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Sieht so die Breitensport-Zukunft der VLN aus?

Honda Civic TCR - TCR 2016 - Tourenwagen - Motorsport Foto: TCR 40 Bilder

Seat Leon Cup gegen VW Golf GTI gegen Opel Astra, 330 PS und jede Menge Lackaustausch – ist das die Breitensport-Zukunft der VLN? Das TCR-Konzept boomt international, weil es mit kostengünstigem Rennsport anlockt.

15.12.2016 Bianca Leppert Powered by

Die VLN ist schon länger auf der Suche nach ihrer Identität. Will man sich als Profi-Serie für Hersteller und die GT3-Klasse empfehlen oder den Wurzeln des Breitensports treu bleiben? Oder schafft man womöglich sogar beides? Kurz vor der besinnlichen Zeit beschäftigen diese Fragen wieder einmal die Nordschleifen-Philosophen.

Worin sich die meisten einig sind: Die TCR-Kategorie, die Tourenwagensport wieder erschwinglicher machen soll, und die GT4-Klasse werden die Zukunft auf der Nordschleife vermutlich nachhaltig prägen.

TCR bietet guten Sport für bezahlbare Kosten

Doch welche Zielgruppe soll auf die TCR-Renner, für die man um die 100.000 Euro (netto) berappen muss, abfahren? Der erste Gedanke: Diejenigen mit kleinem Geldbeutel finden ihr Zuhause eher in den Cup-Klassen von BMW und Toyota, diejenigen mit größerer Börse leisten sich lieber gleich einen Porsche – schon allein wegen des Prestiges.

Doch das scheint zu kurz gedacht. „Die TCR liegt dazwischen“, wendet Stefan Kissling ein, der gemeinsam mit Opel Motorsport die Entwicklung des Astra auf der Nordschleife vorantreibt. „Und das ist ja genau das, was gefehlt hat – die TCR bietet guten Motorsport zu bezahlbaren Kosten.“

Auch Michael Paatz, der mit seinem Team Mathilda Racing das TCR-Modell von Seat auf der Nordschleife weiterentwickelt, sieht Potenzial in der neu geschaffenen Kategorie. „In der DTM können sich die Fans mit den Autos doch gar nicht mehr identifizieren“, meint er. „Hier leben die Emotionen wieder auf, wenn ein VW Golf GTI gegen einen Opel Astra fährt.“

TCR: Zukunft mit vielen Marken?

Die Idee ist eigentlich simpel: Für den Vortrieb sorgt ein Turbomotor, der 330 PS leistet und die Vorderachse antreibt. Die unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte werden mittels Balance of Performance wie im GT3-Sport ausgeglichen. Die Hersteller stellen nach dem Kundensport-Gedanken die Autos, halten sich ansonsten aber raus. Neben VW, Opel, Seat und Honda auf nationaler Ebene in der ADAC TCR Germany sind international weitere Hersteller auf den Zug aufgesprungen: Alfa Romeo, Subaru, Ford und Peugeot. Kia steht ebenfalls in den Startlöchern.

Wie aktuell das Thema in der Eifel ist, zeigte der Aufgalopp von Audi beim Saisonfinale: Die Ingolstädter traten mit zwei Exemplaren des RS 3 LMS, der sich die Plattform mit Seat und VW teilt, über Phoenix Racing bei der VLN an. „Die TCR bildet weltweit unsere Basis“, erklärt Audi-Kundensportleiter Chris Reinke, der eigens am Nürburgring weilte.

„Wir rechnen international mit rund 90 Autos. Das Interesse ist groß. Und je früher wir uns hier positionieren, desto besser.“ Das Audi-Kundenteam Car Collection hat bereits angekündigt, die jüngste Tourenwagen-Entwicklung der Ingolstädter in der kommenden VLN-Saison einsetzen zu wollen.

TCR-Autos in 8:50 Minuten über die Nordschleife

Die Kosten für den Renneinsatz sind indes noch nicht ganz überschaubar. Während die Netto-Basispreise variieren (Opel: 110.000 Euro mit sequenziellem Getriebe; Audi: 129.000 Euro mit sequenziellem Getriebe, 109.000 Euro mit DSG; Seat: 110.000 Euro mit sequenziellem Getriebe, 85.000 Euro mit DSG), unterscheiden sich die Ausstattungen wie beim Sitz oder den Sicherheits-Features.

Bei Opel kann man das ABS gegen Aufpreis nachrüsten, bei Seat plant Mathilda Racing ein komplettes Langstrecken-Paket, das ABS, Fahrwerk und weitere Features umfasst. Hinter den Revisionsintervallen und Ersatzteilpreisen stehen noch Fragezeichen, die Schätzungen für die Kosten reichen von 4.500 bis zu 6.500 Euro pro Fahrer und Lauf.

