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Rettung der Rallye-DM?

Foto: DRM

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) will die abgesagte Deutsche Rallye-Meisterschaft (DRM) wiederbeleben.

25.11.2005

Die Absage der Rallye-DM durch das Präsidium des Deutschen Motorsportbundes DMSB hat zu Irritationen und Unmut geführt. "Die acht bis zehn Teams, die die DRM immer getragen haben, sind nun die Dummen", machte Fahrer Sandro Wallenwein seinem Unmut Luft. Die stattdessen 2006 geplante ADAC-Meisterschaft für den Breitensport und die von ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk ersonnene Euro-Serie, die im Herbst 2006 beginnen soll, haben nun noch Zuwachs bekommen.

Unter Federführung des AvD hat sich eine neue Veranstalter-Gemeinschaft unter dem Namen DRS-AG gegründet, die "das Einschlafen der Deutschen Rallye-Meisterschaft" verhindern will. So sind in der "Deutschen Rallye-Serie" im kommenden Jahr mindestens sechs Läufe geplant, die weitgehend dem technischen Reglement der DRM entsprechen. Im Gegensatz zur ADAC-Serie sollen in der DRS auch World Rally Cars und Super 1600-Teilnehmer fahren dürfen.

Skoda signalisiert Interesse

Im Kalender sind mit der Sachsen-Rallye, der Rallye Thüringen und der Lausitz-Rallye drei bisherige DRM-Läufe vertreten. Brisant: Die Läufe in Sachsen und in der Lausitz hat Tomczyk bereits in seinen Rallye-Kalender eingeplant. In der DRS sind sowohl ADAC- als auch AvD und ADMV-Rallyes vertreten. "Das ist eine Verbands-übergreifende Serie an der wir echtes Interesse haben", sagt Nikolaus Reichert, der mit Skoda seit Jahren das einzige deutsche Werksteam in der DRM stellte.

"Der DMSB hat großen Unmut erzeugt und ohne Not eine Meisterschaft zerschlagen. Ich hoffe, dass am Ende die Vernunft den Sieg davonträgt", sagt Reichert. Die DRS-Organisatoren hoffen, für ihre Serie nachträglich auch das Prädikat einer Deutschen Meisterschaft zu erhalten. "Wir sehen uns nicht als Protesterie gegen den ADAC", sagt der AvD-Rallyebeauftragte Michael Görlich.

Sandro Wallenwein: "Wir fahren, wo Kahle fährt"

Mit den geplanten weiteren Läufen in Niederbayern, Helfenstein und im Erzgebirge finden zwei Drittel der Rallyes in den neuen Bundesländern statt. "Ich würde mir noch einen Lauf in Westdeutschland wünschen", sagt Nikolaus Reichert. Der Skoda-Sportchef signalisiert, dass Rallye-Meister Matthias Kahle mit dem Werks-Skoda Fabia in der DRS starten wird. Horst Rotter, der darüber nachdenkt, mit einer Fahrergewerkschaft den Widerstand gegen die Abschaffung der DRM zu organisieren, will dort fahren, wo Skoda fährt. Das gleiche gilt für Sandro Wallenwein.

Untätig ist derweil auch der ADAC-Sportchef Tomczyk nicht gewesen: "Bereits vier Hersteller haben ihr Interesse für die Euro-Serie bekundet." Tomczyk hofft, in der in Mittel- und Osteuropa geplanten Euro-Serie deutlich mehr attraktive World Rallye Cars an den Start zu bekommen als bei einzelnen nationalen Meisterschaften. Nikolaus Reichert erteilt dieser Idee eine klare Absage. "Es macht für einen deutschen Importeur keinen Sinn, in Tschechien vor der Haustür des Mutterkonzerns zu fahren."

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