalk. "Aber wenn wir mal Streit haben, ist das auch schnell wieder vergessen. Er ist nicht nachtragend und ich bin es auch nicht." Diskussionspunkte zwischen dem Fahrer und dem Copiloten gibt es bei einer Dakar reichlich, und zwar in fast allen Autos. Speziell dann, wenn sich herausstellt, dass man gerade in die Irre gefahren ist. Da wird es schon mal laut im Cockpit, und zwar nicht nur, weil der Motor brüllt.

Al-Attiyah wild und kontrolliert zugleich

Im Jahr 2010 kam die Combo Al-Attiyah/Gottschalk als Zweite ins Ziel nach Buenos Aires. Nur etwas mehr als zwei Minuten fehlte den beiden auf Sieger Carlos Sainz. "Wir kommen wieder", sagten sie damals. Jetzt ist das große Ziel erreicht. Gottschalk windet seinem Fahrer ein Kränzchen: "Nasser fährt wild und kontrolliert zugleich. Und wenn er sich ein Ziel gesetzt hat, verfolgt er es absolut unbeirrbar."

Al-Attiyah gilt als hitzeresistentes Konditionswunder. Er ist dazu in der Lage, über viele Stunden hundertprozentig konzentriert zu bleiben. "Da profitiere ich auch von meiner Erfahrung als Tontaubenschütze", sagt Al-Attiyah. "Wenn du bei den 200 Schuss im Wettbewerb auch nur eine einzige Fahrkarte schießt, bist du weg vom Fenster." Auch als Sportschütze gehört Al-Attiyah zur absoluten Weltklasse: 2004 war der Katari Vierter bei den Olympischen Spielen in Athen. Bei der Olympiade 2008 durfte er die Fahne Katars ins Pekinger Stadion tragen.

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