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GTE-Klasse beim 24h Le Mans 2012

Aston Martin auf dem Vormarsch

GTE Rennwagen Testfahrten 24h-Rennen LeMans 2012 Foto: XPB Images 29 Bilder

Es gab wenige Überraschungen beim Vortest in Le Mans. Wenn ein Team einen äußerst positiven Eindruck hinterlassen konnte, dann Aston Martin in der GT-Klasse. Auch wenn die Briten nur einen mit Top-Profis besetzten Vantage GTE an den Start brachten, so ließen die Zeiten dennoch aufhorchen.

13.06.2012

Zu Beginn der Tests zum 24h-Rennen in Le Mans 2012 führten Stefan Mücke, Darren Turner und Adrian Fernandez mit einer Rundenzeit von fast exakt vier Minuten das Feld lange an. Am Ende belegte der Aston Martin Vantage V8 in der GT-Klasse für Profifahrer (GT Pro) immerhin noch Platz fünf. Das Schwesterauto mit den Privatfahrern (GT Am) Christoffer Nygaard, Kristian Poulsen und Allan Simonsen markierte sogar die viertbeste Zeit aller GT-Wagen.

Aston Martin im Winter verbessert

Dieser Befund mag für Nicht-Fachleute etwas verwirrend sein, spielte doch Aston Martin mit dem Vantage in der GTE-Klasse in jüngster Vergangenheit eine untergeordnete Rolle. Doch in der Zwischenzeit hat sich viel getan, wie der deutschen Aston-Martin-Werkspilot Stefan Mücke erläutert. "Aston Martin Racing hat das Auto über den Winter in gut 25 Detailpunkten modifiziert, dazu haben wir die Dauerhaltbarkeit massiv verbessert."

Zudem bekam Aston Martin vom Le-Mans-Veranstalter ACO technische Erleichterungen wie einen größeren Heckflügel sowie stärker geweitete Luftmengenbegrenzer für den V8-Motor spendiert.In der Summe brachten die Verbesserungen einen deutlichen Sprung nach vorne.

Schon beim Saisonauftakt beim 12-Stunden-Rennen in Sebring klassierte sich der Werks-Aston im Zeittraining im Vorderfeld und fuhr stundenlang im Spitzenpulk mit, bevor kleinere technische Probleme zum Rückfall führten. Beim ALMS-Rennen in Laguna Seca stand die Aston-Crew sogar auf der der Pole Position und führte das Rennen bis zur ersten Runde der Boxenstopps an. Insofern muss Aston Martin als Geheimfavorit beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans gelten.

Briten mangelt es an Traktion

"Das Auto steht jetzt da, wo wir es mit den zur Verfügung stehenden Mitteln haben wollten", erklärt Stefan Mücke. "Wir haben bei einem ausführlichen Langstreckentest in Sebring noch kleine Probleme identifiziert, wie zum Beispiel leckende Hydraulikleitungen für die Lenkung. Das konnten wir alles vor Le Mans beheben. Generell verlieren wir gegen die anderen GTE-Autos noch bei der Traktion, die können früher ans Gas und sind beim Herausbeschleunigen insgesamt besser. Doch die Pole Position in Laguna hat bewiesen, dass wir auf flüssigen Kursen zu den Wettbewerbern aufgeschlossen haben."

Aston Martin schafft den Anschluss

Vor dem Le-Mans-Vortest lautete die große Frage im Aston-Martin-Camp: Wo stehen wir beim Top-Speed? Der war in der Vergangenheit immer eher schlecht. Mit 287 km/h schlug sich Aston Martin wacker und lag drei bis fünf km/h hinter den Top-Wagen von Ferrari und Corvette, aber in Schlagdistanz. "Wir haben eine gute Balance gefunden, obwohl wir hier mit einem Gurney fahren", so Mücke. Die kleine zusätzliche Kante am Flügel hilft in den Kurven, sorgt aber für erhöhten Luftwiderstand auf den Geraden.

"Le Mans ist bei der Abstimmung immer eine Gradwanderung: Wir müssen einerseits unsere Stärken in den schnellen und flüssigen Kurven aufrecht erhalten, dafür brauchen wir Abtrieb. Gleichzeitig brauchst du gute Top-Speeds für die fünf langen Geraden, da sollte der Luftwiderstand nicht zu hoch sein."

Andererseits warnt Mücke vor voreiligen Rückschlüssen aus dem Vortest: "Ganz ehrlich: Beim Vortest lernt man nicht viel, die Rundenzeiten kann man vergessen. Jeder zieht sein Testprogramm durch, und die Wahrheit sehen wir erst beim Zeittraining. Dennoch bin ich optimistisch, dass wir den Anschluss an den Spitzenpulk geschafft haben."

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