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Rekordrunde von Neel Jani

"Risiko in Le Mans ist richtig Risiko"

Porsche 919 Hybrid - Startnummer #18 - 24h Rennen Le Mans - 1. Qualifying - Mittwoch 10.6.2015 Foto: Porsche 43 Bilder

Neel Jani hat den Porsche 919 Hybrid mit einer Zeit von 3.16,887 Minuten auf die Pole Position für die 24 Stunden von Le Mans gestellt. Der Schweizer war damit schneller als von der Simulation angekündigt. Obwohl er auf seiner schnellen Runde zwei Autos überholen musste.

13.06.2015 Michael Schmidt Powered by

Der alte Rekord von Le Mans stand bei 3.18,513 Minuten. Er war sieben Jahre alt, gehalten von Peugeot. Basis ist die Streckenlänge von 13,629 Kilometern. Allzeit-Vergleiche in Le Mans sind immer schwierig. Weil sich die Strecke so oft geändert hat. Früher ging es von Arnage bis zu Start und Ziel praktisch nur Vollgas. Lediglich unterbrochen durch Maison Blanche, jene berüchtigten superschnellen S-Kurven in einer Ortschaft. Heute ist dieser Bereich mit elf Kurven bestückt, darunter eine langsame Doppel-Schikane zum Schluss.

Der neue schnellste Mann von Le Mans heißt Neel Jani. Und das Auto das er fährt, ist ein Porsche 919 Hybrid. Der 31-jährige Schweizer unterbot die alte Bestzeit um 1.626 Sekunden. Seine Zeit von 3.16,887 Minuten bedeuten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 249,2 km/h. Er war damit schneller, als es die eigene Simulation vorhergesagt hatte: "Sie lag ungefähr bei 3.18 Minuten."

Zwei langsame Autos im Weg

Jani fand nicht einmal optimale Bedingungen für seine Bestzeit vor. "In einer der Schikanen auf der Hunaudieres-Geraden bin ich auf ein LMP2-Auto aufgelaufen. Und in der zweiten Indianapolis-Kurve stand eine Corvette im Weg. Ich musste mich ganz innen vorbeibremsen und habe dabei viel Geschwindigkeit am Kurvenausgang verloren. Das hat gleich ein paar Zehntel gekostet."

Der schnellste Porsche-Pilot schränkt aber auch ein: "Ich kann nicht sagen, ob ich Sektor 1 noch mal so perfekt hinkriege, wie in dieser Runde." Dazu kommt: Die Strecke war nicht ideal. Zu grün, wie die Rennfahrer sagen. Also wenig Grip. Die Einschätzungen, wie viel Zeit das gekostet hat, gehen weit auseinander. Je nachdem, wen man fragt, zwischen zwei und vier Sekunden. Die Augen des sechsfachen Le Mans-Teilnehmers leuchteten noch einen Tag danach: "Jetzt sind wir schon richtig schnell unterwegs. Man merkt, wie es auch physisch immer anstrengender wird."

Porsche am Anfang schnell, Audi am Ende

Nachdem Porsche am ersten Tag drei Autos in die erste Startreihe gebracht hatte, legte sich der Fokus am zweiten Tag voll auf das Rennen. "Wir haben am Anfang noch abgewartet, ob es irgendeiner versucht, dann die Schnellfahrerei aber abgeblasen. Erstens, weil wir für das Rennen arbeiten wollten. Zweitens, um nicht das Auto bei einem Unfall zu beschädigen. Für eine Runde mit diesem Speed musst du Risiken eingehen, und in Le Mans bedeutet das immer richtig Risiko. Hier kannst du dir schnell wehtun", erzählt Jani.

Für das Rennen erwartet der Trainingsschnellste ein enges Duell gegen Audi. "Wir werden in den ersten beiden Stints schneller sein. Im dritten und vierten Stint wird Audi zurückschlagen, weil sie die Reifen weniger hart rannehmen als wir. Die beiden Autos haben unterschiedliche Qualitäten. Es kommt darauf an, wer sie besser für sich nutzt."

Audi hat zwar die ersten zwei WEC-Läufe in Silverstone und Spa gewonnen, doch das muss laut Jani nichts heißen. "In Silverstone hat Audi von seinem Abtriebs-Plus profitiert. In Spa waren wir eigentlich schneller. Ich bin überzeugt, dass wir gewinnen hätten können, hätten wir nicht 30 Sekunden durch das Nachfüllen von Hydrauliköl verloren."

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