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Dakar

Das große Wundenlecken

Foto: dpa

Alle Teams erreichten die Halbzeitpause in Atar bereits reichlich gerupft. Vor der ersten großen Marathon-Etappe üben sich die Teilnehmer in Demut oder Durchhalteparolen.

13.01.2007

Noch ist nichts gewonnen", sagte Kris Nissen nach der der ersten Hälfte der Dakar in Atar. Doch dem VW-Sportchef fällt das Tiefstapeln zur Zeit leicht, liegen doch zwei seiner Autos an der Spitze des Feldes. "Das ist eine Super-Ausgangslage" sagt Giniel de Villiers Beifahrer Dirk von Zitzewitz.

Teamkollege Carlos Sainz grämte sich wenig über das Buddeln im Sand, das ihn kurzvor der Pause die Führung kostete: "Ich hätte erwartet, dass wir mehr Zeit verlieren", sagte der Spanier.

Mitsubishi: "Ungewohnte Position"

"Das ist für uns eine ungewohnte Position", meint dagegen Mitsubishi-Teamchef Dominique Serieys. In den vergangenen Jahren lagen die Sieger der letzten sechs Jahre immer schon am Ruhetag in Front. Nach seiner Rechnung hätten seine Autos zumindest weniger als 20 Minuten Rückstand haben dürfen, um in der zweiten Woche den Spieß noch umzudrehen. Tatsächlich fehlen Stéphane Peterhansel knapp 25 Minuten auf die Spitze, bei Luc Alphand sind es schon fast 34 Minuten.

"Es gab immer etwas, das uns Zeit gekostet hat", klagt Vorjahressieger Luc Alphand, der sich auf der siebten Etappe am Freitag (12.1.) gleich zwei Mal fest fuhr. Ausgerechnet auf dem Terrain, das immer als Mitsubishi-Domäne galt, schwächelten die Roten. Stéphane Peterhansel suchte sich gar die letzte Düne des Tages aus, um stecken zu bleiben und verschenkte so den Tagessieg und die Chance, Zeit gutzumachen. "Sieht so aus, als hätten wir in der nächsten Woche noch ein Stückchen Arbeit vor uns", sagt der achtfache Dakar-Sieger.

Der anfangs beste VW-Jäger Nani Roma überschlug sich nicht nur auf der siebten Etappe, sein Auto sprang danach auch nicht mehr an. Das kostete sieben Stunden und ließ den Spanier hoffnungslos auf Platz 23 abrutschen.

Immerhin belegt Mitsubishi nun geschlossen die Verfolgerränge drei bis fünf, auch wenn Hiroshi Masuoka mit seinem Rückstand von 1:11 Stunden kaum mehr über eine Wasserträger-Rolle hinauskommen dürfte. Ebenso wie bei Peterhansel verrauchte eine Kupplung, dazu hagelte es Reifenschäden beim Japaner. Die Kupplungsprobleme treffen Mitsubishi völlig unerwartet. Eigentlich hatte man technische Gebrechen eher bei der Konkurrenz vorausgesehen.

Auch die VW-Front böckelt

Doch abgesehen von den beiden Touareg an der Spitze, bröckelt auch dieVW-Front heftig. Mark Miller spielt als Achter mit fast zwei Stunden Rückstand keine Rolle mehr. "Für das Team ist es ein tolles Zwischenergebnis, doch für mich persönlich ist die erste Hälfte derRallye eine große Enttäuschung. Ich habe ein ganzes Jahr auf diese Veranstaltung hingearbeitet, doch leider haben wir durch verschiedene Dinge einfach zu viel Zeit verloren", sagt der Amerikaner.

Ihm erging es immerhin besser als Ari Vatanen, der sich bereits auf denHeimweg macht. "Das war leider nicht unsere Dakar. Leider fielen wir auf der siebten Etappe aus, als Feuer ausbrach. Ein solches Auto ist ein echtes Kunstwerk. Es war ein Jammer, mit ansehen zu müssen, wie die Flammen die vielen Arbeitstage der Mechaniker in Minuten zerstören",sagte der Finne. "Als plötzlich Qualm auftrat, verließen wir das Auto, das in Flammen stand – sogar mein Geld und ein Mobiltelefon verbrannten", klagte Beifahrerin Fabrizia Pons.

Kleinschmidt und das Montagsauto

Immer weiter schleppt sich dagegen Jutta Kleinschmidt im BMW. Die Kölnerin hat mit ihrem BMW ein echtes Montagsauto erwischt. Nach zwei Feuerchen und zwei Elektrikschäden kostete auf der siebten Etappe einegebrochene Antriebswelle reichlich Zeit.

"Bisher war es ein ganz schönes Abenteuer. Aber trotz der ganzen Verpätungen liegen wir in der Ergebnisliste gar nicht so weit hinten. Alles was ich jetzt tun kann, ist nach vorn blicken und Gas geben, ohne allzu große Risiken einzugehen", sagte Kleinschmidt.

Ausgerechnet der problemlos laufende X3 von Teamkollege Guerlain Chicherit war nach einem Überschlag schon vor dem Ruhetag ein Schrotthaufen. Teamchef Sven Quandt findet das passende Schlusswort: "Es war eine Woche voller Dramen, Aufs und Abs, aber so ist die Dakar. Wir brauchen einfach ein bisschen Glück."

Eurosport sendet auch vom Ruhetag in Atar eine ausführliche Zwischenbilanz um 22:00 Uhr, die am Sonntag (14.1.) um 01:30 Uhr und um 08:30 Uhr wiederholt wird.

Gesamtergebnis

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