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Öko-Rennsport

Formel 3-Renner fährt mit Schokolade

WorldFirst Formula 3 racing car Foto: University of Warwick 23 Bilder

Es klingt wie ein April-Scherz mitten im Mai: Forscher der Universität Warwick im britischen Coventry haben ein Formel 3-Auto entwickelt, das mit Schokolade fährt und aus Karotten gebaut wurde.

06.05.2009 Tobias Grüner

Natürlich sollte man nicht einfach eine handelsübliche Tafel Zartbitter aus dem Supermarkt in den Tank bröckeln. Der Kraftstoff, mit dem der Bio-Formel 3-Renner läuft, wird nach Angaben der Wissenschaftler aus einer Mischung aus Pflanzenöl und den Abfallprodukten einer Schokoladenfabrik hergestellt. Ein eigens entwickelter Katalysator sorgt nach der Verbrennung für besonders niedrige Emissionen.

Kartoffeln, Rüben, Sojaschaum...

Der eigentliche Clou des auf den Namen "WorldFirst Formula 3 Racing Car" getauften Renners ist aber seine ökologisch verantwortungsbewusste Bauweise. Mit Materialien, die andere in den Kochtopf werfen, haben die Engländer einen Boliden zusammengebaut, der strengsten Sicherheitsansprüchen genügen soll.
 
"Bauteile aus Pflanzen formen den Hauptteil der Karosserie", erklärt Dr. Kerry Kirwan von der Uni Warwick. Beispiele gefällig? Die Außenhaut wurde mit Hilfe von Kartoffelstärke aufgebaut. Das selbst entwickelte Rennlenkrad besteht im Grunde aus Mohrüben und anderem Wurzelgemüse und der Schalensitz wurde aus einer Mischung aus Leinfasern und Schaumstoff auf Sojaöl-Basis hergestellt.

Nur Motor nicht nach F3-Reglement

Nach Angaben der Entwickler, erfüllt der vollwertige Rennwagen trotz der umweltverträglichen Basis alle Anforderungen, die an einen modernen Formel 3-Boliden gestellt werden. Nur der Motor ist noch nicht reglementkonform, da Biodiesel in dieser Klasse einfach nicht vorgesehen ist.

Die Forscher sind sichtlich stolz auf ihr Werk: "Das Projekt macht Schluss mit dem Mythos, dass die Entwicklung umweltverträglicher Autos in der Zukunft auch immer mit Einbußen in der Leistung einhergeht", erklärte Projektmanager James Meredith. Die Hauptmotivation im Forschungszentrum von Warwick habe vor allem darin gelegen, der Industrie zu zeigen, dass der Bau eines "echten grünen Autos" auch praktisch möglich sei.

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