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Jutta Kleinschmidt

"Selten so viel Spaß gehabt"

Foto: X-Raid 6 Bilder

Die Dakar-Siegerin von 2001 erklärt im Interview, warum sie dem VW-Werksteam keine Träne mehr nachweint, warum sie sich bei X-Raid-BMW deutlich wohler fühlt und welche Erwartungen sie an die Dakar 2007 hat.

28.12.2006 Markus Stier

Sie sind in Dubai erstmals mit ihrem neuen Sportgerät gefahren. Sind Sie zufrieden?

Kleinschmidt: "Das bin ich. Wenn ich nicht am ersten Tag durch einen geplatzten Schlauch eine Stunde verloren hätte, wäre auch ein deutlich besseres Ergebnis als der sechste Platz drin gewesen.

Wie stark sehen Sie denn ihren BMW?

Kleinschmidt: "Unser Auto ist im Sand sicher konkurrenzfähiger als auf schnellen, harten Strecken, und in den letzten Jahren war es immer so, dass die Rallye im Sand entschieden wurde. Die anderen Topteams haben richtige Rennautos gebaut. Man darf nicht vergessen, dass die Karosse unseres X3 weitestgehend dem Serienauto entspricht. Wenn es auf hartem Boden richtig schnell wird, haben die Anderen aerodynamische Vorteile.

Sie haben zwar einige Tests gefahren aber außer Dubai keinen Wettbewerb. Ist das Auto überhaupt ausgereift?

Kleinschmidt: "Du musst natürlich Kompromisse machen, wenn du nicht so viel Geld hast. Wenn du statt 30 Millionen nur eine hast, kannst du nicht so auf den Putz hauen.. Trotzdem: Letztes Jahr hat vor BMW noch niemand wirklich Angst gehabt. Ich glaube, das ist jetzt ein bisschen anders.“

Haben sie zwischen Dubai und der Dakar noch einmal testen können?

Kleinschmidt: "Nein, es gab nur noch einen kurzen Rollout und ein paar kleine Änderungen. Wir reden hier aber weniger von der Technik als von der Bedienung des Autos: hier ein Täschchen, da noch ein Netz, die Anordnung der Sandbleche und solche Sachen.“

Was rechnen Sie sich aus?

Kleinschmidt: "Ich hoffe aufs Podium, aber dann muss wirklich alles funktionieren. Aber bei dem hochkarätigen Starterfeld mit 15 Topautos wäre auch ein fünfter Platz sehr gut.“

Wer sind denn für Sie die Favoriten?

Kleinschmidt: "Ganz klar sind die Mitsubishi das Maß der Dinge. Das haben sie mit dem Doppelsieg in Dubai klar gezeigt. Außerdem darf man Schlesser nicht vergessen. Der war in Dubai sehr schnell und ist für mich der Geheimfavorit.“

VW sehen Sie nicht ganz vorn?

Kleinschmidt: "VW ist schwer einzuschätzen, aber für mich haben sie zu viele technische Probleme.“

Aber die Mitsubishi-Fahrer glauben, dass VW erstmals das schnellere Auto haben könnte. Immerhin hat Carlos Sainz in Dubai drei Etappen gewonnen...

Kleinschmidt: "Wenn ich Mitsubishi-Fahrer wäre, würde ich auch so reden. Mitsubishi hat vorn sicher Gas rausgenommen, und wenn du wie Carlos so weit zurückfällst und frei fahren kannst, klar bist du dann schneller.“

Bei VW waren sie in den letzten Jahren in einem Werksteam, wo sich fast alles um Sie gedreht hat. War die Umstellung auf ein kleines Privatteam nach all den Jahren nicht schwer?

Kleinschmidt: "Natürlich war das eine Umstellung und zunächst mal nicht leicht zu akzeptieren. Ich hätte gern bei VW weitergemacht, aber sie haben sich eben anders entschieden. Aber jetzt bin ich eigentlich froh, dass es so gekommen ist. Wenn man mich fragt, ob ich zurück will, sage ich: Nein.“

Warum?

Kleinschmidt: "Ich habe in diesem Jahr mit dem neuen Team sehr gut gearbeitet. Alle Ideen von mir sind bei der Vorbereitung des Autos berücksichtigt worden. Da fühlt man sich doch stolz und viel wohler. Außerdem habe ich in diesem Jahr extrem viel Spaß gehabt und bin sehr relaxed.“

Und dann haben sie auch noch die Spaßmaschine Tina Thörner wieder im Auto...

Kleinschmidt: "Ich bin sehr froh, dass das mit Tina geklappt hat.

Warum haben sich Ihrer beider Wege denn dann überhaupt einmal getrennt?

Kleinschmidt: "Ich bin seitdem deutlich erfahrener und ruhiger geworden. Ich habe damals gedacht, dass der Andi Schulz ein besserer Mechaniker ist als die Tina. Ich war sehr ehrgeizig und dachte eben, dass ich mit dem Andi weiter komme als mit Tina.“

Ist Tina Thörner heute ein besserer Mechaniker?

Kleinschmidt: "Das nicht, aber sie hat andere Qualitäten. Tina ist jemand, der extrem an sich arbeitet. Sie hat nun einiges mehr an Dakar-Erfahrung und ist professioneller geworden. Zudem macht sie diese Persönlichkeitstrainings. Da kann auch ich manches lernen.“

Inwiefern?

Kleinschmidt: "Wenn du im Auto mal hektisch wirst und wieder mal alles willst, ist es schon sehr hilfreich, wenn von rechts ein passender Spruch kommt, der dich wieder runter bringt.“

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