VLN  - 8. Lauf - Nürburgring-Nordschleife - 24. September 2016 Foto: Stefan Baldauf/Guido ten Brink

„Dafür bekommt man ein reinrassiges Rennauto“, sagt Paatz, der mit Mathilda Racing in der kommenden Saison vier Autos einsetzen will. Stefan Kissling bläst ins gleiche Horn: „Ein Auto, mit dem man diese Rundenzeiten fährt, ist für gleiches Geld kaum zu finden.“

In der SP3T-Klasse, die allerdings einige technische Freiheiten zulässt, stoppt man die TCR-Autos aktuell zwischen 8.50 und 8.55 Minuten. „Ich war wegen des Frontantriebs zunächst etwas kritisch, habe mich aber eines Besseren belehren lassen. Ich hätte nie gedacht, dass das Auto so viel Spaß macht“, sagt Mathilda-Pilot und Nürburgring-Driving-Academy-Chefinstruktor Andreas Gülden, „es ist total kernig, einfach gut verzahnt.“

Von den Qualitäten des TCR-Autos sind auch Axel und Max Friedhoff überzeugt. Vater und Sohn bilden ein klassisches privates Schrauber-Team. An ihrem Beispiel wird deutlich, dass die TCR-Philosophie in der VLN auf kleinerer Flamme durchaus funktionieren kann. Die Meister der Clio-Cup-Klasse von 2014 haben sich einen Seat Leon Cup Racer aus dem Vorjahr zugelegt, also aus der Premierensaison der internationalen Tourenwagenserie. „Für uns waren sowohl der BMW M235i Cup als auch die TCR-Autos interessant“, sagt Axel Friedhoff. „Aber wir haben in der TCR mehr Zukunft gesehen.“

Einheitsreifen oder Wettbewerb?

Als Vater-Sohn-Gespann verzichten sie natürlich auf eine Versicherung, richten Schäden meistens selbst und kommen dabei auf einen erschwinglichen Preis pro Rennen, der sich laut Friedhoff mit dem Einsatz des Renault Clio vergleichen lässt. „Schon bei den Reifen sparen wir uns einiges. Im Clio Cup musstest du mit Michelin antreten, um vorne mitzufahren. Mit dem TCR-Auto sind wir jetzt auf Yokohama-Reifen unterwegs.“

Besonders interessant: Man munkelt, der Seat Leon Cup Racer solle im Eurocup seine letzte Saison erlebt haben. Damit ergibt sich ein neuer Gebrauchtwagenmarkt. Dabei ist aber nicht zu vergessen: Das Selbstschrauber-Modell sollte denen überlassen sein, die sich fachlich damit auch auskennen.

Klar, dass VLN-Chef Karl Mauer in der TCR-Idee Potenzial bei den Starterzahlen sieht. „Bei den Markenpokalen hat man eine geringere Halbwertszeit, weil die Modelle nur begrenzt aktuell sind. Und dann wird es schwierig, sie in andere Klassen zu integrieren“, sagt er. „Die TCR könnte hingegen eine bessere Stabilität über mehrere Jahre bringen.“ Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Ausschreibung einer eigenen Klasse innerhalb der Langstreckenmeisterschaft. Denn in der SP3T, in der die Tourenwagen-Renner derzeit antreten, fehlt zum einen die Transparenz, zum anderen ist man der Konkurrenz nicht ebenbürtig.

Gemeinsam mit dem deutschen Rechteinhaber Franz Engstler und dem ADAC hat man sich nun darauf geeinigt, im kommenden Jahr eine separate TCR-Klasse in der VLN ausschreiben zu dürfen. Diese soll in ihren Grundzügen an das TCR-Reglement angelehnt sein, allerdings müssen das ABS-System und der 100-Liter-Tank genehmigt werden.

Während manche Stimmen bei den Teams die Freistellung der Reifen begrüßen würden, um sich so neue Refinanzierungsmöglichkeiten zu schaffen, strebt man bei der VLN eher Einheitsreifen an. Kein Wunder: Bereits mehrere Reifenhersteller haben schon jetzt ihr Interesse bekundet.

VLN  - 9. Lauf - Nürburgring-Nordschleife - 08. Oktober 2016 Foto: Stefan Baldauf/Guido ten Brink

Änderungen für 2017

  • Der VLN-Kalender schrumpft in der kommenden Saison auf nur noch neun Termine. Das begrüßt die VLN auch deshalb, weil sich die Veranstaltergemeinschaft mittlerweile aus nur noch neun Gesellschaftern (Ausrichtern) zusammensetzt.
  • Als Reaktion auf den Feuerunfall beim Betanken des Lexus RC-F von Farnbacher Racing sollen sich die Zuschauer nur noch hinter der roten Linie in der Box aufhalten dürfen. Diese neue Vorschrift soll 2017 streng kontrolliert werden.
  • Dazu denkt die VLN über die Abschaffung der Tankkannen nach, die wohl zu den Komplikationen beim Tankunfall beigetragen haben. Durch die Mindeststandzeit beim Boxenstopp ist die Nachtankzeit ohnehin geregelt. Lediglich ab der 19. Runde bei den 4h-Rennen und in den letzten eineinhalb Stunden beim 24h-Rennen fällt die Mindeststandzeit weg. Der ADAC Nordrhein soll von der Idee, die Tankkannen abzuschaffen, aber noch nicht überzeugt sein.
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