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Marcel Fässler, Neel Jani, Sebastien Buemi

Drei Schweizer fahren um Le Mans-Sieg

24h Le Mans 2015 - Jani - Fässler - Buemi Foto: Daniel Reinhard 43 Bilder

Das ist einmalig in der Geschichte des Motorsports. Die kleine Schweiz hat drei Siegkandidaten in Le Mans. Marcel Fässler im Audi, Neel Jani im Porsche und Sebastien Buemi im Toyota. Die Drei sind gute Kollegen und Konkurrenten zugleich.

13.06.2015 Michael Schmidt Powered by

Das kriegen nicht einmal große Rennfahrernationen hin. Drei Schweizer sitzen in den drei Top-Autos für die 24 Stunden von Le Mans. Und alle drei haben Siegchancen. Marcel Fässler fährt zusammen mit André Lotterer und Benoit Treluyer im Audi mit der Startnummer 7. Neel Jani teilt sich den Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 18 mit Romain Dumas und Marc Lieb. Und Sebastien Buemi ist mit Anthony Davidson und Kazuki Nakajima die Speerspitze im Toyota TS040 Hybrid mit der Startnummer 1.

Vier Mal so viele Journalisten

Die "1" bedeutet in diesem Fall nicht, dass Buemi das letztjährige Rennen gewonnen hätte. Der Sieg fiel 2014 Marcel Fässler im Audi zu. Schon zum dritten Mal hatte der 38-jährige Routinier aus Einsiedeln Le Mans gewonnen. Seine beiden Landsmänner kennen das Gefühl noch nicht, ganz oben auf der Siegerempore von Le Mans zu stehen. Buemi kam dem Triumph bei größten Langstreckenrennen der Welt aber schon ganz nah. 2013 war er Dritter, im letzten Jahr Zweiter. Und Jani? Die beste Platzierung des 31-jährigen aus Rorschach ist bei insgesamt sechs Einsätzen der vierte Platz 2012 in einem Lola B12.

Das Trio ist in der Schweiz mittlerweile eine große Nummer. Seit drei Jahren geben Fässler, Buemi und Jani zwei Wochen vor Le Mans markenübergreifend eine Pressekonferenz in der Schweiz. "Beim ersten Mal kamen 15 Journalisten. Dieses Jahr waren es schon 60", freut sich Buemi. Fässler ergänzt: "Nachdem Sauber und Brun aus der Sportwagen-Szene ausgestiegen waren, wurde es sehr ruhig in der Schweiz um die Langstreckenrennen. Aber jetzt kehrt das Interesse an der LMP1 langsam wieder zurück." In der Le Mans-Woche sehen sich die drei Eidgenossen nur noch sporadisch. "Bei der Fahrerbesprechung, beim Gruppenfoto und der Parade. Sonst hat jeder von uns ein großes Programm. Da bleibt keine Zeit mehr für Schwätzchen zwischendurch", erzählt Fässler.

Und wie erklärt sich der neunfache Le Mans-Teilnehmer diese einzigartiger Konstellation. "Da ist natürlich auch Glück dabei. Wie überall im Motorsport musst du im richtigen Moment im richtigen Auto sitzen. Dass es ausgerechnet mit drei Schweizern geklappt hat, und dann auch noch bei den drei großen Herstellern, ist natürlich riesig." Der Einmaligkeit des Augenblicks ist sich Jani bewusst: "Wir wissen alle, dass es so etwas noch nie gegeben hat, und vielleicht nie wieder geben wird. Deshalb genießen wir den Moment."

Deutschschweizer verraten nichts

Und wie kommen die drei LMP1-Stars miteinander aus? "Außerhalb der Rennstrecke sind wir gute Kollegen, im Auto Konkurrenten", erzählt Fässler. Das beste Beispiel ist sein Duell mit Jani in Silverstone. Ein atemberaubend Kampf Tür an Tür. Nimmt man da mehr Rücksicht als bei einem anderen Fahrer? "Ich wusste nicht mal, dass Neel im Porsche saß. Ich dachte, es sei Webber", lacht Fässler.

Nach dem Rennen bekam Fässler eine SMS von Jani. "War das ein geiler Zweikampf?" Umgekehrt schickte Fässler in Le Mans eine Glückwunsch-Nachricht an den Trainingsschnellsten Jani. "Du Sack, fahr nicht so schnell." Auch Buemi konnte sich mit dem Landsmann freuen: "Wenn ich es nicht schaffe, dann ist es mir am liebsten wenn Marcel oder Neel vorne stehen."

Buemi ist mit 26 Jahren der Jüngste aus dem Trio. "Trotzdem kennen wir uns seit zehn Jahren. Als ich Formel BMW fuhr, war Marcel gerade in der DTM mit Mercedes unterwegs. Die Rennen fanden bei der gleichen Veranstaltung statt. Neel habe ich beim Red Bull-Juniorprogramm kennengelernt." Nur bei einem Thema sich die schnellen Eidgenossen uneinig. Wie viel verraten sie den Kollegen über ihr eigenes Auto? "Wir diskutieren schon, verraten aber natürlich nicht das letzte Detail", meint Fässler. Buemi widerspricht: "Also mir sagen die nichts. Da sind sie richtige korrekte Deutschschweizer. Wenn man ihnen gesagt hat, dass sie nichts verraten dürfen, dann halten sie sich auch dran." Zur Erklärung: Buemi kommt aus dem französischsprachigen Aigle.

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