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Analyse des Unfalls beim Dakar Prolog 2016

Überforderte Rallye-Anfängerin?

Guo Meiling - Dakar 2016 Foto: X-Raid 15 Bilder

Schon beim Prolog zur Rallye Dakar 2016 ist es zu einem schweren Unfall gekommen. Ein Fan schwebt in Lebensgefahr, nachdem eine Mini-Pilotin vom Weg abgekommen war. Was war der Grund für den folgenschweren Ausrutscher der chinesischen Dakar-Debütantin?

04.01.2016 Claus Mühlberger

Die Dakar-Rallye 2016 steht unter keinem guten Stern. Am Samstag (2.1.2016) wurden beim Prolog 10 Zuschauer verletzt, als die Chinesin Guo Meiling, 47, die Kontrolle über ihren Mini Prototyp verlor und in die Menge raste. Unter den erfassten Fans befinden sich 2 schwerverletzte Personen. Eine davon schwebt in Lebensgefahr.

Dakar-Unfall im gesicherten Bereich

Die Zuschauer standen in einem vom Veranstalter als "Fan-Zone" ausgewiesenen Areal. Schon wenige Stunden nach dem Unglück tauchten Amateur-Aufnahmen im Internet auf. Die Videos sind zwar stark verwackelt, man kann aber dennoch gut erkennen, dass sich die Zuschauer nicht leichtsinnig verhielten.

Sie standen am Rand eines breiten Schotterabschnitts, offenbar einige Meter neben der Straße. Auf den Videos ist zu sehen, dass der orangefarbenen Mini der Pharma-Unternehmerin aus Peking plötzlich nach rechts abbog, scheinbar grundlos.

Doch seitliche Fotoaufnahmen zeigen, dass das Heck des Mini unmittelbar vor dem Unfall ausgehoben wurde. Während die Vorderräder schon wieder Bodenkontakt hatten, war das Heck noch fast einen Meter hoch in der Luft. Das so genannte "Kicken" des Hecks ist ein Phänomen, das alle Rallyefahrer fürchten.

"Wenn das passiert, darf man auf keinen Fall bremsen", sagt der zweifache Dakar-Sieger Nasser Al-Attiyah. "Im Gegenteil, man muss kräftig Gas geben." Nicht unmöglich, dass Meiling, die zum ersten Mal in einem 330 PS starken Prototyp bei der Dakar startete, falsch reagierte.

Dakar-Mini kein Auto für Rallye-Anfänger

"Der Unfall ist auf einer ganz normalen Schotterstraße passiert, wo man ohne Probleme im sechsten Gang entlangfährt", wunderte sich Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah, der ebenfalls einen Mini pilotiert. "Ich konnte nichts Besonders erkennen. Und auch im Roadbook war keine Gefahrenstelle vermerkt. Aber wenn ich das Fotos sehe, kann es nur eine Erklärung für den Unfall geben: Ich denke, dass die Chinesin schon zuvor etwas aus der Spur geraten ist."

Nachdenklich fügt Al-Attiyah hinzu: "Der Mini-Prototyp ist definitiv kein Auto für Rallyeanfänger. Soviel ich weiß ist die Chinesin zuvor nur bei ein paar kleinen Veranstaltungen gestartet, aber auch nicht in einem Mini, sondern in einem Pickup. Ich möchte aber ausdrücklich hinzufügen, dass es mir nicht um Schuldzuweisungen geht. Es tut mir extrem leid, was passiert ist. Mein Mitgefühl gilt natürlich in erster Linie den Verletzten, aber auch der chinesischen Fahrerin."

Team will Unfall-Ursache auf den Grund gehen

Für Mini-Teamchef Sven Quandt sind noch viele Fragen offen. "Zum Beispiel: Hat sich die Piste verändert? Meiling war ja erst als 60. auf die Strecke gegangen. Noch kann niemand genau sagen, wie es passierte. Aber sobald wir das Auto von den Behörden zurückbekommen, werden wir den Unfall anhand der Datenaufzeichnung sehr exakt analysieren."

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