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Kart-Förderung - Schumacher schult den Nachwuchs

Nachwuchsförderung im Kart

Foto: Timo Deck 7 Bilder

Michael Schumachers große Leidenschaft ist der Kartsport. Der Champion gibt sein Wissen gerne an den Nachwuchs weiter – auch an die auto motor und sport-Fahrer Mario Farnbacher und Jason Kremer.

22.03.2010 Claus Mühlberger

Wenn es um die kleinen Flitzer geht, wird Michael Schumacher immer sehr gesprächig. Das war auch vor 20 Jahren nicht anders. "Man braucht sehr gutes Reaktionsvermögen im Kartsport", erklärte der damals noch etwas schüchtern wirkende Formel 3-Nachwuchsfahrer im Jahr 1990 einem Fernsehreporter des Westdeutschen Rundfunks.

Kartfahren ist die beste Schule für Rennfahrer die es gibt

"Man lernt den Umgang mit Slicks und Regenreifen und auch die Abstimmerei des Fahrwerks, also ob es untersteuert oder übersteuert und wie man das behebt. Dieses Wissen kann man auch übernehmen für das Formelfahrzeug."

Zwei Jahrzehnte, sieben Weltmeistertitel und 91 Grand-Prix-Siege später hat sich an diesen Weisheiten im Prinzip nichts geändert. "Für mich ist Kartfahren die beste Schule für Rennfahrer, die es gibt", sagt der 41-Jährige jetzt. "Das Wichtigste generell ist, dass du ein Gefühl für das Set-up bekommst. Beim Kartfahren lernst du, wie wichtig die kleinsten Details sind und dass eine Veränderung dieser Details einen großen Unterschied machen kann. Das brauchst du später in jeder anderen Rennsportklasse.“"

Schumacher ist davon überzeugt, dass die Kids im Kart den rechten Umgang – gemeint ist eine gesunde, aber faire Härte – miteinander lernen. "Das Gefühl für die Zweikämpfe, wie du sie ansetzt, wie du den Kampf Rad an Rad durchstehst – da gibt es nichts Besseres als das Kart", schwärmt er. "Genauso wie die Unterschiede des Streckenbelags, der Reifen, der Linie zu erfahren."

Schumacher fungiert als Berater

Seit zwei Jahren fungiert Schumacher als Berater in dem in Bergheim nahe Köln beheimateten KSM-Kart-Team seiner alten Kumpels Peter Kaiser und Thomas Muchow. Der Name leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der Familiennamen Kaiser, Schumacher und Muchow ab. Wenn er nicht selbst fuhr, stand der deutsche PS-Held rund einem Dutzend hoffnungsfroher Nachwuchsfahrer mit Rat und Tat zur Seite – darunter auch den beiden auto motor und sport-Junioren Mario Farnbacher, 17, und Jason Kremer, 14.

Der siebenmalige Weltmeister zieht eine sehr positive Bilanz der vergangenen Saison. "Bei den Jungs lief es vielversprechend", sagt er. "Mario Farnbacher ist auf dem Sprung ins Formel-Auto, und auch Jason Kremer hat eine gute Saison hingelegt. Mich freut das sehr, denn das zeigt, dass unser Konzept mit KSM Motorsport aufgeht."

Bescheiden räumt Schumacher ein: "Peter und Thomas machen da einen perfekten Job, das Team ist wirklich erfolgreich, und mein Anteil daran ist extrem gering. In der letzten Zeit bin ich wieder häufiger selbst Kartrennen gefahren, was extrem viel Spaß gemacht hat. Ich war phasenweise selbst verwundert, wie gut es lief nach all der Zeit und mit verhältnismäßig wenig Training. Aber offenbar habe ich doch ganz gute Gene."

Farnbacher und Kremer erfolgreich

Während Schumacher jetzt sein Comeback im Motorsport-Olymp, der Formel 1, gibt, steigt Farnbacher auf in die ADAC Formel Masters, in der mit 145 PS starken Monoposti gefahren wird. Die alljährliche Nachwuchssichtung der ADAC-Stiftung Sport schloss der 17-Jährige aus dem fränkischen Lichtenau als Bester ab; dies bedeutet auch finanzielle Unterstützung für sein Debütjahr im Formelsport.

Teamchef Peter Kaiser, der Farnbacher in den letzten drei Jahren betreute, stellt dem 17-Jährigen nach seiner Lehrzeit im Kart ein hervorragendes Abschlusszeugnis aus: "Der Mario scheint ein ganz Guter zu werden. Er ist unheimlich strebsam, und er entwickelte viel Ehrgeiz", sagt Kaiser. Und er fügt hinzu: "Der hat Pfeffer im Hintern." Eine Eigenschaft, die beileibe nicht alle der jungen Talente vorweisen. Da gebe es ab und zu schon auch ein paar Kandidaten, die etwas lustlos wirkten, räumt der erfahrene Team-Prinzipal ein. Bei Farnbacher habe sich dies ganz anders verhalten. "Wir mussten den Mario ab und zu bremsen", rekapituliert Kaiser. "Er musste lernen, dass es reicht, einen Vorlauf auch mal als Fünfter oder Sechster zu beenden, anstatt das Risiko einzugehen, sich abzulegen und dadurch vorzeitig auszuscheiden."

Ein Kränzchen windet Kaiser auch Jason Kremer: "Einer der besten Junioren, die in Deutschland unterwegs waren. Er stellt sich unheimlich gut an." Der 14-Jährige, der seit zwei Jahren bei KSM fährt, gewann unter anderem die DMV-Meisterschaft und den Winterpokal. Jetzt wechselt Kremer in die nächsthöhere Kategorie, die so genannte KF2-Klasse. Teamchef Kaiser ist sich sicher, dass der Realschüler aus Bonn auch dort eine gute Figur macht: "Jason ist auf dem besten Weg, in Farnbachers Fußstapfen zu treten."

Zur Person: Mario Farnbacher

Mario Farnbacher, 17, aus dem fränkischen Lichtenau begann als Sechsjähriger mit dem Kartsport. Der Kfz-Mechatroniker-Azubi entstammt einer Motorsport-Familie: Vater Horst Farnbacher führt ein erfolgreiches Porsche-Rennteam, und sein acht Jahre älterer Bruder Dominik fährt seit vielen Jahren erfolgreich in der American Le Mans Series, zuletzt auf GT2-Sportwagen von Panoz und Ferrari.

Zur Person: Jason Kremer

Jason Kremer, 14, aus Bonn ist schon ein alter Hase im Kartsport. Der Realschüler drehte im Alter von fünf Jahren seine ersten Runden auf der Bahn in Kerpen. Vater Frank Kremer fungiert als "ehrenamtlicher Chefschrauber" am Kart des Sohns. Die nötige Qualifikation bringt der Senior zweifelsohne mit: Frank Kremer besitzt ein Lamborghini-Autohaus und war in den neunziger Jahren selbst erfolgreich in der Deutschen Formel 3-Meisterschaft.

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