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Hype um Loeb

Foto: McKlein

Frankreich steht Kopf wegen Loebs Le Mans-Einsatz. Hunderte von Journalisten und 15.000 Zuschauer kamen zum Vortest an die Sarthe, um Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb im Renn-Prototypen zu sehen.

08.06.2005

Schon am Freitag lief der erste TV-Reporter wie ein aufgescheuchtes Huhn durchs Fahrerlager. "Wann kommt Loeb?" fragte er pausenlos. Der Gesuchte war erst für den Sonntag angekündigt. Als der Rallye-Champion am Sonntagnachmittag (5.6.) mit dem Hubschrauber vom WM-Lauf in der Türkei einschwebte, standen Hunderte Menschen Spalier. Mit einer Luftbrücke war der Superstar vom türkischen Kemer nach Antalya, von dort nach Paris und weiter nach Le Mans geflogen worden. Ein Journalist, befragte die beiden Jet-Piloten, die ihn nach Frankreich geflogen hatten. "War das der Flug ihres Lebens?" wollte der Reporter wissen.

Vor der Box des Pescarolo-Teams lauerten 200 Journalisten, allein 20 Kamerateams waren nur wegen ihm nach Le Mans gekommen. Die Tribüne gegenüber der Boxenanlage ist beim Vortest im Normalfall spärlich besetzt. An diesem Tag saßen 15.000 Fans auf den Sitzen, um Frankreichs Mega-Helden zu bewundern.

Loeb enttäuschte die Fans nicht

Dass der ehemalige Kunstturner und gelernte Elektriker ein Ausnahmesportler ist, weiß die Menschheit spätestens seit dem Gewinn der Rallye-Weltmeisterschaft 2004. In der laufenden Saison hat der Elsässer bereits fünf von sieben Rallyes gewonnen. Sein zweiter Titel scheint nur noch Form-Sache und nun das: Loeb gibt auch auf der Rundstrecke eine starke Figur ab.

Erfahrene Kollegen im Pescarolo-Team wie Erci Hélary oder Eric Comas rollen angesichts des Rummels um den Rallye-Kollegen ein wenig mit den Augen. So viel Aufmerksamkeit hat die Grande Nation ihnen nie geschenkt, obwohl sie schon seit vielen Jahren zu den Le Mans-Helden gehören.

Loeb entäuschte die Anwesenden nicht. Um 18:15 Uhr setzte er sich in den Pescarolo-Judd, und ging auf die 13,5 Kilometer lange Strecke, die er bisher nur aus dem Fernsehen und durch ein Computerspiel kannte. Es war erst das zweite Mal, das Loeb den rund 600 PS starken Rennen bewegte, noch dazu regnete es.

Nur drei Sekunden auf den Besten

Loeb fuhr fehlerfrei die ersten Runden, wechselte auf abtrocknender Strecke auf Slicks und beendete seinen schnellsten Umlauf in 3:45 Minuten, nur vier Sekunden langsamer als Emmanuel Collard, der zur gleichen Zeit im Schwesterauto auf der Bahn war. Alle anderen Teams hatten bereits eingepackt, aus Angst unter den schweren Bedingungen ihre Autos zu beschädigen. Erst zwanzig Sekunden vor Trainingsende ging Loeb auf seine letzte Pflichtrunde.

Beide Pescarolo-Autos belegten am Ende die ersten Ränge im Vortest. Seit den Peugeot-Erfolgen 1992 und 1993 ist 2005 das erste Jahr, in dem ein französisches Team beim 24 Stunden-Klassiker siegen könnte. Sébastien Loeb könnte der erste Mensch werden, der sowohl die Rallye-WM als auch Le Mans gewinnt. Rallye-Copilot Daniel Elena ist mehr als zuversichtlich: "Wartet ab, in der Nacht kann Seb zu einer echten Überraschung werden, und wenn es regnet, wird er gewinnen."

"Es ist nicht ganz einfach, am gleichen Tag vom gutmütigen Rallyeauto auf den sehr direkten Prototypen zu wechseln", sprach der Gepriesene nach dem Test. Frankreich hofft nun am 18. Juni auf eine lange Nacht und Regen und auf die Geburt eines neuen Michel Vaillant.

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