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Streit um Schumi-Kartbahn

Wird Erftlandring ersatzlos abgerissen?

Michael Schumacher - Kart - Kerpen - 1988 Foto: Wilhelm 153 Bilder

Die Kartbahn, auf der Michael Schumacher das Fahren lernte, ist vom Abriss bedroht. Der Erftlandring soll dem Braunkohle-Abbau weichen. Streit gibt es, weil entgegen früherer Zusagen offenbar kein alternatives Grundstück für einen Neubau zur Verfügung steht.

06.10.2016 Tobias Grüner

Die Fans von Michael Schumacher würden die Bahn des Kartclub Kerpen wohl am liebsten unter Denkmalschutz stellen. Doch das historische Stück Asphalt, auf dem der Formel 1-Rekordweltmeister seine ersten schnellen Runden gedreht hat, wird wohl schon 2020 dem Braunkohletagebau zum Opfer fallen.

Eigentlich war dem Kartclub Kerpen, bei dem sich auch Sebastian Vettel seine ersten Sporen verdiente, zugesichert worden, dass es einen Ausweichstandort für einen Neubau der Bahn geben soll. Doch das Gelände, das vom Tagebaubetreiber RWE vorgesehen war, bekommt aus Lärmschutzgründen keine Freigabe der Stadt Kerpen für den Betrieb einer Motorsportanlage.

Politik verweigert Unterstützung für Kartbahn

Bürgermeister Dieter Spürck stellte klar, dass es in Kerpen keinen neuen Standort für die Strecke geben wird. Er schob die Verantwortung an die Bezirksregierung und RWE ab. Es müsse ein anderes Grundstück außerhalb von Kerpen gefunden werden. Doch der Energieriese sieht dafür offenbar keine Möglichkeiten. Gibt es keine Einigung droht dem Kartclub Kerpen das Aus.

Michael Schumacher - Kart - Kerpen - 2001Foto: sutton-images.com
Michael Schumacher kann bei der Rettung der Kartbahn in Kerpen nicht helfen.

Die Betreiber um Vettel-Entdecker Gerhard Noack wollen nicht hinnehmen, dass der 1,201 Kilometer lange Erftlandring nach 55 Jahren einfach ersatzlos gestrichen wird und man damit auch die wichtige Jugendförderung einstellen muss. Sie fordern wie ursprünglich zugesichert einen neuen Bauplatz.

An einer finanziellen Entschädigung sei man nicht interessiert. Am liebsten würde man einfach die alte Kartbahn erhalten. „Das Grundstück liegt im Randgebiet des geplanten Abbaugebiets. Es wäre nur eine minimale Aussparung nötig. Und dann könnte die Kartbahn an diesem Standort erhalten bleiben“, so Miteigentümer Noack.

Öffentlicher Druck auf die Politik

Doch RWE ist nicht dazu bereit, die Pläne zu ändern und die Fläche für den Tagebau um 20 Hektar zu verkleinern. Ralf Schumacher, der ebenfalls Miteigentümer der Kartbahn ist, zeigte sich enttäuscht: „Jetzt bleibt uns nur noch übrig, alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel in Anspruch zu nehmen und für den Erhalt der Bahn zu kämpfen.“

Weil bis 2020 langsam die Zeit wegläuft, wirbt der Kartclub Kerpen auch öffentlich um Unterstützung. Über die >> Facebook-Seite des Erftlandrings sollen sich Unterstützer melden. Auch Unterschriftensammlungen sind geplant. Je mehr Motorsport-Fans sich für die Kartbahn einsetzen, desto höher wird der Druck auf die Politik, so die Hoffnung der Betreiber.

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