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Marcus Schurig zur Terminkollision Le Mans-F1

Grenze zum Schwachsinn

Impressionen - 24h-Rennen Le Mans 2015 - Sonntag - 14.6.2015 Foto: xpb

Das 24h-Rennen von Le Mans und der F1-GP in Aserbaidschan überschneiden sich 2016. In der Motorsport-Szene schüttelt man wegen dieser Terminkollision die Köpfe. Ein Kommentar von sport auto-Chefredakteur Marcus Schurig.

28.10.2015 Marcus Schurig Powered by

Der Weltrat der FIA hat getagt und dabei eine Entscheidung an der Grenze zum Schwachsinn getroffen: Das für 2016 angekündigte Formel 1-Rennen in Baku soll nun am gleichen Wochenende stattfinden wie das 24h-Rennen in Le Mans.

Hülkenberg kann Le Mans-Titel nicht verteidigen

Damit fällt nicht nur das Engagement von Nico Hülkenberg bei Porsche flach, auch der mediale Wert des 24h-Rennens von Le Mans wird geschwächt. Von Zufall kann man in diesem Zusammenhang auf keinen Fall reden, so viel steht fest.

Die Frage lautet: Wer ist für diesen Fuck-up verantwortlich? Folgt man den Äußerungen von hohen ACO-Funktionären, so hat FIA-Präsident Jean Todt versprochen, dass der Le Mans-Termin wie ein Formel 1-Termin gehandhabt wird, sprich: Er ist gesetzt, und es soll keine Überschneidungen mit an deren wichtigen Serien geben, schon gar nicht mit der Formel 1. Das Versprechen datiert aus dem Jahr 2012, als der Intercontinental Le Mans Cup den WM-Status erhielt. Schriftlich fixiert worden ist das Versprechen aber offenbar nie, wie die Weltratsentscheidung nun beweist.

Jean Todt hat nämlich offenbar gar nicht die Macht, diese Zusage einzuhalten. Bernie Ecclestone setzt seine Termine, wie er lustig ist – und ihm ist die Erfolgsstory der Sportwagen-WM suspekt. Wie schon früher tut er alles, um aufkommende Gegner – die in Wahrheit gar keine sind – zu piesacken oder abzuwatschen. Und genau das ist auch hier passiert: Das F1-Rennen in Baku auf den Le Mans-Termin zu legen, ist ein gezieltes Manöver, um die Sportwagen-WM zu schwächen. Dass Bernie dem Sport eine schöne Geschichte versaut, nämlich dass F1-Piloten in Le Mans antreten, interessiert den Briten nicht. Es geht nicht um den Sport – sondern um die Macht.

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