Hülkenberg erster deutscher Formel-3-Eurochampion

Nico Hülkenberg hat als erster deutscher Rennfahrer die Formel-3-Euroserie gewonnen und wie einst Lewis Hamilton beste Werbung in eigener Sache betrieben. Trotz Rang 24 am Samstag (4.10.) in Le Mans stand der Emmericher, der von Michael Schumachers Manager Willi Weber betreut wird, bereits nach dem viertletzten Saisonrennen als Gesamtsieger fest.

"Natürlich stellt man sich den Titelgewinn etwas anders vor. Als ich aus dem Auto gestiegen bin, konnte ich mich gar nicht richtig freuen", verriet Hülkenberg, der am Sonntag im zweiten Rennen in Le Mans nach furioser Aufholjagd von Startplatz 24 immerhin auf Rang acht raste. Der Traum von einem Formel-1-Stammcockpit wird sich für den 21-Jährigen aber vorerst nicht erfüllen.


Der Williams-Rennstall hat ihn auch in der kommenden Saison nur als Test- und Ersatzfahrer hinter dem Wiesbadener Nico Rosberg und dem Japaner Kazuki Nakajima vorgesehen. "Nico Hülkenberg entwickelt sich gut", lobte Teamchef Frank Williams. Die nächste Herausforderung wartet auf Hülkenberg wohl in der Nachwuchsserie GP2. "Es sieht stark danach aus", sagte der Pilot vom Niederrhein. Einen ähnlichen Weg hatte auch Formel-1-Vizeweltmeister Hamilton nach seinem Euroseries-Titel 2005 beschritten.

Sein Erfolg dürfte Hülkenbergs Plänen für ein Cockpit in der Königsklasse förderlich sein. Neben Hamilton fuhren unter anderem auch schon die deutschen Formel-1-Piloten Sebastian Vettel, den Formel-1-Macher Bernie Ecclestone in einem Interview der "Welt am Sonntag" als künftigen Weltmeister bezeichnete, und Adrian Sutil in der Nachwuchsserie. Der Gesamtsieg gelang aber bis zu Hülkenbergs Triumph keinem Fahrer mit dem Kennzeichen D. "Ich brauche ein bisschen Zeit, um zu realisieren, dass ich der neue Champion der Formel 3 Euroserie bin", meinte Hülkenberg. "Der erste Deutsche zu sein, der die weltweit stärkste Junioren-Rennserie gewinnt, ist großartig", sagte der Dallara-Mercedes-Pilot.

Den vorzeitigen Titelgewinn sicherte sich der A1-Grand-Prix-Gewinner von 2006 durch sechs Erfolge in 18 Läufen. Zwei Rennen vor Saisonende - das Finale wird Ende Oktober auf dem Hockenheimring ausgetragen - kann Verfolger Edoardo Mortara Hülkenbergs Vorsprung nicht mehr wettmachen. Im vergangenen Jahr schaffte Hülkenberg bereits Rang drei in der Nachwuchsserie, die 2003 aus der deutschen und französischen Formel 3 hervorgegangen war. Das Samstagsrennen in Le Mans gewann der Franzose Jules Bianchi, am Sonntag feierte der Kanadier Robert Wickens seinen Premieren-Erfolg.

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dpa

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