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Jacques Villeneuve exklusiv

"Ich bin wieder gefragt"

Jacques Villeneuve Foto: xpb 18 Bilder

Nach 19 Jahren Pause tritt Jacques Villeneuve wieder beim Indy 500 an. Der Indy-Sieger von 1995 qualifizierte sich mit einem Schnitt von 228,949 Meilen pro Stunde (368,479 km/) für die neunte Startreihe. Der Weltmeister von 1997 sprach mit uns über sein Indy-Abenteuer.

22.05.2014 Michael Schmidt
Warum fahren Sie wieder in Indy?

Villeneuve: Die Idee kam mir so um Weihnachten herum. Warum? Weil sich die Gelegenheit ergab. Letztes Jahr habe ich mir wieder IndyCar-Rennen angeschaut. Das hat mir gefallen. Die neuen Autos sehen aggressiv aus, wie Nascar mit offenen Rädern. Tolle Zweikämpfe. Gute Fahrer. Das ist Rennsport pur. Natürlich ist das Indy 500 immer noch ein gefährliches Rennen. Aber nicht mehr so schlimm wie noch vor fünf Jahren. Die Verantwortlichen machen einen guten Job, die Serie wiederzubeleben. Es wird schwierig, wieder den alten Stand herzustellen. Aber sie gehen in die richtige Richtung.

Hat Sie das Schmidt Peterson-Team kontaktiert oder umgekehrt?

Villeneuve: Das Team hat sich gemeldet. Seit ich in der Formel 1 als TV-Experte auftrete und RallyCross fahre, bin ich wieder auf der Landkarte. Wenn du einen Job hast, wollen dich alle. Sonst bist du raus aus dem Geschäft.

Wann sind Sie Ihr letztes Monoposto-Rennen gefahren?

Villeneuve: In Hockenheim 2006, den Grand Prix von Deutschland im BMW.

Und Ihr letztes Ovalrennen?

Villeneuve: Das Brickyard 400 in Indy 2010.

Wie liefen die Vorbereitungen?

Villeneuve: Mitte März war ich zur Sitzprobe beim Team in Indianapolis. Das war cool. Zum ersten Mal wieder in so einer tiefen Position zu sitzen. Ende April stand der "Refresher-Test" an. Wer schon mal in Indy gefahren ist, aber eine lange Pause gemacht hat, muss zur Probe bestimmte Tests absolvieren. Zehn Runden mit einer vorgeschriebenen Geschwindigkeit, dann noch ein bisschen Theorie. Sie sagen dir, dass du einen Helm tragen musst. Also wie in der Fahrschule. Ich war ja 19 Jahre weg vom Indy 500. 

Was war Ihnen in Ihrer IndyCar-Zeit lieber: Ovale oder Rundstrecke?

Villeneuve: Die Ovale. Das war der Ritt auf der Rasierklinge. 1995 bin ich in der Qualifikation drei der vier Runden absolut voll gefahren. Die letzte Runde ist dann ein Eiertanz, weil die Reifen nachlassen. Das war eine harte Nummer damals. Die 500 Meilen haben ganz schön geschlaucht. Auch die Setup-Arbeit war speziell. Du hast eine Feder um 25 Pfund verändert und es sofort am Auto gespürt. Die Rundenzeit blieb gleich, aber du hattest ein besseres oder schlechteres Gefühl. Das brauchst du im Rennen. Vertrauen ist alles in Indy. 

Wollen Sie auch die Straßenrennen fahren?

Villeneuve: Ich würde gerne, habe aber nur einen Vertrag für das Indy 500. Das Angebot kam zu spät, um für die ganze Saison Sponsoren zu finden.

IndyCar will die Zuschauer mit großen Namen zurückgewinnen. Der richtige Weg?

Villeneuve: Absolut. In den USA haben sie nicht den Jugendwahn. Da zählen Sportler noch etwas, die in ihrer Karriere Siege oder Titel erreicht haben. Die Leute wollen sie sehen. In Europa bist du ein Verlierer, wenn du älter als 18 bist.

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