Rallye Dakar 2012: Peterhansel feiert zehnten Dakar-Sieg

Rallye Dakar 2012

Für Stéphane Peterhansel wurde der 10. Dakar-Triumph zur Pflichterfüllung. Auch ein deutscher Beifahrer durfte sich freuen. Dirk von Zitzewitz lotste seinen Fahrer Giniel de Villiers in Südamerika geradewegs aufs Podest.

Auf den letzten Kilometern zur großen Feier in Lima musste es sich Dirk von Zitzewitz selbst immer wieder sagen: "Es ist wirklich wahr! Platz drei!" Zusammen mit seinem südafrikanischen Dauer-Piloten Giniel de Villiers sorgte der Karlshofer für die große Überraschung bei der 33. Auflage der Rallye Dakar. Im eigentlich unterlegenen und privat eingesetzten Imperial Toyota schaffte es das Duo aufs Podest.

Von Zitzewitz übertrifft eigene Erwartungen

"Erst in dem Moment, in dem man die letzte Zeitkontrolle erreicht, fällt die immense Anspannung der letzten Wochen mit einem Schlag von einem ab und man empfindet stattdessen die pure Erleichterung und Freude", meinte von Zitzewitz nach der 29 Kilometer langen finalen Wertungsprüfung am Sonntag. "Wir haben die Erwartungen bei weitem übertroffen", sagte der mehrfache ehemalige deutsche Enduro-Meister und verneigte sich vor seinem "unfassbar motivierten Team".

Nach weit über 7.000 Kilometern machten die Sieger von 2009 auch einen Dreifacherfolg des X-Raid-Teams zunichte. Die Mannschaft aus dem hessischen Trebur hatte dennoch im Ziel in Lima allen Grund zur Freude: Rekordgewinner Stéphane Peterhansel feierte seinen 10. Dakar-Sieg - sechs Mal mit dem Motorrad, viermal mit dem Auto - vor seinem spanischen Teamkollegen Joan Roma. Beide waren jeweils in einem Mini unterwegs.

In der Motorradwertung brachte der Franzose Cyril Despres seinen Vorsprung nach der vorletzten Etappe souverän ins Ziel. Sein ärgster Widersacher, Marc Coma, hatte sich am Samstag verfahren und zudem über technische Probleme geklagt. Im Dauerduell der beiden führt Despres nun mit vier Dakar-Siegen vor dem dreimaligen Gewinner Coma.

Unfälle überschatten Dakar 2012

Bei allem Jubel zum Schluss dürfen die schrecklichen Nachrichten vor allem zu Beginn der vierten Auflage in Südamerika nicht vergessen werden. Gleich zum Auftakt war Motorradpilot Jorge Martínez Boero aus Argentinien tödlich verunglückt. Es folgten weitere schlimme Unfälle, teilweise waren es Kollisionen mit Tieren, teilweise wurden die Fahrer Opfer der Strapazen.

Ein Vater stürzte dann auch noch mit seinem Sohn in einem Ultraleichtflugzeug ab, als sie den Dakar-Tross aus der Luft beobachten wollten. Beide kamen ums Leben. Insgesamt forderte die Dakar seit ihrer ersten Austragung 1979 rund 60 Todesopfer.

Gefahr und Unglück auf der einen Seite, Abenteuer und sportliche Meriten auf der anderen. So wie für Zitzewitz und seinen Partner de Villiers. Dreimal wurde sie Etappendritter, einmal -zweiter. Der nur wegen seines Einspruchs noch mitfahrende NASCAR-Star Robby Gordon aus den USA kam im bulligen Hummer trotz des Siegs auf der letzten Etappe im Klassement nicht mal in Reichweite. Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah aus Katar hatte mit dem zweiten Hummer nach einem technischen Defekt bereits auf der neunten Etappe aufgegeben.

Von Zitzewitz, dessen Motorsport-Karriere auf zwei Rädern begann, ließ sich im wahrsten Sinne nicht vom Weg abbringen. Der Karlshofer navigierte seinen Piloten sicher durch das peruanische Dakar-Neuland mit unberechenbaren Dünen. Am Ende betrug der Vorsprung auf Platz Platz vier fast eine Stunde.

7.000 Kilometer bis Lima

Gesamtsieger Peterhansel war - wie zu erwarten - für das Toyota-Gespann allerdings zu weit weg. Nach der vierten Etappe übernahm der Franzose die Führung und gab sie nicht mehr ab. Fünf Tageswertungen und damit deutlich mehr als ein Drittel entschied er für sich.

Von den 14 angesetzten Etappen wurden 13 gefahren. Wegen Regen und Schnees war die sechste Etappe abgesagt worden. Am Ende hatten alle im Ziel dennoch weit über 7.000 Kilometer hinter sich gebracht - im Fall von Zitzewitz führten sie zur eigenen Überraschung aufs Podest: "Dritter Platz, das war unser unrealistischer Wunschtraum."

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dpa

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