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Peugeot 307 WRC

Hohes CC

Foto: Daniel Reinhard 8 Bilder

Na gut, er hat die Schweden-Rallye nicht gewonnen. Aber das lag dieses Mal nicht am Auto sondern am Fahrer. So fuhren wir eben den Fast-Sieger des zweiten WM-Laufes, den Peugeot 307 WRC.

15.02.2005

"Ob der 307 CC ein ideales Sportgerät ist, wollen Sie wissen?“ jaulte der Technische Direktor Michel Nandan. "Nein, natürlich nicht. Die Karosserieüberhänge vorn und hinten sind viel zu lang. Die Entscheidung für den 307 WRC wurde von den Marketingleuten getroffen.“ Mit dem Vorgänger 206 holten die Fahrer aus dem Löwen-Team fünf Titel. Derart erfolgreich war der 307 WRC bislang nicht. Nach 18 WM-Rallyes steht lediglich Grönholms Heimsieg bei der 1000-Seen-Rallye 2004 auf der Haben-Seite. Den möglichen Sieg in Schweden 2005 warf der Finne am letzten Tag durch einen Überschlag weg.

Der Neuling sucht jetzt das Kupplungspedal. Es kuschelt sich ganz eng an die linke Seitenwand, so wie die Feststellbremse in einem Mercedes. Dafür ist das Bremspedal – ganz im Sinne kommoden Linksbremsens – überdimensioniert. Auch die Schaltung ist ungewöhnlich: Zwei miteinande verbundene Ringe am Lenkrad ersetzen den Schalthebel. Ziehen mit den Fingerspitzen bedeutet Hochschalten, durch Drücken mit den Daumen gibt man den Befehl zum Runterschalten.

Auf Schotter 3,5 Sekunden von null auf Hundert

Der erste Gang rastet mit lautem Klacken ein. Der 307 schüttelt sich ein bisschen. Nandan gibt seine Anweisungen: "Vollgas bis in den Begrenzer und dann einfach die Kupplung loslassen.“ Der samt Besatzung immerhin rund 1,4 Tonnen schwere 307 kommt aus den Startlöchern, als würde er von einem riesigen Katapult abgeschossen. Die Köpfe der Besatzung schnalzen nach hinten. "Wir haben die Beschleunigung noch nie gemessen“, beteuert Nandan. Insider wissen aber, dass selbst auf Schotter eine Zeit von 3,5 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h realistisch ist. Blitzartig werden die Gänge nachgeladen.

Einen Drehzahlmesser sucht man im 307 übrigens vergebens: Grell aufblitzende Lampen geben das Signal zum Schalten. Der 307-Pilot merkt aber auch so, wann es Zeit ist zum Gangwechsel. Denn der Vierzylinder-Turbo legt sich zwar unten herum mächtig ins Zeug, drehfreudig ist das Triebwerk aber nicht. Ab 5.500 Umdrehungen wirkt es zäh. Der Air-Restrictor mit 34 Millimeter Durchmesser verursacht Atemnot. "So sind kaum mehr als 300 PS drin“, sagt Nandan. "Wir arbeiten aber immer noch daran, das Drehmoment und die Fahrbarkeit zu verbessern.“

Zickiges Handling

Mindestens 600 Newtonmeter beträgt der Drehmoment-Bestwert. Dank dieser Bärenkräfte des Motors fällt es selbst dem 307-Neuling erstaunlich leicht, in den engen Kurven der Schotter-Teststrecke saubere Drifts hinzulegen. Doch bei höherem Tempo wirkt das Handling des 307 zickig: Leichtes Gaslupfen und sanftes Zupfen am Lenkrad genügen, schon tänzelt das Heck unternehmungslustig hin und her. Und zwar weitaus mehr, als es vielen Fahrern lieb ist. Der 307 verlangt vollste Konzentration.

Neben Hydraulik- und Getriebepannen war es auch den zappeligen Fahreigenschaften war zuzuschreiben, dass Peugeot mit dem 307 WRC bisher nicht an die großartigen Erfolge des Vorgängers anknüpfen konnte und 2004 nur Platz vier in der Marken-WM belegte. Ende 2005 steigt Peugeot, ebenso wie die Konzernschwester Citroën, aus der WM aus. Die ehrgeizigen Peugeot-Sportler sind sich einig: Zum Abschied muss noch mal ein WM-Titel her.

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