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DMSB reagiert auf fatalen VLN-Unfall

Tempolimit auf der Nordschleife

VLN 2015- Nürburgring - Nordschleife - 1. Lauf Foto: Stefan Baldauf / Robert Kah

Der Deutsche Motor Sport Bund hat am Dienstag (7.4.2015) einen Maßnahmenkatalog für mehr Sicherheit auf der Nordschleife vorgestellt. Damit reagiert der Motorsport-Dachverband auf den schwerwiegenden Unfall beim ersten VLN-Lauf 2015, bei dem ein Zuschauer ums Leben kam.

07.04.2015 Andreas Haupt Powered by

Zehn Tage nach dem schweren Unfall von Nissan-Fahrer Jann Mardenborough, bei dem ein Zuschauer sein Leben ließ, hat der Deutsche Motor Sport Bund ein umfangreiches Sicherheitspaket für die Nordschleife beschlossen. Es umfasst drei Kernpunkte, die mit sofortiger Wirkung für die laufende Saison gelten werden: eine Leistungsreduktion für einige Fahrzeugklassen, ein Tempolimit in bestimmten Streckenabschnitten und Veränderungen bestimmter Zuschauerbereiche.

Motorleistung um fünf Prozent reduziert

Der Dachverband beschloss die Sicherheitsschritte, nachdem zuvor eine Expertenrunde aus Vertretern des Rennstreckenbetreibers und der Automobilhersteller mit Profirennfahrern, Breitensportlern, der VLN sowie Sicherheits- und Technikexperten des DMSB über die Sicherheit in der Grünen Hölle diskutiert hatten.

Um die schnellsten Rennwagen, vor allem die GT3-Autos, auf der Nordschleife einbremsen zu können, wird bei künftigen Veranstaltungen des DMSB die Motorleistung der Topklassen um fünf Prozent reduziert.

Darüber hinaus will der DMSB die Autos auf bestimmten Streckenabschnitten einbremsen. Vom Bereich Hocheichen / Quiddelbacher Höhe (200 km/h) bis in den Abschnitt Schwedenkreuz sowie auf der Döttinger Höhe (jeweils 250 km/h). Für den Beginn und das Ende der jeweiligen Zonen werden eindeutige Signale eingesetzt. Ein weiß blinkendes "Flagmaster“-Signal mit einem Tempolimitschild markiert den Beginn, ein grünes Signal mit Aufhebungs-Schild das Ende der Zone. Durch das Tempolimit will der DMSB ein gefährliches Abheben der Autos auf den Kuppen verhindern. Verstöße will man mit harten Strafen sanktionieren, eine Kontrolle erfolgt durch die GPS-Daten und und "GPS-Auge“. Weitere neue Sicherheitsmaßnahmen betreffen zum Beispiel das Geschehen in der Boxengasse: Hier wurde das Maximaltempo von bislang 60 km/h auf 30 km/h gesenkt.

Ausgeschlossene Klassen wieder zugelassen

Die neuen Regeln erlauben es dem DMSB, die ausgesprochenen Fahrverbote für die Klassen SP7, SP8, SP8T, SP9, SP-Pro, SP-X sowie Cup-2, die GT-Klassen der H4, die E1-XP1, E1-XP2 und E1-XP Hybrid wieder aufzuheben.

Wie der Dachverband ebenfalls beschloss, werden in den Abschnitten Flugplatz, Schwedenkreuz, Metzgesfeld und Pflanzgarten die Zuschauerbereiche eingeschränkt. Im einzelnen bedeutet dies, dass am Flugplatz eine Sperrzone im Abstand von 15 Metern zum FIA-Zaun eingerichtet wird. Der Bereich Schwedenkreuz ist dagegen ab sofort und bis auf weiteres für Besucher vollständig gesperrt. Am Abschnitt Metzgesfeld ist der Aufenthalt von Zuschauern nur im Waldbereich zulässig. Eine für Zuschauer gesperrte Sicherheitszone gibt es außerdem auf der Anfahrt zum Schwalbenschwanz ("Pflanzgarten II“). Alle anderen Bereiche sind von den Maßnahmen nicht betroffen.

Derzeit beschäftigt sich noch die Staatsanwaltschaft mit dem Unfallhergang. Dabei inspiziert sie insbesondere den abgehobenen GT3-Nissan. Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, will der DMSB weitere Untersuchungen durchführen, um so mittel- und langfristige Lösungen erarbeiten zu können. Stuck: "Dazu könnten umfassende Reglementänderungen ebenso gehören wie eventuelle Baumaßnahmen."

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