Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Das Ende der Rallye-DM

Foto: DRM

2006 wird es nach 54 Jahren keine Deutsche Rallye-Meisterschaft mehr geben. Stattdessen plant der federführende ADAC eine internationale Serie mit Läufen in Österreich, Tschechien und Deutschland.

10.11.2005

Der deutsche Motorsportbund DMSB schreibt 2006 keine Rallye-Meisterschaft mehr aus. Das entschied das Präsidium des Verbandes auf einer Sitzung am Dienstag (9.11.). Die Veranstalter der acht Läufe gründeten nach dem Rückzug des DMSB aus der Vermarktung der DRM eine Interessengemeinschaft, um die Meisterschaft fortzuführen, doch einen Tag nach dem Schulterschluss der Veranstalter scherte die Eifel-Rallye (ADAC) aus dem Bündnis aus.

Auf einer Sitzung des DMSB-Exekutivkomitees fand sich eine knappe Mehrheit für die Fortführung der DRM, doch wegen Abwesenheit eines Vize-Präsidenten war das Gremium offiziell nicht beschlussfähig. Das Präsidium setzte sich über die Entscheidung des Komitees hinweg und beschloss stattdessen eine ADAC-Meisterschaft mit zehn bis zwölf Läufen.

Sportfunktionär: "Die Brechstange herausgeholt"

Zusätzlich will ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk eine Euro-Serie auf Stapel legen, dazu sollen drei deutsche Rallyes und drei bis vier Läufe in Österreich und Tschechien zählen. Tomczyk verspricht sich davon "eine ansehnliche Anzahl an WRC-Autos und weiterer Top-Fahrzeuge. Das Niveau wird damit angehoben." Die ADAC-Meisterschaft, deren endgültiger Name noch nicht feststeht, soll dagegen als Breitensport-Bühne dienen.

Kritiker bemängeln, dass der ADAC seine Mehrheit im Präsidium benutzt habe, um mit Gewalt eine Machtübernahme im deutschen Rallyesport herbeizuführen. "Der ADAC hat die Brechstange herausgeholt", sagt ein hochrangiger Motorsportfunktionär. Dem hält Tomczyk entgegen, dass der Beschluss des Präsidiums einstimmig gewesen sei. Dem Präsidium fehlte das Vertrauen in die Fähigkeiten der Veranstaltergemeinschaft.

Teilnehmer: "Mauer wieder aufgebaut"

Dennoch regt sich großer Widerstand. Die Veranstalter der Nicht-ADAC-Rallyes wie die drei bisherigen DRM-Läufe in Sachsen und in der Lausitz fürchten um ihre Zukunft. "Das ist, als ob einer die Mauer wieder aufgebaut hätte", sagt ein Teilnehmer der DRM. Der deutsche Skoda-Importeur - zur Zeit einziges Werksteam in der DRM - schließt eine Teilnahme an einer Serie ohne deutsches Meisterschaftsprädikat aus.

Weiteren Unmut erzeugt die Eile der Beschlüsse. "Da lässt man eine DRM fallen und hat noch gar kein fertiges Konzept für die Nachfolge", beschwert sich ein Veranstalter. So räumt der ADAC ein, dass man bisher keine feste Vorstellung habe, welche Läufe zur ADAC-Serie zählen sollen. Auch müsse man die Idee erst einmal der eigenen Sportkommission am 19. November schmackhaft machen. Was aus der Rallye-Challenge - der bisherigen zweiten Liga des deutschen Rallyesports - werden soll, ist ebenso unklar.

Die Euroserie soll zwar schon 2006 laufen, doch der mit dem Regelwerk beauftragte DMSB-Fachmann Christian Schacht soll jetzt erst die Eckpunkte festlegen. Er hat vorerst Zeit bis Mitte Dezember. Was aus den DRM-Läufen in Ostdeutschland wird, ist für den ADAC "eine zweitrangige Frage". Sportpräsident Tomczyk weist darauf hin, dass zur neu geschaffenen ADAC-Meisterschaft nicht zwingend nur ADAC-Veranstaltungen zählen müssten, die Prüfung der Bewerbungen obliegt aber dem ADAC-Sportausschuss.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden