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Kissling

Angriff auf die Porsche-Armada

Foto: 24h-rennen.de 98 Bilder

Kissling Motorsport war in den vergangenen Jahren ein Team, das mit Einfallsreichtum und professioneller Arbeit einen Klassensieg nach dem anderen einfuhr. Nun suchte man eine neue Herausforderung und fand sie in einer Corvette. Ziel ist es, den Porsches dieser Welt das Fürchten zu lehren.

30.04.2008

Einsam dreht ein Bolide in orange-blauer Flammenoptik seine Runden auf der Grand Prix Strecke des Nürburgrings. Er hinterlässt einen beeindruckenden Sound und eine Gischtfontäne. Denn das Wetter ist - typisch für die Eifel im April - nasskalt. Beste Voraussetzungen also für ein Roll Out und einen ersten Härtetest für die neue Corvette im Stahlchassis aus dem Hause Kissling Motorsport. Die technischen Daten lassen Konkurrenz für die Porsche Fraktion vermuten: Mehr als sechs Liter Hubraum und an die 600 PS - 580 PS um genau zu sein.

Stefan Kissling bestätigt diesen Eindruck: "Insgesamt wollen wir irgendwann unter die Top Drei, letztendlich also um den Gesamtsieg mitfahren." Gleichzeitig bremst er die hohen Erwartungen ein und gibt realistische Ziele vor: "Wir mussten komplett bei Null anfangen. Die erste Saisonhälfte verwenden wir zum Testen und werden solange weiterentwickeln, bis wir es schaffen, den Porsche Konkurrenz zu machen." Dieser Weg kann bekanntlich lang werden, manche Projekte sind bei diesem Versuch auf der Strecke geblieben.

Warum einfach…?

Wenn das Unterfangen nun so schwierig ist, drängt sich die Frage auf, warum das Risiko eines kompletten Neuaufbaus eingehen, wenn man selbst einen Porsche an den Start hätte bringen können? Die Antwort gibt wieder Kissling: "Porsche kam nicht in Frage, weil wir ein Fabrikat einsetzen möchten, welches beim 24h-Rennen noch nicht so oft vertreten ist." Dies dürfte jedoch nicht das einzige Motiv sein. Der ehrgeizige Kissling, der in den letzten Jahren die Klasse SP3 mit seinem Opel Astra GTC dominierte, sucht eine neue Herausforderung.

Denn den Astra hatte das Team aus Bad Münstereifel bis ans Limit gebracht. Nun wagt man sich aus der 2 Liter Klasse an die großen Kaliber. Doch warum fiel die Wahl auf eine Corvette? Porsche stand, wie bereits erwähnt, nicht zur Diskussion. Opel hat kein Auto in der Produktpalette, das man hätte verwenden können. Ferrari wäre insgesamt zu teuer geworden und Lamborghini gibt es schon. Also, entschied man sich für die Corvette. "So sind wir im Hause geblieben", gibt Kissling ein weiteres Argument. Denn Opel und Chevrolet werden beide von General Motors in Europa vertrieben.

Starkes Auto - Starke Fahrer

Neben einer großen Maschine baut der Klassensieger der vergangenen beiden Jahre auf eine erfahrene und schnelle Fahrerbesetzung. Neben dem Teamchef selbst ist Marc Hennerici als zweiter Fahrer eingeplant, weitere werden folgen. Dieser pilotierte die "Vette" beim Testen um den Grand Prix Kurs und zeigte sich vor allem von einer Eigenschaft begeistert: "Die hat ganz schön Power!", freut sich der Mayener, der im vergangenen Jahr im Land Porsche den Dritten Platz beim 35. ADAC 24h-Rennen belegte. Doch Power ist bekanntlich nicht der entscheidende Faktor beim Langstreckenklassiker. Dies weiß der erfahrene Stefan Kissling selbstverständlich: "Unser erstes Ziel ist es, Haltbarkeit zu entwickeln. Dann können wir nach vorne schauen", beschreibt er die Prioritäten.

Ernsthafte Probleme traten bisher noch nicht auf. Auch wenn nach der einen oder anderen Runde etwas Rauch aus den Radkästen aufstieg, sieht der 34-Jährige noch keine Probleme. "Aber die werden sicher kommen", ist er sich sicher. Diese gilt es dann zu beseitigen, denn beim 24h-Rennen im Mai will man mit einem konkurrenzfähigen Auto starten: "Wir haben für das 24h-Rennen gemeldet, aber wir fahren sicher keine Baustelle". Etwa sieben Wochen verbleiben, um den Wagen herzurichten. Für einen wie Stefan Kissling sollte das reichen.

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