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Streit um Maßnahmen für 2016

Nissan-Unfall und die Folgen

VLN - Nissan GT-R GT3 - Jann Mardenborough - 2015 Foto: xpb

Streckenänderungen oder neue Aerodynamik? Nordschleifen-Verantwortliche sehen sich unterschiedlichen Meinungen ausgesetzt. Zum Nissan-Unfall kursieren indes neue Informationen.

17.06.2015 sport auto

Hinter den Kulissen tobt der Streit um die Frage, welche Konsequenzen aus dem Nissan-Unfall Ende März im Rahmen der VLN gezogen werden sollen, bei dem ein Zuschauer tödlich verletzt wurde. Der DMSB hatte am 7. April Tempolimits in den Highspeed-Passagen der Nordschleife verfügt und Arbeitsgruppen eingesetzt, um auf Basis der Unfallanalyse Handlungsoptionen zu erarbeiten. Zwar liegt bisher kein Abschlussbericht zum Nissan-Unfall vor, jedoch kursieren Informationen, dass ein Grund für die Flugeinlage bei der Abstimmung des Autos zu finden gewesen sein soll.

Angeblich wies der Nissan wenig Federweg auf, setzte auf der Bodenwelle vor dem Flugplatz auf dem Anschlagpuffer (Bump Stop) auf, weshalb ein Großteil der Energie von den Vorderreifen aufgenommen werden musste, was ein katapultartiges Ausfederphänomen der Reifen zur Folge gehabt haben soll. Das könnte erklären, warum der GT3-Nissan so früh, fast noch vor der Kuppe, abhob. Gleichzeitig soll der Pilot weiter Vollgas gegeben haben, was den Lift-off-Effekt verstärkte. Dazu sollen der böige Wind, die niedrigen Außentemperaturen sowie die sensible Aerodynamik der GT3-Rennwagen eine Rolle gespielt haben.

Audi und BMW für Streckenänderungen

Damit rückt die Frage nach den Konsequenzen in den Vordergrund. Prinzipiell gibt es zwei Lager, die sich unversöhnlich gegenüberstehen: Einige GT3-Hersteller plädieren für Modifikationen an der Strecke – und lehnen Änderungen an den GT-Fahrzeugen strikt ab. "Ein Nordschleifen-Aero-Paket ist ein zusätzlicher Aufwand, ein zweiter Baustand. Das kostet Geld, nicht nur für den Hersteller – sondern auch für die Teams", so Audi-Kundensportleiter Romolo Liebchen. BMW-Sportchef Jens Marquardt bläst ins gleiche Horn. Bisher haben nur Audi und BMW diese Position so in der Öffentlichkeit vertreten, doch es steht zu befürchten, dass andere Hersteller der Argumentation folgen könnten.

Während Audi und BMW Behelfsschikanen auf der Döttinger Höhe sowie hinter dem Hatzenbach vorschlagen, lehnen Ring-Ikonen wie Olaf Manthey Streckenänderungen strikt ab: "Die Nordschleife ist schützenswertes Kulturgut. Außerdem macht es keinen Sinn, die Strecke den Autos anzupassen – da wir sonst alle paar Jahre die Nordschleife umbauen müssten." Manthey plädiert zusammen mit der Porsche-Sportabteilung für moderate, aber wirkungsvolle Änderungen an der Aerodynamik der GT-Rennwagen. Fast alle Piloten und Teams stimmen diesem Ansatz zu, trauen sich aber nicht, öffentlich Farbe zu bekennen. "Das Thema ist hochpolitisch", verrät ein GT3-Werkspilot.

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