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Porsche 919 Hybrid für die WEC-Saison 2017

Damit will Porsche den Le Mans-Hattrick

Porsche 919 Hybrid (2017) - Sportwagen-WM - WEC - Le Mans Foto: Porsche 18 Bilder

Porsche hat in Monza den 919 Hybrid für die WEC-Saison 2017 vorgestellt. Der Anteil der Neuteile liegt zwischen 60 und 70 Prozent. Die Systemleistung bei rund 900 PS – sagt Porsche offiziell. Es dürfte aber mehr Leistung im Auto stecken.

31.03.2017 Andreas Haupt Powered by

Was Mercedes in der Formel 1 ist, ist Porsche in der Sportwagen-WM: Titelverteidiger, Favorit, das gejagte Team. 2015 und 2016 räumte das Team aus Weissach mächtig ab. Es kamen die Le Mans-Pokale 17 und 18 in die Vitrine. In der Sportwagen-WM angelte man sich nach dem Lehrjahr 2014 im zweiten und dritten Anlauf jeweils den Fahrer- und Herstellertitel. In dieser Saison peilt Porsche den Hattrick in der WEC und in Le Mans an.

Viele Detailmodifikationen am 919 Hybrid

Nach dem Rückzug von Audi gibt es einen Verfolger weniger. Dafür rüstet Toyota auf. Die Japaner schicken 2017 drei Einsatzfahrzeuge zum 24h-Klassiker. Porsche nur zwei. Man ist gewarnt. „Toyota wird 2017 ein sehr starker Wettbewerber in der Top-Kategorie LMP1. Wir werden ihm mit einem akribisch weiterentwickelten Porsche 919 Hybrid und einem souveränen Fahrer-Sextett begegnen“, sagt Porsche-LMP1-Chef Fritz Enzinger.

Porsche 919 Hybrid (2017) - Sportwagen-WM - WEC - Le MansFoto: Porsche

Das Monocoque aus Carbonfaser in Sandwichbauweise, auf dem der Langstrecken-Rennwagen aufbaut, ist das gleiche wie Vorjahr. Ansonsten fassten die Porsche-Techniker den 919 Hybrid gehörig an. Verbrennungsmotor, Elektro-Maschinen, Getriebe an Vorder- und Hinterachse, Elektronik, Reifenmanagement und Aerodynamik wurden in Detailarbeit verfeinert. Das Technikteam um Andreas Seidl entwickelte 60 bis 70 Prozent des Gesamtfahrzeugs neu.

„Das Basiskonzept des 919 Hybrid bietet weiterhin Spielraum zur Detailoptimierung und Effizienzsteigerung. Das Monocoque blieb gegenüber 2016 identisch, alle anderen Bauteile wurden auf ihr Optimierungspotential überprüft und mehrheitlich verändert“, berichtet Seidl, Porsches LMP1-Teamchef und Technikleiter zugleich.

Porsche 919 Hybrid mit mehr Weiß-Anteil

Die Antriebskraft speist der Porsche 919 Hybrid weiterhin aus zwei Quellen. Herzstück ist der Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit Direkteinspritzung, der die Hinterachse befeuert. Der Motor soll knapp 500 PS leisten. Hinzu kommen 400 PS aus Lithium-Ionen-Batterien. Die Systemleistung gipfelt in 900 PS. Sagt Porsche. Es dürfte aber etwas mehr sein. Toyota gibt die Leistung des TS050 Hybrid mit 1.000 PS an.

In der LMP1-Kategorie wiegen die Batterien über 60 Kilogramm. Weil sie über längere Distanzen halten müssen als in der Formel 1, in der die Batterien zwischen 20 und 25 Kilo schwer sind. Die Energiespeicher speist der Porsche 919 Hybrid einerseits über kinetische Energierückgewinnung an der Vorderachse (beim Bremsen). Das Kers füllt die Batterien zu rund 60 Prozent. Den Rest gewinnt Porsche über die Wärmeausdehnung im Abgasstrang.

