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Dakar Blog: Tag 5

Von Argentinien nach Chile: "Viva, la Dakar"

Rallye Dakar 2011, Timo Gottschalk, VW Race Touareg Foto: VW 119 Bilder

Auch auto motor und sport ist bei der Rallye Dakar 2011 live dabei. Reporter Claus Mühlberger versorgt Sie in seinem Blog täglich mit den heißesten Geschichten aus dem Biwak. Tag 5: Die Tour vom heißblütigen Argentinien ins deutsche Chile.

06.01.2011 Claus Mühlberger

Unten im Tal, in der nordargentinischen Provinzhauptstadt San Salvador de Jujuy, bereiten schier unglaubliche Zuschauermassen der Rallye Dakar einen triumphalen Empfang.

Argentinische Fans sind gezeichnet von Rindfleisch und Cerveza

Wie beinahe überall in Argentinien stehen an den Einfallsstraßen der Städte Hunderttausende, die sich vor Begeisterung schier nicht einkriegen. Fast alle schwenken irgendetwas mit wild kreiselnden Armen, so dass man Angst haben muss, dass sie sich gleich die Schulter auskugeln: Viele nehmen die Nationalflagge, die anderen reißen sich einfach ihr T-Shirt vom Leib. Unter ästhetischen Gesichtspunkten ist das abzulehnen, denn es zeigt sich oft, dass der übermäßige Genuss von Rindfleisch (und Cerveza) eindeutige Spuren am Äquator des Leibs hinterlässt.

Rallye Dakar: Schalke 04 im Quadrat

Als Mitteleuropäer kann man es sich kaum vorstellen, in welchem Maße die Argentinier ausflippen, wenn die bunten Autos kommen: Das ist wie Schalke 04 im Quadrat. Mit dem Unterschied, dass ein Fußballspiel nach 90 Minuten aus ist. Das Defilee der Rallye-Karawane aber dauert rund sechs Stunden, vom ersten Bike bis zum letzten Truck. Außerdem passen in Veltins-Arena nur 65.000 Mann. Das übertrifft die Dakar locker um den Faktor 20.

Die extrem heißen Temperaturen - bis zu 40 Grad im Schatten - haben das Blut der ohnehin sehr begeisterungsfähigen Südamerikaner enorm in Wallung gebracht. Wenn die Rallye kommt, geht zu wie im Kölner Karneval (ohne Narrenkappe) oder bei einer Bergetappe der Tour de France. Kleiner Gag am Rande: Die von Manchen auch Tour die Pharmacie genannte Velo-Qual und die Dakar-Rallye werden von gleichen Veranstalter organisiert. Hinter beiden Großevents steckt der französische Verlag Amaury.

"Wüstenrallye" - Bisher ein Tag ohne Regen

Kurios an der Dakar-Rallye 2011: Bislang gab es erst einen Tag, an dem es NICHT regnete. Als die Karawane von San Salvador Jujuy hochkletterte zum 4.860 Meter hohen Paso de Jama, wurden die Motorradfahrer frühmorgens um 5 erst mal mit einer kalte Dusche empfangen. Dann wartete eine dichte Nebelsuppe zwischen 2.500 und 3.800 Metern, bevor die meteorologischen Unfreundlichkeiten ab 4.000 Meter über Normal Null bei Graupelschauern und sechs Grad ihren Höhepunkt erreichen. Für einen aufrechten Biker, respektive Bikerin, war das alles nur pillepalle. "Kein Problem", winkt die Hamburger Motorradfahrerin Tina Meier beim Tankstopp ab.

Alpacas und Flamigos säumen den Wegessrand

Plötzlich reißt der Nebelvorhang auf und gibt den Blick frei auf in Anden-Panorama erster Güte. Am Straßenrand grüßt - nein, nicht etwa das Murmeltier sondern eine Horde Alpacas, eine Art Mini-Lama. Und später, als der Rallyetross an ein paar kleinen Salzseen vorbeirauscht, lässt sich sogar ein Schwarm rosaroter Flamingos blicken. Oben in der Hochebene sieht es plötzlich aus wie im Vorspann von Miami Vice, zumindest beinahe.
 
Vom 4.860 Meter hohen Paso de Jama geht´s stramm hinunter in Richtung Atacama, der trockensten Wüste der Welt. Einer der Teilnehmer hat überhaupt keine Augen für dieses wunderbare Panorama: Robby Gordon kämpft schon wieder am Straßenrand mit der Technik des signal-orangenen Hummer. Diesmal ist das Radlager vorne rechts hinüber. Gordon verzagt nicht und wartet auf Hilfe.

Willkommen in Chile, im Deutschland Südamerikas

Der Empfang in der Bergarbeiterstadt Calama, dem ersten in Chile gelegenen Etappenziel ist nicht ganz so lustig und heiter wie in Argentinien. Die Chilenen sind viel zurückhaltender als die ihre Nachbarn aus der Gaucho-Republik im Osten. Manche sagen sogar: Die Chilenen sind die Deutschen Südamerikas.

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