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Kein Start 2016 in WEC und Le Mans

Nissan steigt aus LMP1 aus

Nissan GT-R LM Nismo - Le Mans-Vortest 2015 Foto: xpb 20 Bilder

Nissan zieht die Reißleine und hat seinen Start in der LMP1-Klasse für das Jahr 2016 abgesagt. Die Nachricht kommt für Insider nicht unerwartet. Für die Mitarbeiter des LMP1-Programms dagegen wohl schon.

23.12.2015 Andreas Haupt Powered by

Der Nissan GT-R LM Nismo war der Technik-Flop des Jahres. Die Japaner machten bei ihrem Einstieg 2015 in die Topklasse des Langstreckensports alles anders als die Konkurrenz von Audi, Porsche und Toyota. Und fielen dabei auf die Nase.

Nissan gibt auf

Jetzt hat Nissan die Reißleine gezogen. In einem Statement, das der Automobilkonzern am Mittwoch (23.12.2015) veröffentlichte, gibt Nissan seinen Rückzug aus der LMP1, der Topklasse der WEC, bekannt.

"Nissan ist 2015 mit einem innovativen und mutigen Konzept in die LMP1 eingestiegen. Mit dem Ziel, um die vordersten Plätze zu kämpfen", heißt es in der Erklärung. "Das Team hat fleißig daran gearbeitet, die Fahrzeuge auf das angestrebte Performance-Level zu bringen. Jedoch ist das Unternehmen zu der Schlussfolgerung gekommen, dass das Programm seinen Ambitionen nicht gerecht werden wird, und hat sich daher entschieden, sich darauf zu konzentrieren seine langfristigen Motorsportstrategien zu entwickeln." Heißt mit anderen Worten: Nissan hat erkannt, dass man mit dem bestehenden Konzept die Konkurrenz niemals einholen wird.

Das Nissan-Projekt stand von Anfang an auf wackeligen Beinen. Die Ingenieure brachten die radikale Technik bei den Vorsaison-Testfahrten nicht in den Griff. Also entschloss sich Nissan dazu, die ersten zwei WEC-Rennen in Silverstone und Spa auszulassen. Erst in Le Mans kam es zum ersten Rennauftritt des GT-R LM Nismo. Mit erschreckendem Resultat. Auf die Spitzenautos von Porsche und Audi fehlten Nissan zwischen 20 und 25 Sekunden. Der Nissan GT-R LM Nismo war langsamer als die privaten LMP1 und kämpfte gegen die schwächeren LMP2-Autos.

Radikales Frontmotorkonzept gescheitert

Nach der Blamage in Le Mans entschied sich Nissan dazu, die restlichen Rennen abzublasen. Stattdessen rückten die Japaner zu Testfahrten aus, um die Probleme auszusortieren. Die waren zahlreich und konnten nicht gelöst werden. Zumindest nicht in zufriedenstellendem Ausmaß.

Der Motor ist noch der konservativste Part. Dreiliter-Biturbo-V6 mit Direkteinspritzung: Das klang nach keiner schlechten Wahl. Die Position des Aggregats verblüffte dagegen die Konkurrenz. Statt hinter dem Fahrer sitzt der Motor im Nissan GT-R LM Nismo im Bug des Autos. Die Power des Verbrenners fließt an die Vorderräder. Zusammen mit einem 8-MJ-Hybridsystem sollte die Systemleistung bei über 1.400 PS liegen.

Die 8-MJ, die an die Hinterachse geboostet hätten werden sollen, konnte Nissan aber nie rekuperieren, weil die Energiespeicher streikten. In Le Mans trat man daher in der 2-MJ-Klasse an, ohne den Hybridantrieb wirklich zu nutzen. Und ohne funktionierendes Hybridsystem war der Nissan-Renner Fallobst.

Trotz der großen Schwierigkeiten machte die Nissan-LMP1-Abteilung gute Miene zum bösen Spiel. Nach der Le Mans-Schlappe setzte allerdings ein Umdenkprozess statt. Der PR- und Motorsportverantwortliche Darren Cox wurde vor die Tür gesetzt. Designer Ben Bowlby durfte jedoch an seinem Extremkonzept weiterfeilen. Bis kurz vor Weihnachten.

Auch beim endgültigen Rückzug aus der LMP1 soll Nissan keine gute Figur gemacht haben. Wie das Portal roadandtrack.com berichtet, sollen etwa 40 Mitarbeiter per Mail über den LMP1-Ausstieg informiert worden sein. Weil viele der Angestellten aber gerade im Urlaub weilen, hätten sie die traurige Nachricht über die Presse und nicht persönlich erfahren.

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