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Rallye Dakar 2016

Vater-Sohn-Gespann im Wüsten-Einsatz

Rallye Dakar - Schröder Foto: Schröder

Unter den Teilnehmern der Rallye Dakar 2016 ist auch ein deutsches Vater-Sohn-Gespann. Wir stellen Ihnen die Schröders und ihnen Nissan Navarra genauer vor.

05.01.2016 Claus Mühlberger

Im Biwak von Termas de Rio Hondo trugen alle Autos eine dicke Schlammkruste, viele Fahrer sahen aus wie Erdferkel. Die Mechaniker kärcherten im Akkord, die Waschmaschinen liefen auf Hochtouren. Das Klassement wurde so heftig durcheinandergewürfelt, als wäre auch die Ergebnisliste in den Schleudergang geraten.

Während das sich Peugeot-Team über den ersten Dakar-Etappensieg seit 1990 freute, handelten sich zwei der 4 Top-Mini sich schon auf der ersten richtigen Wertungsprüfung einen kaum noch aufzuholenden Rückstand ein. Nani Roma, der Dakar-Sieger von 2014, und Orlando Terranova, 2015 vierfacher Tagessieger, fuhren sich in der gleichen Schlammkuhle fest. Der Argentinier verlor eine halbe Stunde, der Spanier büßte sogar 46 Minuten ein. Eine halbe Ewigkeit. Schuld war El Nino. Das Wetterphänomen sorgte auch im Norden Argentiniens für ungewöhnlich viel Regen und somit für fast unpassierbare Straßen. Die erste Prüfung wurde deswegen abgesagt, andere erheblich verkürzt werden.

Zweite Dakar-Rallye für Schröder-Familie

Ein deutsches Privatfahrer-Team kam unbeschadet durch das Schlamassel. Das Vater-Sohn-Team Jürgen und Daniel Schröder sorgte mit Platz 26 im Gesamtklassement für eine positive Überraschung. Der 57-Jährige Ingenieur und Unternehmer (PS-Lasertechnik) und sein 26-Jähriger Sohn fahren die Dakar zum zweiten Mal zusammen im Auto, einem Nissan Navara Pickup-Prototyp mit 390 PS starken Fünfliter-V8. "Ich habe das Auto für 220.000 Euro in Südafrika gekauft", sagt Schröder Senior. Ein guter Deal: Ein Mini Countryman All 4 wird für das Vierfache gehandelt, mindestens.

Die Schröders kommen aus Thedinghausen bei Bremen und wie es sich für waschechte Norddeutsche gehört, nahmen sie ihr Topergebnis am ersten Tag eher unterkühlt zur Kenntnis. "Jooo, wir hatten praktisch keine Probleme", brummte Jürgen Schröder, 57, zwischen zwei tiefen Zügen von der Lucky Strike. "Ich wusste ja, dass es durch den Schlamm geht und habe mir von meinem Teamkollegen extra für diesen Tag entsprechende Reifen besorgt." Anders als die Profis, die nur A/T-Reifen (All Terrain) verwenden dürfen, ist es bei den Amateuren zulässig, auch mit M/T-Reifen (Mud Terrain) zu starten. Die Schröders nutzten diese Regel clever aus.

Vater-Sohn-Gespann im Cockpit

Jürgen und Daniel sind alte Dakar-Hasen. "Ich fuhr früher viel Motorrad, und da habe ich eines Tages Alfie Cox kennen gelernt." Der ehemalige Bike-Profi aus Südafrika und der deutsche Unternehmer freundeten sich an. "Vor zehn Jahren habe ich Alfie vorgeschlagen: Lass uns doch mal zusammen die Dakar fahren, mit dem Bike. Alfie war von dieser Idee nicht begeistert. Er zeigte mir ein paar Porträtfotos: Alles Freunde von mir, alle tödlich verunglückt mit dem Bike."

Schröder lenkte ein: "Also gut, dann nehmen wir ein Auto." Viermal fuhren die beiden zusammen, dann wechselte Schröder Senior auf den Fahrersitz, mit dem Sohn auf dem heißen Stuhl. Daniel Schröder seinerseits zeigte als Motorradfahrer sehr respektable Vorstellungen bei der Dakar. 2012 kam er als 20. ins Ziel und gewann die Amateurwertung.

Mit dem Papa zusammen im Auto, kann das gut gehen? "Naja," sagt Daniel Schröder. "Manchmal wird es schon hektisch, und dann kann es schon mal vorkommen, dass wir uns anbrüllen. Aber im sobald wir im Biwak sind, ist das alles vergeben und vergessen. Und selbst wenn wir mal richtig Stress haben sollten würde er mich nie aus dem Auto schmeißen. Wir sind und bleiben Vater und Sohn."

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