Zur Abgasenergierückgewinnung sitzt eine kleine Turbine mit variabler Geometrie im Abgastrakt, die mehr als 120.000 Mal pro Minute dreht und einen Generator antreibt, der wiederum den Strom erzeugt. Porsche bleibt weiterhin in der Klasse für 8 Megajoule. Das bedeutet, dass der 919 Hybrid in einer Le Mans-Runde von 13,629 Kilometern diese Energiemenge aus den Batterien einsetzen darf. Der maximale Benzinverbrauch auf eine Runde beträgt dann 4,31 Liter. Die Kraft aus den E-Maschinen leitet Porsche an die Vorderachse, was den Rennwagen zum Allradler macht.

Optisch fällt der größere Weiß-Anteil in der Lackierung auf. Karosserie und aerodynamische Oberflächen wurden weitreichend angepasst und strömungsoptimiert. Die vorderen Radhäuser mit ihren riesigen Leuchten bauen höher, breiter und länger. Sie erinnern an die Version des Audi R18. Die steil angesetzten und voluminös bauenden Radhäuser sollen wie eine Faust Löcher in die Luft schlagen.

Die Flaps an der Vorderpartie passte Porsche an. Ebenso wie den Front-Diffusor. Er muss laut Reglement in diesem Jahr um 1,5 Zentimeter höher bauen. Die Aerodynamiker wollten den Vorderbau des Porsche 919 Hybrid Modelljahr 2017 aerodynamisch unempfindlicher auslegen. Seidl erklärt: „2016 saugte die Frontpartie zu leicht Gummiabrieb von der Strecke auf. Dieser setzte sich fest und störte die Fahrzeugbalance. Das Phänomen wurde analysiert. In der Folge konnten wir die entsprechenden Karosserie-Teile optimieren.“

Porsche 919 Hybrid (2017) - Sportwagen-WM - WEC - Le MansFoto: Porsche

Seitenkästen ähnlich zu einem Formel 1-Auto

In der Profil-Ansicht sticht der Seitenkasten ins Auge, der wie eine Formel 1-Version wirkt. Das Teil ist unterschnitten und fällt von vorn nach hinten moderat ab. Große Einlässe fächern den Kühlern Frischluft zu. Der Lufteinlass im hinteren Radträger wanderte weiter an die Fahrzeugaußenseite. Der Seitenkasten selbst ist an der Flanke auf Höhe des Schriftzuges „Porsche Intelligent Performance“ mit einem kleinen Luftschlitz versehen. Wie es aussieht modifizierte Porsche auch die Endplatten des Heckflügels.

Der Diffusor baut kürzer. Das ist Vorschrift. Die Autos sollen durch die aerodynamischen Eingriffe um 3 bis 4 Sekunden verlangsamt werden. Porsche will das Defizit mit seinen umfangreichen Maßnahmen auffangen. 2017 sind in der Sportwagen-WM nur noch zwei statt drei Aerodynamik-Pakte erlaubt. Das Low-Downforce-Kit wird in Le Mans eingesetzt, dazu bauen die LMP1-Hersteller noch ein Paket für kurvenreiche Pisten. Zwar sind Anpassungen an den Kits in gewissen Rahmen erlaubt, dennoch müssen Porsche und Toyota mehr Kompromisse als zuvor eingehen.

Änderungen gibt es auch bei den Reifen. Die LMP1-Hersteller müssen auf allen Strecken außer Le Mans mit 4 statt 6 Reifensätzen im Qualifying und Rennen auskommen. Dazu kommen 2 Ersatzreifen. Weniger Sätze resultieren in Doppelstints. „Zusammen mit Michelin haben wir uns intensiv vorbereitet, damit wir das Tempo auch bei Doppelstints bis zum Schluss halten können“, sagt Seidl. Porsche reagiert mit Änderungen an der Software für die Traktionskontrolle und das Hybridmanagement, um die Fahrbarkeit zu verbessern, und den Reifenverschleiß zu verringern.

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