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LMES

Vanina Ickx auf den Spuren des Vaters

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Von Hessen aus will sich Vanina Ickx in der Männerdomäne Motorsport behaupten. Die Tochter des sechsmaligen Le Mans-Gewinners Jacky Ickx hat in der Sportwagen-Serie LMES sogar Titelchancen.

10.11.2005

Die zierliche Belgierin mit dem großen Namen hat seit dem 1. Oktober der Liebe wegen im Wiesbadener Stadtteil Biebrich Quartier bezogen. "Es ähnelt meiner Heimatstadt Brüssel", begründete die 30-jährige Tochter des Rennfahrer-Idols Jacky Ickx die mit ihrem Freund Fabien Coradin getroffene Wohnungswahl. Am Sonntag soll dem nur 1,55 Meter große und 54 Kilogramm schwere Persönchen auf der Formel-1-Rennstrecke von Istanbul der große Wurf gelingen. Beim Saisonfinale der Le Mans Endurance Serie (LMES) will Ickx den Männern den Auspuff zeigen.

"Mit Köpfchen fahren" hat ihr Vater Jacky mit auf den Weg gegeben. "Aber wenn ich zu viel denke, werde ich langsam. Ohne Hirn baue ich einen Unfall", sieht sich die 30-Jährige in der Zwickmühle. Nach vier Rennen in Spa, Monza, Silverstone und auf dem Nürburgring belegt Ickx nach drei dritten und einem fünften Platz gemeinsam mit ihrem Co-Piloten Martin Short mit 22 Punkten den vierten Rang in der Gesamtwertung. Zum führenden Hayanari Shimoda fehlen fünf Punkte. Der Japaner verunglückte am vergangenen Wochenende bei einem Rennen im australischen Eastern Creek schwer, überstand aber den Einschlag mit 260 km/h nahezu unverletzt.

Erstes Rennen ein PR-Gag

580 PS hat die zarte Belgierin in ihren Dallara Judd auf der Berg-und Talbahn am Bosporus zu bändigen. "Es geht gegen den Uhrzeigersinn, das ist schwierig. Bremsen und Reifen werden extrem beansprucht", erwartet Ickx einen harten Kampf. "Ankommen" lautet das Ziel für das Langstrecken-Rennen für Sportprototypen. Die LMES wurde 2004 gestartet, um die legendären 1.000-Kilometer-Rennen der 70er Jahre wieder zu beleben. Anreiz für die Teilnehmer ist ein Startplatz beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im kommenden Jahr.

Die Gene für das schnelle Autofahren blieben bei Ickx mehr als 20 Jahre versteckt. Sie liebte Pferde, Autos waren langweilig. Ihr erstes Rennen war eher ein PR-Gag, doch die Lunte war gelegt, auch wenn es Vater Jacky erst einmal nicht gern sah. Der ist auch ohne Titel in der Formel 1, aber mit sechs Siegen beim legendären 24 Stunden-Rennen von Le Mans immer noch ein Motorsport-Idol. Einmal teilten sich Vater und Tochter das Steuer bei der Rallye Paris-Dakar.

Vanina Ickx: "Bin halt verrückt"

Ungewöhnliche Dinge wie die Wüsten-Rallye können die studierte Biologin nicht schrecken. Mit 136 km/h raste sie in Frankreich eine Skisprungschanze herunter. Mit einem Ultra-Leichtflugzeug überquerte sie 2002 den Ärmelkanal. "Ich bin halt ein bisschen verrückt", meinte die Belgierin. Ihre motorsportlichen Ziele für das kommende Jahr will sie nicht verraten. "Ich bin abergläubisch", meinte Ickx und lächelte.

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