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Rallye Dakar 2013 19 Bilder Zoom

Mühlbergers Dakar Blog (5) : Der französische Ken Block

auto motor und sport-Reporter Claus Mühlberger ist mit dabei, wenn es bei der Rallye Dakar 2013 einmal quer durch Südamerika geht. In seinem Blog liefert er regelmäßig persönliche Eindrücke und Bilder vom Wüsten-Marathon.Teil 5: Guerlain Chicherit - der französische Ken Block.

Guerlain Chicherit ist der französische Ken Block. Er ist auf einem guten Weg genauso populär zu werden wie der Drift-Kaspar aus den USA, der mit seinen (extrem professionellen) Youtube-Videos aberwitzige Klickzahlen erreicht. Nachdem das Thema Driften schon durch Block äußerst kompetent belegt ist, musste sich der Franzose etwas Neues einfallen lassen – den ersten Salto mit einem Auto, eine echte Weltneuheit. Seit ein paar Tagen kann man auf youtube sehen, wie sich der speziell für diese große Zirkusnummer gebaute Mini-Prototyp in die Höhe schraubt.

Salto im Mini

"Die Landung zeige ich allerdings noch nicht in dem Video", grinst der Franzose. "Das spare ich mir auf für Anfang Februar, wenn ich den Salto zum ersten Mal vor Publikum vorführe." Wenn man hartnäckig nachfragt, rückt Chicherit aber dann doch mit ein paar Details heraus. "So etwas hat ja noch niemand probiert. Deshalb konnte ich weder auf Erfahrungswerte noch auf eine Computersimulation zurückgreifen. Also habe ich es einfach probiert. Zunächst bin ich natürlich in einem fünf Meter hohen Luftkissen gelandet." Nach 35 Testsprüngen war es so weit. Absprunggeschwindigkeit und Winkel der Schanze passten endlich perfekt zusammen und Chicherit konnte ernst machen.

Chicherit ist Wüstenspezialist

Was das alles mit der Dakar-Rallye zu tun hat? Ganz einfach: Der Franzose, den alle Welt "Chichi" nennt, gehört zu besten Wüstenfahrern – auch wenn das die breite Öffentlichkeit vielleicht noch nicht so richtig mitbekommen hat. Doch mit seinem zweiten Platz im Tagesklassement der extrem schwierigen vierten Etappe zwischen Nazca und Arequipa zeigte Chicherit, was in ihm steckt. Nach 289 Kilometern war er nur um 36 Sekunden langsamer als Tagessieger Nasser Al-Attiyah im Katar-Buggy, obwohl er mit einem übel verbogenen Querlenker an der Vorderachse kämpfen musste. Links vorne hatte der SMG-Buggy rund 15 Grad Sturz. Oft genügt schon die Hälfte, um einen Fahrer ernstlich zu beunruhigen.

Chicherits Glanzleistung wirft natürlich auch ein Schlaglicht auf die Leistungsfähigkeit des SMG-Buggy. Die französischen Hecktriebler von Teamchef Philippe Gache sind zwar schon eine halbe Ewigkeit bei der Dakar mit dabei. Unter anderen starteten auch Mathias Kahle und Thomas Schünemann mit einem SMG-Buggy.  Sie hatten aber wenig Freude an der damals noch ziemlich unzuverlässigen Technik ihres Gefährts.

Chichi ist auch Freestyle-Ski-Weltmeister

Doch diese Probleme sind nun offenbar weitgehend aussortiert. "Diesmal haben wir vor der Dakar ausgiebig getestet", betonte Chicherit. "Insgesamt rund 6.000 Kilometer in Marokko." Von der Papierform her sind die SMG-Buggys – ebenso wie die Gefährte des Katar-Teams - heiße Kandidaten für Top-5-Platzierungen. Das Sportgerät von SMG bringt gerade mal 1.500 Kilo auf die Waage. Der V8-Motor von Chevrolet sorgt für gute Laune, weil er gut klingt, und weil er gut zieht.

Genauso wie Nasser Al-Attiyah betreibt auch Chicherit zwei Sportarten auf höchstem Niveau. Wenn er nicht durch Wüsten und Pampas streift, treibt er sich auf den steilsten Skihängen der Welt herum. Als Freestyle-Skifahrer – das sind jene Burschen, die sich in 50 Grad steilem Gelände am wohlsten fühlen - brachte er es vier Mal zum Weltmeister.

X-Raid-Teamchef Sven Quandt war lange ein Fan von Chicherit. Viele Jahre fuhr der Franzose BMW-Prototypen aus Trebur und der Teamchef hielt trotz einigen überflüssigen Unfällen an ihm fest. Doch vor zwei Jahren war Schluss mit lustig. Bei der Dakar-Premiere des Mini hatte Chichi, der ohnehin bei Quandt unter besonderer Beobachtung stand, eine klare Aufgabe: "Nicht pushen. Das Auto muss unter allen Umständen ins Ziel kommen." Auf den Wertungsprüfungen hielt sich der Franzose mit irritierend hellen Augen brav an die Vorgabe. Doch am Ruhetag leistete er sich einen legendären Aussetzer, der in der zehnjährigen Geschichte von X-Raid seinesgleichen sucht: Beim Shakedown übersah er eine Welle, der Mini überschlug sich mehrfach, das Aus.

Zu allem Überfluss konnte Sven Quandt das Malheur zunächst nicht kommentieren, da er an einer Lebensmittelvergiftung litt. Doch es gab Konsequenzen: Chicherit fährt seither nicht mehr für X-Raid. Und Quandt hat neuerdings seinen eigenen Koch dabei.

Claus Mühlberger

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Mühlberger

Datum

10. Januar 2013
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