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Paul Newman

Schauspieler und Motorsportler

Foto: dpa 20 Bilder

Er war eine Ausnahmeerscheinung: Auf der Leinwand, auf und neben der Rennstrecke und als generöser Spendensammler. Die Welt trauert um Paul Newman, der am Freitag (26.9.) den Kampf gegen den Krebs verlor.

29.09.2008 Kai Klauder


Paul Newman - der Unbeugsame


Er war ein Leinwand-Idol - verschmitzt lächelnd, gleichermaßen intelligent wie attraktiv. Seine stahlblauen Augen sind legendär. Er wirkte immer sympatisch, auch wenn die Charaktere, die er verkörperte, oft nicht die der Vorzeige-Amerikaner waren. Er war "Der Unbeugsame", jener Häftling, der seinem Gewissen und Herzen folgte, ohne die Konsequenzen seines Handelns zu bedenken. Er spielte den Ganoven Henry Gondorff neben Robert Redford in "Der Clou“, mit dem er auch bei Butch Cassidy und Sundance Kid auf der Leinwand zu sehen war - ein Dreamteam des kritischen Hollywoods. Paul Newman war mehr als 50 Jahre lang Identifikationsfigur des "anderen Amerika".

So wurde bekannt, dass Newman auf Platz 19 von US-Präsident Nixons Feindesliste stand. Dieser Rang bedeutete Paul Newman mehr als seine Oscars und Auszeichnungen, wie er einmal sagte. Er engagierte sich seit den 1960er-Jahren für die Bürgerrechtsbewegung und Abrüstungskampagnen während der Zeit des Kalten Krieges. Er war ein politischer Schauspieler: "Du kannst nicht aufhören, ein Staatsbürger zu sein, bloß weil Du einen Ausweis bei der Schauspielergewerkschaft hast", sagte er - und handelte danach.

Newman gab 2007 bekannt, nicht mehr als Schauspieler aktiv werden zu wollen. Als Grund wurde eine schwere Lungenkrebserkrankung vermutet, die Newman jedoch bis zuletzt bestritt.

Der Philantrop Paul Newman

Während viele seiner Kollegen mit Skandalen, Affären und Entgleisungen auf sich aufmerksam machten, nutzte Newman seine Popularität für seine Stiftungen und gemeinnützige Aktionen. Privat war er seit 1958 glücklich mit Joanne Woodward verheiratet. Die beiden konnten im Januar 2008 ihre Goldene Hochzeit feiern. Drei Töchter gingen aus der Verbindung hervor. Aus seiner ersten Ehe mit Jaqueline Witte hat er zwei weitere Töchter.

Paul Newman war ein Mensch, der sich wie kaum ein anderer seines Glückes bewusst war und mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versuchte, Ausgleich und Gerechtigkeit zu schaffen. Er engagierte sich mit starkem persönlichen und finanziellen Einsatz für krebskranke Kinder: Mit den erwirtschafteten Gewinne seiner Lebensmittelfirma Newman’s Own Foundation - mehr als 250 Millionen US-Dollar bisher - förderte Paul Newman mit seiner Frau Joanne Woodward viele gemeinnützige Organisationen. Als 1978 sein einziger Sohn Scott aus erster Ehe an einer Überdosis Heroin starb, gründete er die Scott Newman Stiftung, die gegen Drogenabhängigkeit von Jugendlichen kämpft.

Der Rennsportfanatiker Paul Newman

Neben dem sozialen Engagement und der Schauspielerei war der dritte Fixpunkt im Leben des Paul Newman der Motorsport. Er spielte nicht nur in Motorsportfilmen mit, er lebte den Motorsport mit jeder Faser seines Körpers. Jedem Motorsport- und Filmfreund wird Newmans Darstellung des Frank Capua in Winning (auf Deutsch: Indianapolis - Wagnis auf Leben und Tod, 1969) in Erinnerung bleiben. Es war bei den Dreharbeiten zu diesem Film, als Newman seine Liebe für den Rennsport entdeckte, mehr aber noch sein Talent, schnell und sicher mit Rennwagen umzugehen. Fortan beteiligte sich Newman immer öfter bei Rennveranstaltungen; eine Leidenschaft, die er mit seinem Schauspieler-Kollegen Steve McQueen gemein hatte. Seinen größten Erfolg als Fahrer erzielte Newman 1979 beim legendären und prestigeträchtigen 24 Stunden-Rennen von Le Mans. Zusammen mit dem Kölner Rolf Stommelen belegte er auf einem Porsche 935 Rang zwei. Auch beim 24-Stunden-Langstreckenklassiker in Daytona war Newman mehrfach erfolgreich. Noch als 70-Jähriger wurde er 1995 mit seinen Teamkollegen Dritter im Gesamtklassement und siegte in seiner Klasse.

Erfolgreicher Rennstallbesitzer

Noch erfolgreicher war Newman als Teamchef des Newman/Haas-Teams. Sein Rennstall, den er zusammen mit dem Chicagioer Rennwagen-Importeur Carl Haas führte, ist in der ChampCar Serie mit 8 Titeln Rekordhalter. Viele bekannte Rennfahrer fuhren in Newmans Team: Nigel Mansell (Titel 1993), Sébastien Bourdais (der Franzose holte in der ChampCar-Serie von 2004 bis 2007 vier Jahre in Folge den Titel), Mario Andretti (Titel 1984), Michael Andretti (Titel 1991), Cristiano da Matta (Titel 2002), Teo Fabi und Christian Fittipaldi.

Bis ins hohe Alter streifte Newman seinen Rennanzug über - meist zum Spaß zwar, aber doch mit sportlichem Ehrgeiz. 2005, mit 80 Jahren gewann Newman beim Kartfahren gegen den Talkmaster Jay Leno - ebenfalls Auto-verrückt - bei einem Auftritt in dessen Show.

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