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Sportwagen-WM (WEC)

Weiter Streit um 10-MJ-Konzept

Audi R18 - LMP1 - Startnummer #8 - WEC - Nürburgring - 6-Stunden-Rennen - Sonntag - 24.7.2016 Foto: ams

Jetzt ist es endgültig fix: Ab 2018, wenn das neu überarbeitete LMP1-Reglement in Kraft tritt, werden die Hybridklassen in der LMP1-Kategorie aufgestockt, der maximale Boost wird auf 10 MJ pro Runde (bezogen auf Le Mans) erhöht.

17.09.2016 sport auto Powered by

Bisher lag die Grenze bei 8 MJ. Alle Versuche von Audi, die Entscheidung – die in der Technical Working Group der FIA Mitte 2015 einstimmig getroffen wurde – umzukehren, sind gescheitert. Auch der politische Versuch, die Einführung auf 2020 zu verschieben, ist vom Tisch. Die Erhöhung der Hybridklassen bedeutet, dass die LMP1-Hersteller auch die Anzahl der Rekuperationssysteme für 2018 erhöhen müssen: Bisher sind nur zwei Systeme erlaubt – ab 2018 kommt dann ein drittes ERS-System dazu.

Diskussionen im LMP1-Fahrerlager

Doch die Erhöhung sorgt im LMP1-Fahrerlager weiter für Diskussionen: „Unter Kostenaspekten ist das keine glückliche Entscheidung“, behauptet zum Beispiel Audi-Motorenchef Ulrich Baretzky. „Alle Parteien sind sich einig, dass die Aufstockung sehr teuer wird. Warum machen wir es dann trotzdem? Die Fans auf den Tribünen werden den Unterschied nicht sehen können, wir verbessern nicht die Show auf der Strecke – also ist es eine akademische Übung. Und für die Entwicklung auf der Straße bringt es auch nichts, denn es wird in Zukunft keine Straßenfahrzeuge mit zwei oder drei Rekuperationssystemen geben – aus Kosten- und aus Gewichtsgründen.“

Baretzky bemängelt, dass keine logische Güterabwägung getroffen wurde: „Wenn wir mit dieser Maßnahme den Sport nicht verbessern und für die Straße auch nichts lernen – warum machen wir es dann?“ In Amerika sei das anders: „Da werden Reglements nur dann modifiziert, wenn es etwas bringt – fürs Fernsehen und den Fan. Wenn es nichts bringt, dann gibt man das Geld auch nicht aus!“

Audi wird für 2018 jenes Abgasenergie-Rückgewinnungssystem ausmotten, das man für die Saison 2014 entwickelt hatte, aber aus Gründen der Funktionalität und des Gewichts nie bei Rennen einsetzte. Porsche wird für 2018 ein weiteres KERS-System an der Hinterachse integrieren, während Toyota das bestehende Doppel-KERS-System um ein ERS-Abgassystem erweitert – wozu die Japaner aber entweder das bestehende V6-Motorkonzept mit Biturboaufladung komplett umstricken oder einen neuen LMP1-Motor entwickeln müssen.

Politische Spiele von Audi?

Baretzky verweist auch darauf, dass dann alle drei Hersteller mit komplett identischen Rückgewinnungssystemen antreten werden – eine ziemlich langweilige und dazu ziemlich teure Lösung. Toyotas Technikdirektor Pascal Vasselon weist die Kritik zurück: „Erstens haben wir diese Entscheidung vor über einem Jahr alle gemeinsam getroffen. Wir bei Toyota waren damals dagegen, haben uns aber dem Votum von Audi und Porsche gebeugt. Jetzt hat Audi seine Meinung geändert und will uns die Schuld geben, was ja nur bedeuten kann, dass sie politische Spielchen spielen. Wir brauchen im LMP1-Sport Konstanz bei den Entscheidungen – was auch bedeutet, dass man zu einmal getroffenen Verabredungen steht.“

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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