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Le Mans

Sarrazin erklärt die Peugeot-Pleite

Foto: Peugeot 62 Bilder

Stéphane Sarrazín war der Speed-King von Le Mans: Der 32-Jährige Franzose schaffte mit seinem Peugeot 908 HDi FAP die Trainingsbestzeit - mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 247 km/h. Trotzdem reichte es im Rennen nicht zum Sieg.

19.06.2008 Claus Mühlberger

Im Rennen war Sarrazin auf der mehr als 13 Kilometer langen Piste nur um acht Zehntelsekunden langsamer: So etablierte er gleich auch noch einen neuen Rundenrekord. Nach dem Training hatte Sarrazins Peugeot-Team allen Grund zum Optimismus. Die Rechnung, die Peugeot offiziell natürlich nicht aufmachte, klang so einfach - und doch ging sie nicht auf.

Getriebe steckte fest

Bis zu fünf Sekunden waren die Peugeot 908 in Le Mans pro Runde schneller als die Audi R10. Multipliziert mit den 381 Runden, die das Audi-Siegerauto - und auch der Zweitplazierte Peugeot 908 zurücklegte - ergibt dies fast 32 Minuten. Ein riesiges Polster, so sollte man meinen. Doch selbst dieser gewaltige rechnerische Vorsprung genügte den Franzosen nicht, um die Deutschen bei der Langstreckenschlacht endlich zu bezwingen.

Eine Tage nach einem der spannendsten Le Mans-Rennen der Geschichte schritt Sarrazin zur Analyse. "Mein Auto war schnell aus dem Geschäft", sagte er. "Wir hatten schon nach zwei Stunden ein Problem mit dem Getriebe. Es steckte im zweiten Gang fest. Bei der Reparatur haben wir 25 Minuten verloren. Danach gab es Ärger mit der Batterie. Das ist genauso wie die Geschichte mit dem Getriebe zum ersten Mal aufgetreten. Da haben wir wieder 13 Minuten verloren. Danach lagen wir hoffnungslos weit hinten. Da ging nix mehr."

Aber was war mit den anderen beiden Peugeot? "Unser Nummer sieben Auto war nicht fünf Sekunden schneller als die Audi", sagt er und es hört sich so an wie ein unterschwelliger Vorwurf an seine Teamkollegen. "Das hing auch sehr stark davon ab, wer im Auto saß. Die Audi sind fast immer die gleiche Rundenzeiten gefahren wie wir."

Probleme an der Box

"Dazu kamen die Probleme beim Reifenwechseln", ergänzt Sarrazin. "Da haben wir verloren. Audi war bei jedem Boxenstopp zehn Sekunden schneller als wir. Der Fahrerwechsel in unserem Auto ist sehr schwierig. Man braucht beim Anschnallen die Hilfe eines Mechanikers. Das dauert auch ein bisschen. Beim Audi kann man einfach hineinspringen."

Knackpunkt des Rennens sei jedoch die mangelnde Erfahrung der Peugeot-Mannschaft im Regen gewesen, meinte Sarrazin. "Bei der Reifenwahl haben wir oft daneben gegriffen. Das Problem war, dass die Hinterreifen sehr schnell abgebaut haben. Das heißt wir hatten an der Vorderachse ausgezeichneten Grip, aber an der Hinterachse sehr wenig Grip. Die Balance des 908 im Trockenen ist toll, im Regen hat es nicht mehr gepasst. Da haben wir die Hinterreifen viel zu hart beansprucht, Schon nach vier Runden waren die Regenreifen hinten völlig am Ende. Das war irre, das Auto war dann völlig unfahrbar." Auch in Sachen Traktionskontrolle könne man noch lernen, fügte Sarrazin hinzu: "Da sind wir noch nicht da wo wir sein sollten."
 
Unerfahrenheit auf Nässe

Sarrazin läßt durchblicken, dass eine sorgfältigere Vorbereitung seinem Team Peugeot wahrscheinlich den Sieg beschert hätte. "Uns fehlte es einfach an Erfahrung. Wir haben ja kein einziges Mal im Nassen getestet," gibt der Franzose zu. "Nur am Testtag in Le Mans hat es geregnet. Und auch in Jerez sind wir einmal auf bewässerter Strecke gefahren. Das war aber ein Test für Michelin. Wir haben kein Setup herausgefahren. Es wäre besser gewesen, wenn wir es getan hätten. Bei der Regenabstimmung müssen wir noch lernen."
 
Als fairer Sportsmann würdigte Sarrazin aber auch die Leistung des Gegners, speziell die starke Vorstellung von Tom Kristensen. "Ich respektiere Toms Leistung sehr. Er hat achtmal gewonnen, das ist kein Zufall. Er ist der Boss in Le Mans. Und auch McNish ist toll gefahren. Sie machten absolut keinen Fehler." 

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