Robby Gordon bei der Dakar 2010: Der Mann mit dem Monster-Hummer

Robby Gordon

Robby Gordon ist auf jedem Terrain zuhause. Dabei kennt der Mann aus Kalifornien stets nur eine Gangart - Vollgas. Anfang Januar tritt der US-Boy zum vierten Mal mit seinem Monster Hummer bei der Dakar an. Wir stellen Ihnen Pilot und Bolide einmal genauer vor.

Egal ob Straßenkurse, NASCAR-Ovale oder die raue Wildnis der Marathon-Rallyes - Robby Gordon ist mit jedem Geläuf bestens vertraut. Wenn in Argentinien am 2. Januar die ersten Wertungskilometer der Dakar absolviert werden, sitzt das Multitalent wieder in seinem brachialen Hummer - und feiert nebenbei seinen 40. Geburtstag.

Gordon will ersten Sieg bei der Dakar

Für eine ausgelassene Party wird allerdings nicht viel Zeit bleiben, wenn der Amerikaner die legendäre Wüstenrallye zum vierten Mal in seinem monströsen Offroader unter die Räder nimmt. Gordon hat ambitionierte Ziele. 2010 will der frischgebackene Champion der SCORE US-Offroadserie bei der Dakar noch einmal richtig angreifen. "Die Dakar ist unser wichtigstes Offroad-Rennen. Wir versuchen das härteste Rennen der Welt zu gewinnen", ließ der selbstbewusste Kalifornier verlauten.

Neben seinen Einsätzen in Baja- und Nascar-Rennen verbrachte Gordon zuletzt knapp zwei Wochen in den Wüsten Arizonas, um seinen Hummer auf die härteste Rallye der Welt abzustimmen. Seit dem ersten Start im Jahr 2006 wurde das brachiale Monster-Vehikel mit der auffälligen Lackierung immer weiter perfektioniert. Ein leichteres Chassis, ein besseres Setup und eine höhere Zuverlässigkeit sind das Resultat des ambitionierten Entwicklungsprogramm. Drei Wochen vor dem Start in Buenos Aires ist Gordon bereit.

Mit Monster-V8 gegen die Diesel-Armada

Der Hummer-Prototyp hat nur noch wenig mit dem Straßenmodell des zuletzt von Wirtschaftskrise und Öko-Trend arg gebeutelten Autobauers gemeinsam. Nur das V8-Aggregat des H3 Race-Hummers basiert laut Hersteller auf dem Serien-Triebwerk. Ein leiser und sparsamer Diesel, wie ihn die Konkurrenz verwendet, wäre für die treue Fangemeinde des Vollgasjunkies auch undenkbar. Im Chassis-Aufbau ähnelt der Dakar-Hummer dem Chevy-Truck, mit dem Gordon bei der Baja antritt. Allerdings muss der H3 Racetruck im Gegensatz zu seinem nicht weniger brachialen Pendant mit weniger Federweg auskommen, ist aber dafür mit Front- und Seitenscheiben sowie einer Klimaanlage ausgestattet.

Die Konkurrenz hat über den langen Sommer allerdings auch nicht geschlafen. Die VW-Armada mit den im Vorjahr siegreichen Race Touaregs ist sicherlich auch 2010 der große Favorit auf den Gesamtsieg in Südamerika. Auch die BMW X-Raid Mannschaft um Dakar-Rekordsieger Stephane Peterhansel hat aufgerüstet.

Offroad-Talent liegt in den Gordon-Genen

Gordon muss sich allerdings nicht verstecken. Auch er kann schon auf einige Achtungserfolge bei der Dakar verweisen. Der überraschende dritte Platz 2009 sollte den etablierten Konkurrenten eine Warnung sein. Gordon trug sich als erster US-Amerikaner überhaupt mit einem Etappensieg in die Dakar-Geschichtsbücher ein. Seine Premiere feierte der Sohn der Offroad-Legende "Baja-Bob Gordon" im Jahr 2005. Damals ging er im VW Race Touareg an den Start und wurde auf Anhieb Zwölfter.

2010 wird Gordon Jr. mit einem dreiköpfigen Team antreten, um den etablierten Teams das ein oder andere Bein zu stellen. "Zwei Autos sind schon unten. Mein Truck fliegt erst am 21. Dezember nach Argentinien", erklärt der 39-Jährige. Zu Weihnachten gönnt er sich zuhause noch ein paar Stunden Ruhe. Die hat er sich wahrlich verdient: Nach 15 Tagen Dakar zu Jahresbeginn, 38 Nascar-Rennen plus All-Star-Lauf, Daytona Shootout und fünf Baja-Wüstenrallyes beginnt die neue Saison für den Weltenbummler schon am Neujahrstag in Buenos Aires.

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