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Pläne für die Nordschleife

Umbau, weniger PS und Aerodynamik für Topautos

Nürburgring - Nordschleife - Umbau - Quiddelbacher Höhe - Flugplatz Foto: capricorn NÜRBURGRING GmbH 12 Bilder

Die FIA hat angekündigt, die Streckenlizenz für den Nürburgring um 3 weitere Jahre zu verlängern, wenn ein umfassender Sicherheitskatalog bis Saisonbeginn 2016 umgesetzt wird. Die Capricorn Nürburgring GmbH hat im November mit den Arbeiten begonnen. Kurz vor Weihnachten ist die größte Baustelle weitgehend beseitigt. Des Weiteren hat das Präsidium des DMSB weitere Fakten geschaffen. Die Topfahrzeuge werden in ihrer Leistung eingebremst.

23.12.2015 Tobias Grüner, Andreas Haupt Powered by

Erleichterung für alle Nordschleifen-Fans: Der Rennbetrieb auf der längsten permanenten Rennstrecke der Welt kann auch in Zukunft aufrecht erhalten werden. Nach Information der Capricorn Nürburgring GmbH hat die FIA den Lizenzantrag geprüft und den Weg für eine Verlängerung der turnusgemäß auslaufenden Streckenlizenz um weitere 3 Jahre frei gemacht.

Nürburgring wird an 7 Stellen nachgerüstet

Kernpunkt des Lizenzantrags war ein Maßnahmen-Katalog zur Erhöhung der Sicherheit auf der Nordschleife. Die Streckenbetreiber haben einen 3-Stufen-Plan zur Modernisierung der Nordschleife bis 2019 ausgearbeitet. Als Sofortmaßnahme stehen 7 Punkte auf der Liste, die noch bis zum Saisonbeginn 2016 ausgeführt werden sollen:

  • Streckenabschnitt Döttinger Höhe / Antoniusbuche: Errichtung eines zusätzlichen FIA-Schutzzauns zur Abgrenzung der parallel verlaufenden Bundesstraße 258 auf einer Länge von 700 Metern im Hochgeschwindigkeitsbereich.
  • Streckenabschnitt Hocheichen: Errichtung eines Zuschauerrückhaltezauns hinter dem bestehenden FIA-Schutzzaun zur Abgrenzung des parallel verlaufenden Wirtschaftsweges.
  • Streckenabschnitt Quiddelbacher Höhe / Flugplatz: Erneuerung der Fahrbahn auf 500 Metern zur Beseitigung von Bodenwellen. Bereits im Frühjahr waren in diesem Bereich ein FIA-Schutzzaun und ein zusätzlicher Zuschauer-Rückhaltezaun errichtet sowie die Reifenstapel-Kette verlängert worden.
  • Streckenabschnitt Schwedenkreuz: Einrichtung einer Zuschauer-Sperrzone rechts der Fahrbahn und Errichtung eines FIA-Schutzzauns auf der linken Seite.
  • Streckenabschnitt Metzgesfeld: Errichtung zusätzlicher FIA-Zäune und Zuschauerrückhaltezäune für einen erhöhten Zuschauerschutz und einen besseren Schutz des rechtsseitigen Campingbereichs sowie Versetzung der Schutzplanken näher an die Strecke.
  • Streckenabschnitt Wippermann: Schließung der bestehenden Lücke im Zuschauerrückhaltezaun.
  • Streckenabschnitt Stefan-Bellof-S: Errichtung eines zusätzlichen FIA-Zauns direkt an der Fahrbahn hinter der Leitplanke.

