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Fahrerkader

Der Turbokader zieht Bilanz

Fahrerkader 14 Bilder

Die von auto motor und sport geförderten Rennfahrer können eine starke Abschlussbilanz vorweisen: Dutzende von Siegen haben sie 2008 errungen - und zwei hochkarätige Meistertitel durften gefeiert werden.

21.01.2009 Claus Mühlberger

So muss ein Abschied von der ganz großen Bühne aussehen: Im fünftletzten DTM-Rennen seiner Karriere zeigte Bernd Schneider den jungen Kollegen nochmal, wer der Chef im Ring ist, wenn alles passt, wenn es regnet, wenn es dadurch drunter und drüber geht und wenn deswegen taktische Zwänge obsolet werden. Nur wenige Tage nach seinem 44. Geburtstag holte der gebürtige Saarländer Ende Juli auf dem Nürburgring seinen 43. Sieg bei einem DTM-Rennen.

Mit gewagtem Reifenpoker düpierte er die Konkurrenz. Obwohl es kübelte wie aus Eimern, blieb Schneider auf Slicks. Zart lenkend und noch zarter Gas gebend, balancierte er seine C-Klasse mit traumwandlerischer Sicherheit über die glitschige Piste. Wenig später wurde Schneider, eines der Gründungsmitglieder des auto motor und sport-Kaders von 1988, mit viel Tamtam aus dem Mercedes-Team verabschiedet. Schneider dankte: "Ich hatte das Glück, das zu machen, woran ich am meisten Spaß hatte und was ich am besten konnte: rennfahren."

Legenden in Diensten von Audi

Auch das zweite Kader-Mitglied der ersten Stunde denkt daran, seine Karriere ausklingen zu lassen. Frank Biela, 44, ist als fünfmaliger Le Mans-Sieger längst eine Legende in der Sportwagen-Szene, arbeitet aber eifrig an der Entwicklung des neuen Audi R8 für die GT3-Klasse mit. Marco Werner ist mit 42 Jahren auch schon beinahe ein Fossil im Cockpit. Doch obwohl sein Audi R10 TDI im dritten Dienstjahr nicht mehr taufrisch war, holte er mit Partner Lucas Luhr bei den elf Rennen der American Le Mans-Serie sechs Gesamtsiege sowie den Titel in der LMP 1-Klasse . "Das Auto wurde im Lauf des Jahres massiv verbessert", meinte Werner bescheiden.

Der meistbeschäftigte Fahrer des Kaders war Mike Rockenfeller. Wie schon im Jahr 2007 startete der 25-jährige Audi-Werksfahrer aus Neuwied sowohl in der DTM wie auch im R10 TDI. In der Le Mans Series (LMS) holte Rockenfeller zusammen mit seinem Partner Alexandre Prémat im Audi R10 TDI den Titel - gegen die favorisierten Peugeot 908 HDi. Das Audi-Duo verbuchte bei den fünf Saisonrennen drei zweite Plätze, und genauso wichtig: Man leistete sich keinen einzigen Ausfall. "Wir waren zwar nicht so schnell wir Allan McNish und Dindo Capello im anderen Audi R10", analysierte Rockenfeller. "Aber wir haben uns gesteigert. Speziell beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans habe ich eine Menge Selbstbewusstsein getankt."

DTM-Jahreswagen nicht konkurrenzfähig

Beim Langstrecken-Klassiker belegte er zusammen mit Prémat und Lucas Luhr den vierten Rang. Im DTM-Tourenwagen fielen Rockenfellers Erfolge eher gering aus, was vor allem am fortgeschrittenen Alter seines Sportgeräts lag, eines Audi A4 aus dem Vorjahr. "2008 waren die aktuellen Fahrzeuge noch überlegener als im vergangenen Jahr", resümierte Rockenfeller. "Da musste vorn im Feld schon etwas passieren, damit wir Jahreswagen-Fahrer eine Chance hatten, unter die ersten acht zu kommen."

Ähnliches gilt für Markus Winkelhock. Der Schwabe, der 2007 sensationell beim GP auf dem Nürburgring das Regenchaos cool ausnutzte und mit seinem Spyker Führungskilometer sammelte, musste 2008 in der DTM etwas kleinere Brötchen backen. Im Vorjahres-Audi holte Winkelhock sechs Punkte und Platz zwölf in der Meisterschaft.

Eine enttäuschende Saison durchlitt Bruno Spengler in der DTM. Der gebürtige Kanadier, Vize-Champion 2007, war als einer der Top-Favoriten in die Saison gestartet. Doch nach elf Rennen standen für den Mercedes-Werksfahrer nur zwei Podiumsplätze und Rang fünf in der Tabelle zu Buche.

In der Le Mans-Serie profilierte sich Stefan Mücke: Der Berliner holte im Lola-Aston Martin zwei Podestplätze, darunter Rang zwei beim Saisonfinale in Silverstone. Zudem gewann Mücke mit einem Ex-DTM-Mercedes die tschechische Langstrecken-Meisterschaft.

Alzen mit Ring-Bestzeit

Nicht nach Wunsch lief es bei Ex-DTM-Fahrer Uwe Alzen. Im Porsche Supercup und im Carrera-Cup konnte sich der temperamentvolle Westerwälder nicht wie gewohnt in Szene setzen, in der Langstrecken-Meisterschaft bremsten ihn oft Defekte. Trostpflaster: Beim vorletzten Lauf setzte Alzen im Qualifying mit 8.09,977 Minuten eine Jahresbestzeit für die Nordschleife.

Bevorzugtes Jagdrevier von Claudia Hürtgen war ebenfalls die Nordschleife. Beim 24-Stunden-Rennen lag sie mit ihrem BMW Z4 sogar in Führung, bis der Teamkollege crashte. Ein anderer Nordschleifen-Kenner fuhr in diesem Jahr haupsächlich in Fernost: Christian Menzel holte im Porsche Carrera-Cup Asien den zweiten Gesamtrang. "Für Neulinge ist die asiatische Szene nicht leicht zu verstehen", lautete das Fazit des 37-Jährigen nach einem Jahr in der Fremde.

Kart-Junioren mit Licht und Schatten

Jens Klingmann hatte als Rookie in der heiß umkämpften Formel 3-Euroserie ein hartes Jahr. Saison-Highlight des Formel-BMW-Champions von 2007 war Platz zehn auf dem Nürburgring. Ebenfalls eine eher mühevolle Saison verbuchte Kart-Pilot Marcel Lipp aus Michael Schumachers KSM-Team. Dafür glänzte er im November bei Testfahrten im 143 PS starken Formel Gloria mit der Tagesbestzeit. KSM-Teamkollege Mario Farnbacher feierte in Hahn den ersten Sieg in der Deutschen Challenger Kart-Meisterschaft.

Ellen Lohr ging erneut auf Rallyepfaden zu Werke: Im 275 PS leistenden Gruppe N-Subaru gelangen Lohr aufsehenerregende Driftwinkel. Nochmals deutlich spektakulärer ist das Betätigungsfeld von Armin Schwarz: Der 45-Jährige mischte in diesem Jahr die US-Offroad-Szene mit seinem 650 PS starken BMW-Buggy ordentlich auf. Schwarz und sein Partner Martin Christensen holten bei den fünf Saisonrennen der SCORE-Serie zwei Klassensiege bei den Unlimited Buggies. Dies bedeutete in der Meisterschaft den dritten Platz, mit knappem Rückstand auf die Spitze.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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