Eifelblitz mit Gewichtsproblemen

Der "Eifelblitz" wird bei der diesjährigen Auflage des 24h-Rennens wieder die Herausforderung "Grüne Hölle" auf sich nehmen. Die ersten Tests sind absolviert und es zeigt sich bereits jetzt, dass dieses Jahr eines der schwersten für den Publikumsliebling wird.

Im gewohnt strahlenden Himmelblau rollt er gemächlich zurück in seine Box. Der Fahrer steigt, ebenfalls in gediegenem Tempo, aus. Gemeint ist der legendäre "Eifelblitz" und sein langjähriger Chauffeur Johannes Scheid. Irgendwie scheint alles wie immer zu sein, und doch ist einiges anders.

Keine passende Diät

Grund dafür sind die Reglementänderungen, die in diesem Jahr eingeführt wurden. Diese betreffen hauptsächlich die Aerodynamik der Fahrzeuge. Und genau das ist es, was den Chef des "Eifelblitzes" so nachdenklich stimmt: "Für uns ist das neue Reglement nicht unbedingt förderlich. Uns wäre eher eine Erhöhung des zulässigen Minimalgewichts entgegengekommen." Eine Einbremsung der Fahrzeuge über das Gewicht hätte dem BMW M3 GTS nämlich einen großen Schritt nach vorne gebracht: "BMW hat Tests mit dem Wagen durchgeführt und dabei ist herausgekommen, dass uns 60-65 kg weniger so vier bis fünf Sekunden pro Runde bringen würden", weiß Scheid.

Doch diese Kilos abzuspecken ist eben einfach nicht möglich, denn der Wagen ist bereits an seiner Gewichtsgrenze angelangt. Allerdings gibt es bei solchen Regeländerungen eben immer sowohl Verlierer als auch Gewinner. Es allen Recht zu machen ist nahezu unmöglich. So hat die Corvette durch die Neuerungen die besseren Karten: "Wenn man bedenkt, dass die Corvette etliche PS mehr hat als wir, aber das gleiche Gewicht auf die Waage bringt, wird einem klar, dass es für uns dieses Jahr richtig schwer wird", stellt der Kottenborner ernüchternd fest. Damit rückt eine Wiederholung der Gesamtsiege aus den Jahren 1996 und 1997 in weite Ferne.

"Wir wollen in die Top Ten"

Die Ziele wurden deshalb neu definiert: "Ein Platz in den Top Ten wäre unter diesen Voraussetzungen ein echter Erfolg", schätzt Scheid seine Chancen realistisch ein. Trotzdem gibt es in diesem Jahr auch eine sehr erfreuliche Nachricht für die Scuderia Augustusburg. Musste man im vergangenen Jahr noch bis zur letzten Sekunde um die Teilnahme beim 24h-Rennen bangen, ist der Start bei der diesjährigen Auflage bereits in trockenen Tüchern.

Trumpfkarte Erfahrung

Dabei lässt es sich der 58-Jährige natürlich nicht nehmen auch selbst wieder ins Steuer zu greifen. Unterstützen sollen ihn dabei voraussichtlich Oliver Kainz, Andreas Teichmann und Willie Moore. Mit dieser Besetzung und der allseits bekannten, frenetischen Unterstützung der treuen „Eifelblitzfans“, ist nach einem 14. Platz im vergangenen Jahr, dann vielleicht wirklich ein Platz in den Top Ten zu bejubeln. Als Joker im Kampf um die ersten zehn Plätze könnten sich Scheids Vertrautheit mit dem "Blitz aus der Eifel" erweisen. Dieser begleitet ihn bereits seit mehr als ein Jahrzehnt und hat seine Zuverlässigkeit schon mehrfach unter Beweis gestellt.

Deshalb macht sich Scheid auch nicht verrückt. Er zieht sich in aller Ruhe seinen Helm auf, steigt in seinen Wagen und dreht noch ein paar Testrunden, denn das ist es was kein Reglement beeinflussen kann: Leidenschaft für den Sport und jahrelange Erfahrung.

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24h-rennen.de

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