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Le Mans-Vortest 2015

Porsche fährt Bestzeit

Nissan GT-R LM Nismo - Le Mans-Vortest 2015 Foto: xpb 36 Bilder

Das erste Kräftemessen im Vorfeld des 24h-Rennens von Le Mans Mitte Juni hat Porsche für sich entschieden: Beim offiziellen Vortest setzte Brandon Hartley im 919 Hybrid die Bestzeit. Audi war in Schlagdistanz, Toyota muss noch zulegen – und Nissan war nirgendwo.

01.06.2015 Marcus Schurig Powered by

"Wir haben heute gelernt, dass wir nichts gelernt haben", kommentierte ein altgedienter LMP1-Ingenieur die Zeitenliste des Vortests am Sonntag (31.5.2015), der für alle Teilnehmer des 24h-Rennens die einzige Chance darstellt, konkrete Testerfahrungen auf der Rennstrecke an der Sarthe zu sammeln und Abstimmungsarbeit zu erledigen.

Audi in Schlagdistanz zu Porsche

Der Grund für die begrenzte Aussagekraft: von den 8 Stunden des Testtages fanden nur circa 2.40 Stunden unter trockenen Bedingungen statt, bei zwei Drittel der Testzeit regnete es mal stärker, mal schwächer.

Die geringe Zeitspanne reichte immerhin für ordentliche Rundenzeiten: am frühen Sonntagmorgen lieferten sich die LMP1-Teams von Porsche und Audi ein recht beeindruckendes Duell um die Vorherrschaft in Le Mans. Porsche-Werks-Pilot Neel Jani führte das Zeitentableau nach anderthalb Stunden mit einer Rundenzeit von 3.21,9 Minuten an -  nur zwei Zehntelsekunden über der Pole-Zeit von 2014. Und das bei grüner Strecke und ohne jede Gummiauflage!

Dann kam der Regen, und er blieb auch am Nachmittg ein steter Begleiter, mit Ausnahme eines kleinen Zeitfensters von 1.15 Stunden, wo die Strecke kurzzeitig abtrocknete. Genau in dieser Phase gelang es Porsche-Pilot Brandon Hartley, die Zeit von Jani noch einmal zu unterbieten: 3.21,061 Minuten lautetet die finale LMP1-Bestzeit des Tages.

LMP1-Zeiten auf beeindruckendem Niveau

Die Zeit selbst ist aus mehreren Gründen bemerkenswert: trotz geringer Gummiauflage unterbot Hartley die Pole-Position-Zeit von 2014 um gut 7 Zehntelsekunden. Zweitens waren die GT LM-Autos sowie die LMP2-Prototypen im Schnitt gut 4 Sekunden langsamer als die Qualifying-Zeiten aus den entsprechenden Klassen von 2014.

Zu Deutsch: die Strecke war also gut 4 Sekunden langsamer, die LMP1-Bestzeit aber war fast eine Sekunde besser als 2014! Wieder kochen damit Gerüchte hoch, dass die LMP1-Rennwagen 2015 im Zeittraining eventuell alle historischen Streckenrekorde brechen könnten. Der Bestwert liegt übrigens bei 3.13 Minuten - und stammt aus dem Jahr 1971!

Audi hielt sich in Schlagdistanz zu Porsche: in der ersten Session markierte Audi die Positionen zwei und drei, der Rückstand zu Porsche lag unter einer Sekunde. Damit bestätigten die beiden Hauptprotagonisten Porsche und Audi ihren Speed aus den ersten beiden Rennen zur Sportwagen-WM in Silverstone und Spa - und müssen nun ganz klar als Top-Favoriten für das 24h-Rennen betrachtet werden.

Toyota weit zurück, Nissan auf LMP2-Level

Toyota lag hinter den drei Audi und drei Porsche auf den Plätzen sieben und acht, mit einem Rückstand im Bereich von 4 bis 5 Sekunden. Bei Toyota stellte man aber auch klar, dass man die Zeiten-Rallye an der Spitze ganz bewusst nicht mitgegangen sei und sich stattdessen auf Abstimmungsarbeiten für das Rennwochenende konzentriert habe. Der Abstand von Toyota sollte also in der Rennwoche schrumpfen, andererseits wird Toyota aber den Speed an der Spitze vermutlich nicht mitgehen können.

Der mit Spannung erwartete erste Auftritt der Nissan-LMP1, die auf Grund nicht bestandener Crash-Tests den Saisonvortest in Ricard ebenso auslassen mussten wie die ersten beiden Rennen in Silverstone und Spa, verlief enttäuschend: mit Rückständen von 21 Sekunden (erste Testsession) und 29 Sekunden (zwei Session) lag man in der Mitte beziehungsweise am Ende des LMP2-Feld - doch Nissan startet, um es nochmal zu betonen, in der LMP1-Klasse.

GT-Einstufung sorgt für Empörung

In der GT-Klasse setzte fast schon erwartungsgemäß Aston Martin die absolute Pace, dicht gefolgt von Corvette. Ferrari und Porsche sortierten sich knapp dahinter ein. Bis zum Ende des Trainingstages in Le Mans gab es übrigens immer noch keine klar kommunizierte Balance of Performance.

Angeblich soll sie auf den Einstufungen des WM-Rennens in Austin 2014 basieren. Das würde bedeuten, dass Aston Martin mit einem größeren Restriktor fahren darf, als noch in Silverstone und Spa - was bei Porsche und Ferrari gelinde gesagt für leichte Empörung sorgte. Versuche, die FIA davon zu überzeugen, die BOP nochmal zu überdenken, waren offenbar fruchtlos. Damit gehen Aston Martin und Corvette als klare Favoriten in die Le-Mans-Rennwoche. Wir haben also nicht viel gelernt, aber wenigstens etwas...

Die Bilder vom Kräftemessen in Le Mans und dem ersten öffentlichen Auftritt des Nissans haben wir in unserer Galerie.

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