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Opel Astra OPC Cup

Das ist der Langstreckenrenner

Opel Astra OPC Cup, Nürburgring Foto: SB-Medien 10 Bilder

auto motor und sport startete 2013 in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring im Opel Astra OPC Cup. Redakteur Christian Gebhardt berichtet, wie es im Cockpit des 300 PS-starken Markenpokal-Rennwagens und im Fahrerlager zugeht.

04.10.2013 Christian Gebhardt

Sechster Gang, 230 km/h. Zwischen die Stoßstange des Vordermanns und der Schürze unseres Opel Astra passt keine Zigarettenschachtel mehr. Raus aus dem Windschatten und überholen. Keine Zeit für Glücksgefühle, im Rückspiegel flammen schon die Scheinwerfer der Verfolger grell wie ein Stadionflutlicht auf. Einen Wimpernschlag später rauscht die Rennwagen-Meute der Spitzengruppe im Eiltempo rechts und links vorbei.

Eine typische Rennszene aus der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Mercedes SLS gegen Renault Clio, Porsche 911 GT3 gegen Opel Astra, reinrassiger Rennwagen gegen seriennahes Fahrzeug – Überholmanöver im Sekundentakt zwischen 180 teils sehr unterschiedlichen Boliden sind hier das Salz in der Rennsuppe. Dazu gibt’s 24,358 Kilometer langes Kurven-Tabasco. Gekämpft wird auf der Kombination aus Nordschleife und Kurzanbindung des Grand-Prix-Kurs. Mittendrin, statt nur dabei 2013: der von auto motor und sport sowie seinem Schwestermagazin sport auto ein-gesetzte Opel Astra OPC-Rennwagen mit der Startnummer 355.

Renn-Astra mit mehr Leistung und weniger Gewicht

VLN-Piloten sind Samstagsfahrer. Zehn Mal im Jahr trifft sich die Langstrecken-Szene jeweils am Samstag. Der Rennkalender besteht aus neun Vier-Stunden-Rennen und einem Sechs-Stunden-Marathon. Auch wenn im Fahrerlager der bereits seit 1977 existierenden Breitensport-Rennserie nach und nach Wohnmobil und Holzkohlegrill immer professionelleren Renntransportern weichen, erleben in der VLN nicht nur die Piloten den Motorsport hautnah.

Hier gleicht das Fahrerlager nicht wie in der Formel 1 einer Festung. Während auf den Besucherplätzen rund um die Nordschleife überhaupt kein Eintritt gezahlt werden muss, darf jeder Fan zum Schnäppchen-Preis von 15 Euro auch das VLN-Fahrerlager besuchen oder in der Boxengasse den Langstrecken-Rennwagen in den Motorraum linsen. Unter der mit auto motor und sport-Logo beklebten Kohlefaser-Motorhaube unseres Opel Astra OPC entdeckten Ring-Besucher einen 300 PS starken Vierzylinder-Turbomotor. Das auf dem Serienaggregat basierende Zweiliter-Triebwerk leistet im Renntrimm 20 PS mehr als die OPC-Straßenversion. Neben Bratwurst und Dosenbier sorgt eine Rennabgasanlage mit herzhaftem Sound für glänzende Augen bei den zahlreichen Opel-Fans entlang der Strecke.

Motor und Sechsganggetriebe stammen fast unverändert aus dem Straßenmodell. Trotzdem ist der Renn-Astra kein rückgerüstetes Serienfahrzeug, sondern wurde auf einer Rohkarosse durch das opelerfahrene Rennteam Kissling Motorsport speziell für den Ring-Einsatz aufgebaut. Außerdem trägt der Kompaktsportler nun einen Überrollkäfig, einen Schalensitz samt Sechs-Punkt-Gurten und ein einstellbares Rennfahrwerk sowie eine größer dimensionierte Bremsanlage. Dank leergeräumtem Innenraum und verschiedenen Karosserieteilen aus Carbon wiegt die Rennversion mit 1.280 Kilogramm rund 270 weniger als das Straßenmodell.

Neben der Diät helfen dem Opel Astra OPC mit Kriegsbemalung auch seine Nordschleifen-Gene beim Renneinsatz in der Grünen Hölle. "Schon mit dem Serienauto haben wir auf der Nordschleife einen 10.000-Kilometer-Endurance-Test absolviert. Dabei sind wir 532 Runden in neun Tagen gefahren", verrät Volker Strycek, Director Performance Cars und Motorsport von Opel. Der ehemalige DTM-Meister von 1984 war nicht nur für die Entwicklung des Straßenmodells, sondern auch für die Entwicklung des Rennwagens verantwortlich. Auch der Renn-Astra absolvierte in Vorbereitung auf die erste Saison über 7.000 Testkilometer.

Markenpokal mit 20 Fahrzeugen

Doch in Rüsselsheim wollten sie das Rennsport-Comeback von Opel nach dem DTM-Engagement (bis 2005) noch etwas außergewöhnlicher als bloß mit einem Kundenrennsportmodell feiern. Im Juni 2012 entschied sich der Vorstand, auf der Nordschleife einen Markenpokal auszurichten – die Geburt des Opel Astra OPC Cup. Daher kämpfte unsere Startnummer 355 während der VLN-Rennen nicht nur um eine gute Gesamtplatzierung, sondern auch gegen 19 identische Astra-Renner, die in einer eigenen Markenpokal-Klasse gewertet wurden. "Der Astra OPC Cup bietet die Möglichkeit, Motorsport zu überschaubaren Kosten zu betreiben", erklärt Opel-Motorsportdirektor Jörg Schrott. Die ersten 20 Fahrzeuge wurden zu einem Kampfpreis verkauft. Neueinsteiger müssen für den Cup-Astra ab sofort knapp 50.000 Euro bezahlen. Zu diesem Schnäppchenkurs gibt’s bei anderen Herstellern nicht mal eine nackte Rohkarosse.

Einheitliche Technik sowie einheitliche Rennreifen garantieren Chancengleichheit. Die gutmütige Abstimmung des Kompakt-Sportlers treibt den Pulsschlag des Piloten in den 33 Links- und 40 Rechtskurven der Eifel-Achterbahn selten in ungesunde Höhen. Was aber nicht heißen soll, dass der Cup-Astra langweilig zu fahren ist. Vor allem bei Nässe klebt er zum Teil deutlich leistungsstärkeren Gegnern gierig am Heckflügel.

Nach neun VLN-Rennen und unzähligen Nordschleifen-Kilometern im Grenzbereich reichte es für Testredakteur Christian Gebhardt zusammen mit seinen Teamkollegen Maximilian Hackländer und Daniela Schmid für den dritten Rang im Opel Astra OPC Cup 203 - ein toller Erfolg.

Opel Astra OPC Cup

Der Opel Astra OPC Cup startet 2013 in seine erste Saison und wird zunächst bis 2015 laufen. Bisher wurden 22 Cup-Fahrzeuge produziert, sechs weitere Renn-Astra befinden sich im Aufbau (Kosten pro Auto: 50.000 Euro). Der Markenpokal fährt in der VLN-Meisterschaft (neun Vier-Stunden-Rennen, ein Sechs-Stunden-Rennen) mit. Auch beim nicht zur VLN zählenden 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gibt es eine eigene OPC Cup-Klasse.

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