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Le Mans

Ärger um Audi-Sieg

Foto: ACO 22 Bilder

Der mit seinem Team in Le Mans zweitplatzierte Henri Pescarolo schimpft über die Motorenregeln beim 24 Stundenrennen. Der Franzose sieht Dieselautos zum gegenwärtigen Zeitpunkt klar im Vorteil. Der Veranstalter will 2007 Abhilfe schaffen.

19.06.2006 Markus Stier

Erwartungsgemäß streute Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich dem Veranstalter in Le Mans nach dem Sieg seiner Truppe Rosen: "In Le Mans erlauben die Regeln den Einsatz verschiedenster Motoren. Das hier ist die einzige Form des Motorsports, wo du beweisen kannst, dass deine Technologie die richtige ist. Das ist eine der Stärken des ACO-Reglements", lobte Ullrich.

Aus dem Lager der Unterlegenen schallte es nach Audis historischem Diesel-Sieg ganz anders. Henri Pescarolo, der zum zweiten Mal in Folge mit seinem Team Platz zwei hinter Audi belegte, machte seinem Ärger Luft: "Mit diesen Regeln ist es unmöglich, einen Diesel zu schlagen, es sei denn, er bekommt technische Probleme. Wenn der ACO die Regeln nicht ändert, werden Autos wie meine in Le Mans nicht mehr zu sehen sein, weil wir acht oder neun Sekunden langsamer sind als ein Diesel. Es gibt keinen Grund, noch einmal hier anzutreten, wenn du keine Chance hast", sagte Pescarolo gegenüber der britischen "Autosport".

Streitpunkt: Tankvolumen und Restriktorgrößen

Der Streit entzündet sich vor allem am Tankvolumen und an den Restriktorgrößen. Diesel und Benziner fahren mit 90-Liter-Tanks. Dieselkraftstoff enthält bei gleichem Volumen aber elf Prozent mehr Energie als Benzin. Der siegreiche Audi stoppte in den 24 Stunden bei 380 zurückgelegten Runden auf dem 13,6 Kilometer langen Kurs 27 Mal. Der zweitplatzierte Pescarolo-Judd musste weitere fünf Male an die Box, ein Zeitverlust von etwa siebeneinhalb Minuten oder rund zwei Runden. Rennleiter Daniel Poissenot kündigt indessen an, der ACO werde reagieren. 2007 wird die Energiemenge in den Tanks von Dieseln und Benzinern gleich sein.

Pescarolo verlor das Rennen allerdings um vier Runden, denn auch in den Rundenzeiten waren seine benzingetrriebenen Courage-Judd Renner den Audi unterlegen. Pescarolos Vorschlag: "Es ist sehr einfach, man kann an verschiedenen Stellschrauben drehen: Die Restriktorgröße, der Ladedruck oder der Hubraum." Pescarolo gibt die Leistung seines Fünfliter-Judd-V10 mit 645 PS an, an gestand beim Zwölfzylinder Biturbo mit 5,5 Litern Hubraum 650 PS. Allerdings bietet der Diesel ein deutlich höheres Drehmoment.

Henri Pescarolo: "Alle Probleme an einem Auto"

Bei allem Hadern mit den Regelmachern des ACO sucht Pescarolo die Schuld für die Niederlage aber auch beim eigenen Team: "Wir sind natürlich enttäuscht, weil wir nahezu alle Probleme nur an einem Auto hatten. Hier ist es wichtig, dass man lediglich zum Tanken und Reifenwechseln stoppt, so wie bei unserer Nummer 17." Pech für "Pesca": Sein schnelleres Auto war die kränkelnde Nummer 16, die als Fünfte im Ziel einlief.

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