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Dakar

Die Leiden des Herrn K.

++Update++ Der deutsche Rallyemeister Matthias Kahle will nach seinem Leidensweg bei der Dakar nur noch heim. Der Görlitzer erlebte in den vergangenen Tagen, was das Wort "Wüstenmarathon" wirklich bedeutet.

12.01.2006

Es war schon verdächtig gut gelaufen bis zum Ruhetag in Nouakchott. Matthias Kahle und Thomas Schünemann lagen auf dem zehnten Gesamtrang. Nach den Malaisen von Ex-Weltmeister Carlos Sainz war der sechsmalige deutsche Rallye-Meister bester Neuling. Abgesehen von den zwei Autos des überlegenen Schlesser-Teams hatte Kahle im Fast&Speed-Buggy mit Honda-V6 zur Halbzeit auch alle zweiradgetriebenen Konkurrenten hinter sich gelassen und war bester Privatfahrer.

Dann wurde aus dem Spaziergang auf der 11. Etappe ein Leidensweg. Ausgerechnet auf der mit 599 Kilometern längsten Prüfung der Rallye von Nouakchott nach Kiffa blieb der Buggy mit Getriebeschaden liegen. An der dritten Zeitkontrolle, 350 Kilometer vom Etappenziel entfernt, übernachtete das Duo Kahle/Schünemann und schleppte sich am nächsten Morgen mit dem verbliebenen zweiten Gang weiter durch die mauretanische Wüste.

Zehn Minuten zwischen Ankunft und Start

Erst gegen 15 Uhr kamen die Verprengten im Biwak an. Es blieben gerade zehn Minuten bis zur Startzeit der nächsten Etappe. Schünemann ließ sich das Roadbook in die Hand drücken und Kahle passierte die Zeitkontrolle, um keine Strafzeit zu kassieren. Erst dann konnte der Service den Schaden beheben. Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit ging der reparierte Buggy auf die Reise, erst nach Mitternacht war er im Ziel.

Die Ruhepause hielt sich in Grenzen. Schon vor neun Uhr am Morgen mussten die Deutschen wieder aufbrechen, es wurde eine kurze Reise. Als Kahle auf einen verunfallten Lkw auflief, brach erneut das Getriebe. Ersatz war nicht in Sicht, der rettende Service-Truck musste einen Umweg fahren und war 800 Kilometer von den Pechvögeln entfernt.

Notfallration: Eine Flasche Wein

Nach drei Tagen Quälerei, ohne Dusche und wenig Schlaf und Nahrung, gaben Kahle und Schünemann auf. "Es war eine tolle Erfahrung, aber ich will nur noch nach Hause", sagte ein enttäuschter Kahle. Kleines Trostpflaster: Das Warten auf den Service verkürzten sich die Gestrandeten mit einer Flasche Wein.

Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Zusammen mit einem französischen Team biwakierten die Deutschen im Busch. Um halb drei in der Nacht erreichte doch noch der Service-Lkw den havarierten Buggy und machte die Fuhre wieder flott. Bei fortgeschrittenem Sonnenstand erreichte das Team abermals schwer verspätet das Biwak. Offiziell werden Kahle und Schünemann als 40. im Pkw-Klassement weiter geführt. DasTeam fand jedoch am Mittwoch (12.1.) an der Zeitkontrolle keinen Offiziellen mehr, der sie erneut ins Rennen hätte schicken können.

Kahles Stammbeifahrer Peter Göbel ist dagegen weiter unterwegs. Im MAN-Renntruck von Franz Echter liegt der Sauerländer an neunter Stelle in der Lkw-Wertung. Ellen Lohr liegt mit ihrem ORC-Mercedes an 58. Stelle.

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