Charakteristik der Nordschleife bleibt bestehen

Seit dem 16. November ist die Nordschleife gesperrt. Seither laufen die Sanierungs- und Infrastrukturarbeiten sowie die Umsetzung des 7-Punkte-Plans. Am 3. Dezember haben die beauftragten Firmen damit begonnen, den Streckenabschnitt Quiddelbacher Höhe / Flugplatz zu erneuern. Sie frästen mit ihren Maschinen auf den 500 Metern die Fahrbahndecke bis auf 20 Zentimeter ab. Insgesamt wurden auf einen Fläche von 4.000 Quadratmetern rund 2.000 Tonnen Material abgetragen, das anschließend recycelt und für die Tragschicht wiederverwendet wurde.

Das milde Wetter spielte den Verantwortlichen in die Karten. Kurz vor Weihnachten finalisierten die Bauarbeiter die Arbeiten am Asphalt im betroffenen Streckenabschnitt. Die 20,8 Kilometer lange Bahn ist wieder komplett. Den größten Posten der sieben Umbaumaßnahmen hat der Nürburgring damit hinter sich. Die Fahrbahnebenheit entspreche nun den Anforderungen der FIA, teilte die capricorn Nürburgring GmbH mit. "Prima, dass die Asphaltarbeiten noch vor Weihnachten abgeschlossen werden konnten und die Nordschleife somit wieder komplett ist. Wir liegen mit der Umsetzung unseres Maßnahmen-Katalogs bisher gut im Zeitplan", erklärte Geschäftsführer Carsten Schumacher.

Zu Jahresbeginn 2016 werden in den Streckenpassagen Quiddelbacher Höhe und Flugplatz die Randsteine verlegt. Ab dann wollen sich die Verantwortlichen dem Abschnitt Schwedenkreuz widmen. Mitte März 2016 sollen schließlich alle beschlossenen Maßnahmen umgesetzt sein. Der Maßnahmen-Katalog war Mitte August bei einem Runden Tisch mit Vertretern des Deutschen Motorsport-Bundes (DMSB), des ADAC, des AvD, der Automobil-Industrie, von Veranstaltern, Teams und Fahrern sowie lokalen Behörden abgesegnet worden.

"Mit der Umsetzung der 7 Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit auf der Nordschleife erreichen wir, vorbehaltlich der finalen Inspektion durch FIA und DMSB, die Verlängerung der Streckenlizenz um 3 Jahre sowie die Aufhebung der in diesem Jahr eingeführten Geschwindigkeitsbeschränkungen zum Saisonstart 2016", sagte Schumacher. "Die einzigartige Charakteristik der Nordschleife bleibt bestehen."

Top-Fahrzeuge werden eingebremst

Zusätzlich zum Umbau hat das Präsidium des DMSB weitere Maßnahmen aufgelegt, die Rennen 2016 auf der Nordschleife garantieren sollen. Die Topfahrzeuge (SP7, SP-9/GT3, SP-Pro und SP-X) werden ab dem kommenden Jahr 10 Prozent weniger Motorleistung haben. Auch die Aerodynamik wird beschnitten. Zum Beispiel mit Luftöffnungen in den vorderen Radhäusern und der Festlegung eines Mindest-Bodenabstands. Außerdem werden die Reifenhersteller in die Pflicht genommen. Extreme Mischungen soll es in Zukunft nicht mehr geben. So soll verhindert werden, dass die Autos Jahr für Jahr um mehrere Sekunden zulegen. In die Entscheidungen wurden sowohl die Hersteller als auch die Zulieferer mit eingebunden.

Daneben gibt es neue Vorgaben für den Nordschleifenführerschein (DMSB Permit) sowie geänderte Fahrvorschriften und einen präzisierten Strafenkatalog. Dabei geht es inbesondere um das korrekte Verhalten in Gefahrensituationen (Gelbphase, Doppel-Gelb, Code-60-Zone). Bei Verstößen drohen spürbare Sanktionen wie etwa Zeitstrafen, dem Entzug der Nordschleifen-Permit oder gar ein Verfahren vor dem Sportgericht. Ein zentrales Register des DMSB erfasst zudem schwere Verstöße und hilft dabei, zu offensive Fahrer zu identifizieren.

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